Einfach bearbeiten

Der mit einer fortschrittlichen Plugin-Infrastruktur ausgestattete Gnome-Texteditor Gedit [6] besticht in der neuen Version in erster Linie durch die verbesserte Syntaxhervorhebung. Sie verdankt er der neue Gtksourceview2-Bibliothek, die den Vorgänger nach rund zwei Jahren ablöste. Die neue Engine erkennt nun beispielsweise in HTML eingebettete Skriptsprachen wie Python oder Ruby und ist schlau genug, Dollarzeichen innerhalb von \verbatim-Umgebungen (siehe Abbildung 2) richtig zu interpretieren. Andere moderne Editoren scheitern hier kläglich und färben den Text falsch ein. Waren Sie bisher von einem anderen Editor bestimmte Syntax-Farbschemata gewohnt, müssen Sie sich mit Gedit nicht umstellen: Der Editor stellt vier verschiedene Varianten bereit, die Sie nach Belieben ergänzen.

Abbildung 2: Der Texteditor Gedit bietet mit seiner fortschrittlichen Syntaxhervorhebung jedem anderen modernen Editor Paroli.

Einfach angucken

Haben Sie bisher auf Adobe Reader gesetzt, um PDF-Dateien zu betrachten und Formulare auszufüllen, bietet sich Ihnen jetzt die Chance, das Schwergewicht ein für allemal von Ihrer Festplatte zu verbannen: Der auf der Poppler-Bibliothek basierende Dokumentbetrachter Evince steht Ihnen in der neuen Version bei dieser Tätigkeit zur Seite (siehe Abbildung 3). Ein Projekt im Rahmen des letzten "Google Summer of Code" [7] versorgte Evince mit Forms-Unterstützung. Das Speichern von eingebetteten Bildern in einem PDF-Dokument beherrscht das Programm ebenso wie das Drucken von mehreren Seiten pro Blatt.

Abbildung 3: Evince beherrscht als einer von wenigen freien Dokumentbetrachtern das Ausfüllen von Formularen.

Deutliche Verbesserungen gab es auch beim Bildbetrachter Eye of Gnome (EoG). Durch einen Rewrite des Kerns läuft er stabiler und schneller als der Vorgänger, kommt mit einem neuen Eigenschaftendialog für Bilder (siehe Abbildung 4) daher und bietet wie Nautilus jetzt XMP-Unterstützung. Neu ist auch die Möglichkeit, ein geöffnetes Bild zu Manipulationszwecken aus der Anwendung heraus zu starten (siehe Abbildung 5). Der überarbeitete Eigenschaftendialog gibt Informationen und Metadaten über Bilder preis.

Abbildung 4: Der Eigenschaftendialog von Eye of Gnome gibt Auskunft über das aktuelle Bild.
Abbildung 5: Das Bearbeiten mit anderen Programmen, wie etwa Gimp, stoßen Sie jetzt direkt aus EoG an.

Yelp, der Hilfebrowser von Gnome, steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite, wenn Sie bei der Bedienung eines Programms nicht mehr weiter wissen. Die Dokumentation einiger Anwendungen ist bereits auf Deutsch verfügbar, eine komplette Lokalisierung fehlt allerdings derzeit noch. Zur besseren Integration tragen die dem gegenwärtig gewählten Thema angepassten Farben bei. Kürzere Wartezeiten verspricht das intelligentere Laden der Handbücher: Statt das ganze Dokument vorab in den Speicher zu schieben, lädt Yelp nur einzelne Seiten und zeigt sie an (siehe Abbildung 6).

Abbildung 6: Der Hilfe-Browser Yelp arbeitet in der neuen Version schneller und bereitet Hilfeseiten schöner auf.

Die Notizzettelverwaltung Tomboy entstand als Ersatz für die in die Jahre gekommene "Klebezettelverwaltung". Alte Daten brauchen Sie nicht erst mühselig neu zu schreiben, da Tomboy sie problemlos importiert. Die Entwickler ergänzten das Programm um zwei nützliche Funktionen: Zur Synchronisation von Notizen kommuniziert Tomboy via WebDAV oder SSH mit einem Server, um Notizen zwischen zwei Rechnern abzugleichen. Datenverlust und Konflikte beim Merge-Prozess vermeidet ein intelligenter Algorithmus dabei so gut wie möglich. Zudem zeigt Tomboy zuvor geöffnete Notizen bei einem Neustart automatisch wieder an.

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