Anschubhilfe
LaTeX-Dokumentensatz mit Texmaker
Unterstützung beim Verfassen des Inhaltes
Insbesondere in stark theorielastigen Publikationen wimmelt es oft förmlich von griechischen Buchstaben und mathematischen Formeln. Langjährige LaTeX-Nutzer wissen, wie sie bestimmte Sonderzeichen erzeugen, doch kaum jemand kennt alle verfügbaren Zeichen. Ein Blick auf die linke untere Ecke des Texmaker-Fensters ersetzt hier das Nachschlagewerk: Dort finden Sie mehrere Karteireiter, die unterschiedliche Symbole thematisch geordnet anzeigen. Ein Klick auf ein Symbol fügt den entsprechenden Steuercode ins Dokument ein. Auch hier achtet Texmaker nicht darauf, ob Sie das Zeichen im Mathematikmodus verwenden.
Eine echte Hilfe für den Umgang mit komplexen Dokumenten böte ein Formeleditor – den sucht man jedoch vergeblich. Zwar gibt es eine Werkzeugleiste mit Vorlagen für Brüche, Quadratwurzeln, Fußnoten und Hochstellungen, für komplexe Formeln müssen Sie aber dennoch vor dem inneren Auge oder auf einem Blatt Papier entwerfen.
Deutlich besser sieht es beim Formatieren von Text aus: Das eingangs erwähnte Fetten von Textteilen funktioniert auf Mausklick. Einfach den gewünschten Text markieren und auf den Knopf mit dem B klicken. Ähnlich leicht gelingt das Ändern der Textausrichtung oder der relativen Schriftgröße des Fließtextes.
Ein großes Plus von Texmaker: Er analysiert die Dokumentenstruktur stellt sie als Baumstruktur dar. Fügen Sie beispielsweise über die Auswahlliste PART ein Kapitel ein, so erscheint ein Eintrag in der Dokumentenstruktur. Ebenso verfährt das Programm mit einem Unterabschnitt. Allerdings aktualisiert die Software die Baumstruktur nicht automatisch, sodass die Ankerpunkte im Text schon nach dem Einfügen einer Zeile Text nicht mehr gelten. Abhilfe schafft hier nur das manuelle Aktualisieren über Editieren | Struktur neu aufbauen.
Sehr nützlich ist die Möglichkeit, durch Anklicken von Zeilen im Ausgabefenster (unten) direkt im Dokument an die entsprechende Stelle zu springen. Das vereinfacht das Debuggen von LaTeX-Dokumenten ungemein.
Fazit
Das Erstellen von Dokumenten mit LaTeX fällt in der Regel deutlich komplizierter aus, als in diesem Beispiel beschrieben. Texmaker unterstützt auch das Verwalten von bibliographischen Daten, die Sie mittels BibTeX verarbeiten. Auch auf Pstricks- oder Metapost-Kommandos versteht sich das Tool. Beim Experimentieren mit diesen Funktionen zeigt sich, dass Texmaker nicht prüft, ob der Dokumentenaufbau stimmig ist. Pstricks funktionieren beispielsweise nicht in Kombination mit Pdflatex. Dennoch erlaubt Texmaker derartige Kombinationen widerspruchslos. Der angezeigte Fehler im Ausgabetext der aufgerufenen externen Programme erschließt sich nur dem Eingeweihten.
Ganz ohne LaTeX-Kenntnisse erscheint Texmaker relativ nutzlos. Haben Sie sich jedoch ein paar Grundkenntnisse angeeignet, so vereinfacht das Tool die tägliche Arbeit mit dem Dokumentensatzsystem deutlich. Ausgangsdokumente legen Sie mittels Assistenten an, und das Nachschlagen von Kommandos für Sonderzeichen entfällt dank der integrierten Zeichentabellen. Für den Einstieg in LaTeX [3] bildet Texmaker also einen guten Ausgangspunkt.
[1] Texmaker-Homepage: http://www.xm1math.net/texmaker/
[2] Texmaker-Download: http://www.xm1math.net/texmaker/download.html
[3] Heike Jurzik: "Gutenberg am Rechner", LinuxUser 09/2002, S. 43 ff. http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/09/043-latex/



