Aufmacher

Bleibender Eindruck

Gnome 2.20 im Detail

01.11.2007
Die brandneue Release des GNU-Desktops verwöhnt den Anwender mit zahlreichen innovativen Neuerungen.

Den Vergleich zur Konkurrenz braucht Gnome [1] spätestens seit der Version 2.14 nicht mehr zu scheuen: Das reibungslose Zusammenspiel der Kernkomponenten ist in jeder neuen Version das oberste Ziel. Das trägt gleichzeitig zu einer problemloseren Interaktion zwischen den Anwendungen bei.

Kritiker sagten Gnome in der Vergangenheit oft nach, dass der Desktop eine zu komplexe Komponentenarchitektur habe. Die hört auf den Namen "Bonobo" und gilt bereits seit Gnome 2.18 als veraltet. Das Panel und Evolution sind aber die einzigen schwarzen Schafe, die sich dieser Technik noch bedienen. Dass soll sich jedoch spätestens nächstes Jahr ändern.

Ein Großteil der Anwendungen, darunter der Browser Epiphany und der Texteditor Gedit, liefern heute eine eigene Plugin-Infrastruktur mit, die die Lücke der über Bord geworfene Komponentenarchitektur füllt.

TIPP

Möchten Sie selbst einen genaueren Blick auf Gnome 2.20 werfen, dann starten Sie von der Heft-DVD das Live-System Foresight Linux 1.4: Als erste Distribution integriert der rPath-Abkömmling den aktuellsten GNU-Desktop.

Anschlussfreudig

Nautilus bietet in der neuen Version nicht nur mehr fürs Auge, sondern auch nützlichen Features, die der Bedienung zugute kommen. Das bislang verweigerte Kopieren per Drag & Drop vom Archivmanager Fileroller in ein Verzeichnis gelingt nun ohne Zähneknirschen. Den entsprechenden Code – er entstammt dem XFCE-Projekt [2] – integrierte Nautilus-Entwickler Alexander Larsson Anfang September in den Dateimanager.

Bisher war vielen Anwendern das Warten auf die Bildvorschau ("Thumbnails") ein Dorn im Auge. Christian Neumair behob das Problem durch einen intelligenten Algorithmus, der die Vorschaubilder asynchron generiert. Verzeichnisse mit vielen Bildern zeigt der Dateimanager durch die Code-Umstellung viel schneller und anhand der EXIF-Daten im Hoch- beziehungsweise Querformat an. Nautilus unterstützt in der neuen Version erstmals XMP-Metadaten (siehe Kasten "eXtensible Metadata Platform").

eXtensible Metadata Platform

XMP ist ein von Adobe erfundenes Format, das das Einbetten von RDF (Resource Description Framework) in Binärdaten erlaubt. Das freie Format definiert ein einheitliches Schema und lässt sich unter anderem in PDF-, JPG- und PNG-Dateien einbetten. Mehr Informationen zu XMP finden Sie bei Wikipedia [3].

Nautilus integrierte als erster freier Dateimanager überhaupt eine Desktop-Suche. Sie ermöglicht es den Benutzern komfortabel nach Dateien und Schlüsselwörtern zu suchen. Neu hinzugekommen ist die Möglichkeit, Tracker [4] statt Beagle zu integrieren. Tracker ist eine weitere in C geschriebene Desktop-Suchmaschine, die speicherschonender und in einigen Bereichen schneller als Beagle [5] arbeitet.

Darüber hinaus zeigt Nautilus nun im Reiter Grundlegend das verwendete Dateisystem und die Belegung der Festplatte grafisch an (siehe Abbildung 1). Eine detailliertere Aufbereitung des Datenträgerinhalts finden Sie nach wie vor im Programm Baobab, das die Entwickler von einigen Fehlern befreiten.

Abbildung 1: Nautilus zeigt Informationen zum Datenträger an – hier das verwendete Dateisystem und die Belegung in grafischer Form.

Einfach auspacken

Der Archivmanager Fileroller bietet Unterstützung für eine Vielzahl von Archivtypen, darunter ZIP, RAR, GZ und BZ2. In der neuesten Version des Programms ziehen Sie Dateien bequem zwischen zwei Instanzen per Drag & Drop hin und her – etwa beim Erstellen eines neuen Archivs, in dem Dateien aus verschiedenen Archiven enthalten sein sollen. Auch nutzt die Anwendung jetzt die Möglichkeiten von Gnomevfs (der Bibliothek für virtuelle Dateisystem-Unterstützung) voll aus: Entfernte Dateien, die für Fileroller bisher unerreichbar waren, öffnet das Packprogramm jetzt ohne Murren. Fileroller besitzt jetzt wie Nautilus eine Seitenleiste, die Sie mit [F9] ein- und ausblenden.

Einfach bearbeiten

Der mit einer fortschrittlichen Plugin-Infrastruktur ausgestattete Gnome-Texteditor Gedit [6] besticht in der neuen Version in erster Linie durch die verbesserte Syntaxhervorhebung. Sie verdankt er der neue Gtksourceview2-Bibliothek, die den Vorgänger nach rund zwei Jahren ablöste. Die neue Engine erkennt nun beispielsweise in HTML eingebettete Skriptsprachen wie Python oder Ruby und ist schlau genug, Dollarzeichen innerhalb von \verbatim-Umgebungen (siehe Abbildung 2) richtig zu interpretieren. Andere moderne Editoren scheitern hier kläglich und färben den Text falsch ein. Waren Sie bisher von einem anderen Editor bestimmte Syntax-Farbschemata gewohnt, müssen Sie sich mit Gedit nicht umstellen: Der Editor stellt vier verschiedene Varianten bereit, die Sie nach Belieben ergänzen.

Abbildung 2: Der Texteditor Gedit bietet mit seiner fortschrittlichen Syntaxhervorhebung jedem anderen modernen Editor Paroli.

Einfach angucken

Haben Sie bisher auf Adobe Reader gesetzt, um PDF-Dateien zu betrachten und Formulare auszufüllen, bietet sich Ihnen jetzt die Chance, das Schwergewicht ein für allemal von Ihrer Festplatte zu verbannen: Der auf der Poppler-Bibliothek basierende Dokumentbetrachter Evince steht Ihnen in der neuen Version bei dieser Tätigkeit zur Seite (siehe Abbildung 3). Ein Projekt im Rahmen des letzten "Google Summer of Code" [7] versorgte Evince mit Forms-Unterstützung. Das Speichern von eingebetteten Bildern in einem PDF-Dokument beherrscht das Programm ebenso wie das Drucken von mehreren Seiten pro Blatt.

Abbildung 3: Evince beherrscht als einer von wenigen freien Dokumentbetrachtern das Ausfüllen von Formularen.

Deutliche Verbesserungen gab es auch beim Bildbetrachter Eye of Gnome (EoG). Durch einen Rewrite des Kerns läuft er stabiler und schneller als der Vorgänger, kommt mit einem neuen Eigenschaftendialog für Bilder (siehe Abbildung 4) daher und bietet wie Nautilus jetzt XMP-Unterstützung. Neu ist auch die Möglichkeit, ein geöffnetes Bild zu Manipulationszwecken aus der Anwendung heraus zu starten (siehe Abbildung 5). Der überarbeitete Eigenschaftendialog gibt Informationen und Metadaten über Bilder preis.

Abbildung 4: Der Eigenschaftendialog von Eye of Gnome gibt Auskunft über das aktuelle Bild.
Abbildung 5: Das Bearbeiten mit anderen Programmen, wie etwa Gimp, stoßen Sie jetzt direkt aus EoG an.

Yelp, der Hilfebrowser von Gnome, steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite, wenn Sie bei der Bedienung eines Programms nicht mehr weiter wissen. Die Dokumentation einiger Anwendungen ist bereits auf Deutsch verfügbar, eine komplette Lokalisierung fehlt allerdings derzeit noch. Zur besseren Integration tragen die dem gegenwärtig gewählten Thema angepassten Farben bei. Kürzere Wartezeiten verspricht das intelligentere Laden der Handbücher: Statt das ganze Dokument vorab in den Speicher zu schieben, lädt Yelp nur einzelne Seiten und zeigt sie an (siehe Abbildung 6).

Abbildung 6: Der Hilfe-Browser Yelp arbeitet in der neuen Version schneller und bereitet Hilfeseiten schöner auf.

Die Notizzettelverwaltung Tomboy entstand als Ersatz für die in die Jahre gekommene "Klebezettelverwaltung". Alte Daten brauchen Sie nicht erst mühselig neu zu schreiben, da Tomboy sie problemlos importiert. Die Entwickler ergänzten das Programm um zwei nützliche Funktionen: Zur Synchronisation von Notizen kommuniziert Tomboy via WebDAV oder SSH mit einem Server, um Notizen zwischen zwei Rechnern abzugleichen. Datenverlust und Konflikte beim Merge-Prozess vermeidet ein intelligenter Algorithmus dabei so gut wie möglich. Zudem zeigt Tomboy zuvor geöffnete Notizen bei einem Neustart automatisch wieder an.

Multimedialer Genuss

Im Zeitalter des multimedialen Entertainments darf ein ein fehlender Codec dem abendlichen Heimkinoerlebnis nicht im Wege stehen. Bisher stand der Anwender in der Pflicht, fehlende Codecs per Hand nachzuinstallieren, was oft mit einer frustrierenden, weil erfolglosen Suche endete. Der Multimediaplayer von Gnome macht damit Schluss: Er bietet dem Benutzer an, fehlende Codecs automatisch nachzurüsten. Das Feature steht derzeit unter Ubuntu und OpenSuse zur Verfügung. Andere Distributoren wie Fedora ziehen aller Voraussicht nach in der nächsten Version nach. Eingebettete Videos auf Internetseiten und die Option, sie im Vollbildmodus abzuspielen, funktionieren in Totem jetzt besser. Nützlich ist auch der pulsierende Abspielknopf, welcher signalisiert, wann Sie ein Video starten können.

Evolution

Fast jeder hat schon einmal vergessen, einen wichtigen Anhang bei einer E-Mail auch tatsächlich mitzuschicken. Die Groupware-Lösung Evolution bewahrt Sie in Zukunft vor einem solchen Missgeschick: Ein Dialog warnt Sie, wenn auf Anhänge hindeutende Schlüsselwörter in der E-Mail vorkommen, Sie aber keine Datei beigelegt haben (Abbildung 7).

Abbildung 7: Anhang vergessen? Kein Problem: Evolution erinnert Sie an fehlende Anlagen.

Neu ist auch die automatische Benachrichtung bei eintreffenden E-Mails: Im Gnome-Panel erinnert Sie ein blinkendes Briefsymbol daran (Abbildung 8). Anwender, die den Computer neu aufsetzen, hatten in der Vergangenheit immer das Problem, die von Evolution angelegten Daten auf das neue System zu übertragen. Die Backup- beziehungweise Restore-Funktion springt hier in die Bresche. Sie sichert alle relevanten Dateien, die sich später in einem Rutsch wieder einspielen lassen (Abbildung 9).

Abbildung 8: Ein blinkendes Briefsymbol macht bei neu eingetroffenen E-Mails auf sich aufmerksam.
Abbildung 9: Alle Evolution-Einstellungen sichern Sie mit dem neuen Backup-Plugin.

Etwas schwieriger zu finden ist die "magische Leerzeichentaste": Ein Druck auf die Leerzeichentaste zeigt alle neuen E-Mails in sämtlichen Ordnern. Sie brauchen dazu nicht mehr die Maus zu bemühen; Evolution erledigt die bequeme Navigation zwischen den neuen E-Mails.

Evolution nutzt die in Gtk+ 2.10 eingeführte Drucker-API (Abbildung 10). Das Drucksystem funktioniert plattformübergreifend, also auch unter Windows, auf das die Entwickler Evolution bereits portiert haben. Erfreulicherweise funktioniert nun auch die Antispam-Erweiterung zuverlässig. Sie sind dabei nicht auf Spamassassin eingeschränkt: Die Alternative namens Bogofilter stellt Evolution vor keine Probleme. In den Einstellungen steht eine Option zur Spam-Konfiguration bereit.

Abbildung 10: Der neue Gtk+-Druckdialog fand jetzt auch Einzug in die Groupware-Lösung Evolution.

Evolution ist aber auch als die Groupware-Lösung bekannt, die beinahe perfekt mit Microsofts Exchange-Server zusammenarbeitet. Dazu beherrscht es nun auch das so genannte Delegate, das es Kollegen ermöglicht, an Ihren Daten zu arbeiten, während Sie gerade nicht am Platz sind. Andere Verbesserungen betreffen die Performance des Konnektors, der im Offline-Modus wesentlich schneller arbeitet und Ordner flinker lädt.

Epiphany

Kleine, aber feine Verbesserungen erhielt auch der Webbrowser Epiphany: So aktualisiert sich jetzt die Adressleiste beim Durchsuchen der bereits besuchten Seite (Abbildung 11), zudem erscheinen die "Favicons" in den Einträgen der Chronik. Der von Firefox bekannte, standardmäßig deaktivierte sanfte Bildlauf wurde auf Drängen vieler Benutzer integriert.

Abbildung 11: Epiphany aktualisiert endlich die Adressleiste, sobald Sie mit der Tastatur hindurch navigieren.

Panel und Kontrollzentrum

Das Gnome-Panel ist der ständige Begleiter des Benutzers. Eine Schwäche, die immer wieder zu Ärgernissen führte, war das Verändern der Größe der Fensterknöpfe. Die Entwickler nahmen sich dieses Problems an und korrigierten außerdem das Speichern der Position bei schwebenden Panels, die sich bei vorher bei verschiedenen Auflösungen ständig an einer anderen Stelle positionierten.

Im Kontrollzentrum reorganisierten die Entwickler die zuvor einzelnen Dialoge Thema, Desktop-Hintergrund, Schrift sowie Menüs und Werkzeugleisten. Der neue Dialog Erscheinungsbild (Abbildung 12) fasst die genannten zusammen und verbessert dadurch die Übersichtlichkeit enorm. Die Einstellungen zur Barrierefreiheit wanderten in einen neuen Reiter unter Bevorzugte Anwendungen. Benutzer, die daheim ein drahtloses Netzwerk haben, können sich über Unterstützung für WPA-Verschlüsselung freuen.

Abbildung 12: Der neue Dialog Erscheinungsbild fasst vier zuvor separate Dialoge zusammen. Unter Ubuntu gesellt sich zusätzlich der Reiter Desktop Effects zur Konfiguration von Compiz dazu.

Power für unterwegs

Bisher hatten Notebook-Benutzer oft das Problem, dass sie nicht genau wussten, wie lange der Laptop-Akku noch seinen Dienst verrichtet. Mal meldete der Computer eine zu lange Laufzeit, mal das Gegenteil. Die in Gnome integrierte Energieverwaltung gibt auf Basis der Herstellerangaben und des derzeitigen Kapazitätslevels sehr genaue Informationen über den Zustand des Akkus aus. Das Programm warnt Sie sogar vor Akkus, die vom Hersteller zurückgerufen wurden. Sie brauchen sich also in Zukunft nicht mehr vor explodierenden Laptops zu fürchten.

GDM

Ein grafische Anmeldeschirm stellt heutzutage eine Selbstverständlichkeit dar. GDM ist der in Hinsicht auf Konfigurierbarkeit und Features führende Anmeldebildschirm. Gepaart mit dem Bildschirmschoner, der Anwendern in der neuen Ausgabe ermöglicht, Ihnen eine Nachricht zu hinterlassen, selbst wenn Ihr Bildschirm gesperrt ist, rundet GDM den guten Gesamteindruck des Desktops ab. GDM überwacht jetzt die beiden Dateien utmp und wtmp genauer und unterstützt die Linux-Auditing-Bibliothek zur besseren Benutzerkontrolle. Das bisherige Problem, dass Sie bei der Anmeldung abweichend von den Einstellungen eine anderes Sprache angezeigt bekamen, behoben die Entwickler ebenso.

Accessibility

Die von Sun initiierte Accessibility-Initiative, die bis ins Jahr 2001 zurückreicht, macht unter Gnome weiter Fortschritte. Orca (Abbildung 13), der Standard-Bildschirmleser, bringt Unterstützung für Sprachsynthese, Vergrößerung von Bildschirmausschnitten und Braille-Zeilen mit. Das Programm arbeitet anwendungsabhängig, was bedeutet, dass es sich an den Funktionsumfang und Unterschiede bei der Benutzung einer Applikation entsprechend anpasst. In diese Kategorie fallen neuerdings auch OpenOffice, Firefox, Pidgin und Java-Anwendungen. Der Umgang mit Kontexthilfen, Benachrichtigungen, Fortschrittsbalken sowie die Fähigkeit, sich an die Aussprache bestimmter Wörter anzupassen, bereiten Orca in der neuesten Iteration keinerlei Probleme mehr.

Abbildung 13: Gnomes Stärke war immer schon die barrierefreie Bedienung: Orca fasst alle Einstellungen in einem Dialog zusammen.

Freie Hand für Admins

Lange Zeit wurde der Lockdown-Mechanismus bei Gnome eher stiefmütterlich behandelt – bis Pessulus und Sabayon auf der Bildoberfläche erschienen und dem Administrator ein mächtiges Werkzeug zur Konfiguration in die Hand gaben. In den letzten Wochen integrierte der bei Novell angestellte Federico Mena Quintero das Lockdown-Programm Pessulus in Sabayon. Der Benutzerprofil-Editor Sabayon erstellt systemweite, auf die Bedürfnisse eines Unternehmens zugeschnittene Profile erstellt. Dies geschieht innerhalb einer interaktiven Gnome-Sitzung, die in einem eingebetteten Fenster läuft. Einzelne Einstellungen, die als GConf-Werte gespeichert sind, ändern Sie beliebig über die bequeme Administrationsoberfläche. Neu hinzu kommt in Gnome 2.20 die Möglichkeit, Änderungen an den OpenOffice-Komponenten vorzunehmen. Damit unterstützt Sabayon jetzt eine breite Palette von Programmen, darunter Mozilla/Firefox und selbstverständlich Gnome-Anwendungen.

Design-Schmiede

Den Interface-Designer Glade (siehe Abbildung 14) gibt es seit den frühen Gnome-Versionen. Der Programmierer schraubt mit ihm per Drag & Drop grafische Frontends zusammen, wodurch sich der Zeitaufwand beträchtlich minimiert. Glade ist in der Version 3.4 ein Stück erwachsener geworden: Viele bisher freischwebenden Fenster – darunter die Werkzeuge, der Editor und das Palettenfenster – docken sich an das Hauptfenster an. Interessierte Entwickler finden unter [8] mehr Informationen zu dem hervorragenden GUI-Werkzeug.

Abbildung 14: Mit Glade stellen Entwickler innerhalb kürzester Zeit sehr komplexe Oberflächen zusammen.

Informationen für alle

Bereits in der Vergangenheit standen unter http://developer.gnome.org/ ausführliche Informationen zur API und Dokumentationen zu Usability-Studien für Übersetzer und das Dokumentationsteam bereit. Die neue Seite http://library.gnome.org/ wartet mit einem noch größerem Umfang an Benutzer- und Entwicklerdokumentation auf. Wiederum geht die Seite aus den Anstrengungen des "Google Summer of Code" hervor. Die zukünftige Anlaufstelle enthält eine laufend aktualisierte Dokumentation, die teilweise sogar schon ins Deutsche übersetzt ist.

Zukunft

Die nächsten sechs Monate bleiben für Gnome spannend. Die auf den Weg gebrachte Mobile-Initiative dürfte mit dem Neo1973 [9] und Nokias N770/N800 [10] erste Früchte tragen. Für den Desktop sammeln die Entwickler derzeit wieder Ideen: So soll der Gnome-VoIP-Client Ekiga [11] eine überholte Benutzerschnittstelle und SIP-Präsenz-Unterstützung bekommen.

Die Aufräumarbeiten im Kontrollzentrum und bei den Bibliotheken rangieren weiter ganz oben auf der Prioritätenliste und versprechen einerseits eine intuitivere Bedienung und andererseits geringen Ressourcenverbrauch. Das Panel bekommt eine verbesserte API für Entwickler spendiert, und was für den Anwender noch wichtiger ist: Dadurch lassen sich auch Applets einfacher anordnen. Das Administrationswerkzeug Sabayon steht ebenfalls auf der Liste der zu verbessernden Anwendungen, wobei man in diesem Zusammenhang auch das derzeit in der Entwicklung stehende VNC-Programm Vinagre [12] nicht zu vergessen darf.

Die Liste der geplanten Änderungen für das im März erscheinende Gnome 2.22 ist bereits sehr lang: Daher schadet ein Besuch auf der Roadmap-Seite [13] sicherlich nicht.

Glossar

Poppler

Poppler ist ein Fork der Xpdf-Bibliothek und wird unabhängig davon weiterentwickelt. Sowohl Gnome als auch KDE verwenden die Bibliothek für deren Anwendungen.

WebDAV

Web-based Distributed Authoring and Versioning. Offener Standard zur Bereitstellung von Dateien via Internet. Bei WebDAV handelt es sich um eine Erweiterung von HTTP/1.1, die das Übertragen kompletter Verzeichnisse ermöglicht.

WPA

Wi-Fi Protected Access. Eine bislang als sicher geltende Methode zur Verschlüsselung des Datenverkehrs in drahtlosen Netzen. Im Gegensatz zu WEP (Wired Equivalent Privacy), das relativ einfach zu entschlüsseln ist, schützt WPA das Netzwerk zusätzlich durch dynamische Schlüssel.

SIP

Das von der IETF entwickelte Session Initiation Protocol dient zum Aufbau einer Kommunikationssitzung zwischen mehreren Teilnehmern und findet Einsatz im Bereich der IP-Telefonie.

Infos

[1] Gnome-Homepage: http://www.gnome.org/

[2] XFCE-Desktop: http://www.xfce.org/

[3] Wikipedia-Eintrag zu XMP: http://de.wikipedia.org/wiki/Extensible_Metadata_Platform

[4] Tracker-Homepage: http://www.tracker-project.org/

[5] Beagle-Homepage: http://www.beagle-project.org/

[6] Gedit erweitern: Christian Meyer, "Textmaschine", LinuxUser 02/2007, S. 67

[7] Google Summer of Code: http://live.gnome.org/SummerOfCode2007

[8] Oberflächendesigner Glade: http://glade.gnome.org/

[9] OpenMoko (Neo1973): http://www.openmoko.org/

[10] Maemo-Änderungen: http://live.gnome.org/Maemo/Gtk210Changes

[11] Ekiga-Homepage: http://www.ekiga.org/

[12] Vinagre-Homepage: http://www.gnome.org/projects/vinagre/

[13] Roadmap zu Gnome: http://live.gnome.org/RoadMap

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