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LaTeX-Dokumentensatz mit Texmaker

Anschubhilfe

LaTeX erzeugt hochwertige Dokumente, ist aber als kompliziert verschrien. Texmaker bietet eine einfache Schnittstelle zum Publizieren mit LaTeX.

Im wissenschaftlichen Umfeld hat sich das Satzsystem LaTeX seit langem als Quasi-Standard etabliert, wenn es um das Verfassen von Papieren, das Schreiben von Büchern oder sogar das Erstellen von Präsentationsfolien geht. Daneben gewinnt es bei alltäglichen Büroarbeiten zunehmend an Bedeutung. Prinzipiell ermöglicht LaTeX alle Arten von Publikationen vom Notenblatt bis zum Serienbrief – und in der Regel sieht das Resultat deutlich ansprechender aus als bei den meisten WYSIWYG-Editoren.

Ein großer Nachteil von LaTeX liegt darin, dass man Formatänderungen nicht direkt durch Markieren und Umformatieren vornehmen kann, sondern sie in der Regel Steuerbefehle im Text erfordern. Möchten Sie beispielsweise einen Text im Dokument gefettet ausgeben, so kapseln Sie die entsprechende Passage im LaTeX-Quelltext mit \textbf{Text}.

Der manuelle Dokumentensatz bedarf also der Kenntnis verschiedener LaTeX-Steuerbefehle. Der sowohl für Linux als auch für Windows und Mac OS X verfügbare Texmaker [1] geht einen Schritt weiter und bietet eine benutzerfreundliche Schnittstelle zum Setzen von Dokumenten mit LaTeX. Wir haben für Sie die aktuelle Version 1.6 unter die Lupe genommen.

Installation und erste Schritte

Unter Ubuntu Feisty steht von Hause aus nur Version 1.5 von Texmaker (Abbildung 1) zum Installieren mittels sudo apt-get install texmaker bereit. Die neue Version 1.6 gibt es als Quelltextarchiv und Binärpaket von der Heft-CD oder aus dem Netz [2].

Abbildung 1: Die Texmaker-Oberfläche vereinfacht mit einem aufgeräumten und übersichtlichen Interface das Setzen von Dokumenten mit LaTeX.

TIPP

Ubuntu 7.10 "Gutsy Gibbon" bringt Texmaker 1.6 bereits mit.

Nach dem Herunterladen des vorkompilierten Paketes starten Sie den Installer via chmod +x texmaker_linux_installer && sudo ./texmaker_linux_installer auf der Kommandozeile. Dabei sorgt der Befehl vor dem && dafür, dass das System die Datei als ausführbares File erkennt. Mit sudo startet die Installation (Abbildung 2) mit Root-Rechten. Nach dem Anerkennen der Lizenzbedingungen kopiert das Setup die Dateien nach /usrauf die Festplatte.

Abbildung 2: Vor der eigentlichen Installation verlangt das Setup von Ihnen, dass Sie die Lizenz akzeptieren.

Der Programmstart erfolgt anschließend mittels texmaker im Terminal oder im Schnellstarter, den Sie via [Alt]+[F2] aufrufen. Bevor Sie nun aber ans Texten gehen, installieren Sie noch das eigentliche LaTeX-System: Texmaker arbeitet ja als nur eine Oberfläche. Vielen Linux-Distributionen liegt zum Beispiel TeTeX bei. Bei neueren Systemen heißt das Paket auch texlive. Sie richten es einfach über die jeweilige Paketverwaltung ein. Möchten Sie in Texmaker die Rechtschreibkontrolle nutzen, brauchen Sie außerdem noch Aspell und die entsprechenden Wörterbücher.

Konfiguration

Bekanntlich erzeugt LaTeX aus dem reinen Text sowie der Beschreibungssprache ein Dokument. Texmaker dient dabei lediglich als Oberfläche und ruft bei Bedarf zum Übersetzen von LaTeX-Dokumenten in PDF- oder DVI-Dateien die notwendigen Programme auf. Nach der Installation sind diese externen Programme meist vorkonfiguriert. Texmaker erlaubt es jedoch, manuell Alternativen einzubinden. Unter Optionen | Texmaker konfigurieren finden Sie den hierfür notwendigen Konfigurationsdialog (Abbildung 3). Möchten Sie beispielsweise den Adobe Reader zum Anzeigen von PDF-Dateien verwenden, so ändern Sie den Eintrag PDF Betrachter von xpdf %.pdf nach acroread %.pdf. Texmaker ersetzt intern das Prozentzeichen durch den Namen des aktuellen Dokuments.

Abbildung 3: Alle wichtigen internen Befehle konfigurieren Sie bequem über einen passenden Dialog.

LaTeX arbeitet mehrstufig. Um aus einer LaTeX-Datei eine PDF-Datei zu erzeugen, generieren Sie beispielsweise zuerst eine Datei im betrachterunabhängigen DVI-Format. Die wandeln Sie anschließend mit Dvips in eine Postscript-Datei um, welche Sie wiederum mit Ps2pdf in ein PDF transformieren. Ohne Texmaker tippen Sie derartige Aufrufe manuell in ein Terminal ein. Mit Texmaker wählen Sie einfach die vordefinierten Programmkombinationen für das schnelle Übersetzen und anschließende Anzeigen des erzeugten Dokumentes aus (Abbildung 4). Falls Sie alternative Programme benutzen wollen, geben Sie auch hier einfach die Befehle in eine entsprechende Box ein.

Abbildung 4: Vordefinierte Programmkombinationen machen das Erzeugen von Dokumenten handlicher.

Der Konfigurationsdialog ermöglicht es darüber hinaus auch, das Aussehen und das Verhalten von Texmaker an die eigenen Bedürfnisse anzupassen (Abbildung 5). So lassen sich beispielsweise Schriftart und Schriftfarben auswählen. Beachten Sie jedoch, dass die hier eingestellten Schrifteigenschaften nur für die Darstellung in Texmaker gelten, nicht jedoch für das Ausgabedokument: Um das kümmert sich ja LaTeX. Vielschreiber können darüber hinaus auch Tastenkürzel für häufig benutzte LaTeX-Konstrukte anlegen.

Abbildung 5: In den Optionen wählen Sie auch andere Farben oder selbstdefinierte Tastenkürzel aus.

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