Anschubhilfe
LaTeX-Dokumentensatz mit Texmaker
Frisch ans Werk
Als ersten Schritt beim Erstellen von LaTeX-Dokumenten legen Sie meist fest, welche Art von Dokument, etwa einen Artikel oder ein Buch, Sie erstellen möchten. Wer häufiger mit LaTeX arbeitet weiß, dass sich die dazu notwendigen LaTeX-Befehle vergleichsweise schwer einprägen, da sie nur einmal pro Dokument einzutippen sind. Die Lösung besteht dann meist aus dem Behelf, diese aus einem bereits geschriebenen Dokument zu übernehmen. Einfacher geht es mit dem Assistenten (Abbildung 6), den Sie über Assistenten | Assistent für ein neues Dokument aufrufen. Das klappt aber nur, wenn Sie ein altes Dokument öffnen oder eine neue LaTeX-Datei erzeugen.
Als Dokumentenklassen stehen article, report, letter und book zur Vorauswahl per Drop-Down-Menü bereit. Bei der Grundschriftgröße stehen 10pt, 11pt und 12pt zur Auswahl, beim Papierformat zwischen wählen Sie zwischen a4paper, a5paper, b5paper, letterpaper, legalpaper, executivepaper. Desweiteren legen Sie hier die Zeichenkodierung des Dokuments fest. Das sollten Sie vor allem dann beachten, wenn Sie beispielsweise Umlaute direkt eingegeben möchten. In dem Fall sollte das Encoding der jeweils verwendeten Linux-Distribution entsprechen. Bei aktuellen Distributionen liegen Sie mit UTF8 richtig.
Via Checkbox binden Sie sowohl die AMS-Pakete, die häufig im mathematischen Umfeld zum Einsatz kommen, als auch das Makeidx-Paket ein, das das Erstellen von Stichwortverzeichnissen ermöglicht. Darüber hinaus erlaubt der Dialog die Eingabe von Titel und Name des Autoren. Zusätzlich bietet der Assistent verschiedene gängige Dokumentenoptionen an, wie beispielsweise eine, mit der Sie ein Dokument erzeugen, bei dem im Ausdruck Vorder- und Rückseite eines Papier zu bedrucken wären.
Mehrere dieser Optionen wählen Sie aus, indem Sie [Strg] gedrückt halten und mit der Maus die entsprechenden Einträge in der Liste anwählen. Bei Bedarf erweitern Sie die Liste Andere Optionen manuell. Hierzu dient der Knopf mit dem Pluszeichen neben dem Listenfeld. Ähnliche Knöpfe existieren im Assistenten zum Erweitern der Dokumentenklassen, der Schriftgrößen und der Zeichenkodierungen.
Das Listing 1 zeigt den auf diese Weise erzeugten LaTeX-Code. Spätere Änderungen daran müssen Sie aber manuell im Dokument vornehmen. Ein erneuter Aufruf des Dokumentenassistenten ist zwar möglich, fügt aber lediglich ein weiteres Dokumentenskelett in das bestehende ein. LaTeX moniert dies dann beim nächsten Aufruf entsprechend.
\documentclass[10pt,a4paper,twoside,draft]{article}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage{ucs}
\usepackage{amsmath}
\usepackage{amsfonts}
\usepackage{amssymb}
\usepackage{makeidx}
\author{Hagen Höpfner}
\title{Mein erstes LaTeX-Dokument}
\begin{document}
\end{document}
Briefschreibern bietet Texmaker unter Assistenten | Brief-Assistent einen weiteren Assistenten (Abbildung 7). Er beschränkt sich auf die Wahl der Schriftgröße, des Papierformats, der Zeichenkodierung und dem Ein- oder Nichteinbinden der AMS-Pakete. Diese Listen kann man leider nicht erweitern, sie übernehmen auch keine Ergänzungen aus dem Dokumentenassistenten. Listing 2 zeigt ein mit dem Assistenten erzeugtes Briefskelett.
\documentclass[10pt,a4paper]{letter}
\usepackage[utf8]{inputenc} \usepackage{ucs}
\usepackage{amsmath}
\usepackage{amsfonts}
\usepackage{amssymb}
\address{your name and address}
\signature{your signature}
\begin{document}
\begin{letter}{name and address of the recipient}
\opening{saying hello}
write your letter here
\closing{saying goodbye}
%\cc{Cclist}
%\ps{adding a postscript}
%\encl{list of enclosed material}
\end{letter}
\end{document}
Strukturelle Assistenz
Nicht nur bei der Definition der Dokumente, sondern auch beim Schreiben des eigentlichen Inhalts gibt es unzählige Möglichkeiten, die wohl sehr wenige LaTeX-Nutzer aus dem Stegreif auswendig wissen. Dazu zählen unter anderem das Einbinden von Bildern, das Erzeugen von Tabellen oder Matrizen und das Setzen von Tabulatoren. Bei Grafiken und Bildern bietet Texmaker keine große Hilfe – für die anderen drei Aufgaben hingegen existieren Assistenten, die Sie im Menü Assistenten finden.
Der in Abbildung 8 dargestellte Tabellenassistent erscheint nur bedingt ausgereift. Zwar erlaubt er die Eingabe der Anzahl an Spalten und Zeilen, die gewählte Ausrichtung gilt aber für alle Spalten. Per Assistent schaffen Sie es also nicht, eine linksbündige und eine rechtsbündige Spalte in einer Tabelle zu definieren. Für den horizontalen Zeilentrenner existiert eine Checkbox; ist sie aktiviert, fügt das Programm zwischen den Zeilen ein \hline ein.
Als vertikale Trenner kommen einfache oder doppelte Linien sowie frei definierter Text in Frage. Letzteren geben Sie aber nicht im Assistenten ein, sondern erst anschließend im Dokument. Mit None schalten Sie den vertikalen Trenner ab. Damit erschöpfen sich damit die Möglichkeiten des Tabellenassistenten bereits. Komplexere Tabellenstrukturen, bei denen etwa einzelnen Spalten einer Zeile mehrere Spalten der nächsten Zeile überspannen, sieht das Tool nicht vor.
Der Assistent zum Setzen von Tabulatoren fällt eher spartanisch aus (Abbildung 9). Er erlaubt die Eingabe der Spalten- und Zeilenanzahl sowie der Tabulatorweite (Abstand). Jedoch erzeugt Texmaker aus der Eingabe beim Abstand in LaTeX lediglich einen horizontalen Abstand \hspace{}. Die passende Weitenangabe in den geschweiften Klammern, wie 10cm oder 5em, müssen Sie von Hand einfügen. Des Weiteren setzt der Assistent die Tabs immer gleich lang. LaTeX beherrscht jedoch sehr wohl zum Beispiel das Ausrichten von Tabulatoren am Text.
Der Matrix-Assistent (Abbildung 10) verhält sich im Wesentlichen genau wie der Tabellenassistent, erlaubt aber die Auswahl der gewünschten Matrix-Umgebung. Zur Auswahl stehen array, matrix, pmatrix, bmatrix, vmatrix und Vmatrix. Den entsprechenden LaTeX-Code setzt der Matrix-Assistent an die Stelle im Dokument, an der der Cursor steht. Er ignoriert aber, dass Matrizen nur in der Mathematik-Umgebung zulässig sind. Die entsprechenden Dollar-Zeichen müssen Sie also manuell ergänzen.



