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Wireless-Tools

Drahtlos glücklich

Sonne, Pool, Laptop, ein offenes WLAN und die Wireless-Tools – mehr braucht es nicht, um eine verspätete Folge von "Zu Befehl" aus dem Urlaub zu schicken.

Die Wireless-Tools [1] umfassen eine Reihe von Kommandozeilenprogrammen, die nicht nur Informationen über WLANs liefern, sondern auch drahtlose Verbindungen konfigurieren. Mit im Gepäck sind:

  • iwconfig – zeigt Informationen über WLAN-Interfaces und konfiguriert diese auch,
  • iwlist – gibt Auskunft über eigene Möglichkeiten und WLAN-Netze in der Umgebung,
  • iwgetid – zeigt wie iwconfig Infos über die vorhanden Schnittstellen, bietet aber keine Konfigurationsmöglichkeiten,
  • iwpriv – stellt verschiedene treiberspezifische Parameter ein,
  • iwspy – sammelt Informationen anderer WLAN-Clients und
  • iwevent – beobachtet WLAN-Interfaces.

Sie finden diese Programmsammlung als Paket wireless-tools in den Repositories Ihrer Distribution, auf einem Rechner mit erkannter WLAN-Schnittstelle ist es in der Regel bereits installiert. Bei einigen Distributionen enthalten die Wireless-Tools außerdem das Programm ifrename. Debian-Anwender installieren das Werkzeug über das gleichnamige Paket nach.

Voraussetzung für den Einsatz der hier vorgestellten Programme ist, dass Sie den Treiber für die WLAN-Karte bereits installiert und geladen haben.

Infos sammeln mit Iwconfig

Iwconfig arbeitet ähnlich wie ifconfig: Ohne weitere Angaben aufgerufen, zeigt sich iwconfig äußerst informativ und präsentiert zahlreiche Angaben über Netzwerkschnittstellen im Terminalfenster. Abbildung 1 zeigt die Ausgabe auf einem Laptop mit lo als Loopback-Interface, eth1 als normaler Netzwerkkarte und eth0 als WLAN-Interface.

Abbildung 1: WLAN-Parameter abfragen und auch verändern – iwconfig hilft.

Es besteht eine Verbindung zum Netzwerk cretablue, die WLAN-Karte meldet sich unter dem Namen Broadcom 4318. Der Access Point für das Netz cretablue selbst verrät neben seiner MAC-Adresse auch, dass er im Managed Mode läuft. Möchten Sie die anderen Schnittstellen in der Ausgabe ausblenden, so rufen Sie iwconfig direkt unter Angabe des gewünschten Interfaces auf, zum Beispiel:

/sbin/iwconfig eth0

Der Systemverwalter root kann das Kommando ohne Pfadangabe verwenden, da bei ihm /sbin im Pfad liegt.

Interface einrichten

Außer der Angabe des Netzwerkinterfaces versteht iwconfig weitere Aufrufoptionen, die Sie einfach an den gezeigten Befehl anhängen. Die folgenden Kommandos verändern eine bestehende Konfiguration und erfordern daher Root-Rechte. Um sich beispielsweise zu einem anderen Netzwerk zu verbinden, geben Sie hinter iwconfig und dem Interface-Namen eine entsprechende ESSID an:

iwconfig eth0 essid "Strand Cafe"

Enthält der Netzwerkname Leer- oder andere Sonderzeichen, schließen Sie ihn in doppelte Hochkommas ein. Besitzt das Netz einen WEP-Schlüssel hängen Sie diesen über die Option key an. Dazu tippen Sie entweder den Schlüssel in Hexadezimalschreibweise oder geben direkt das WEP-Passwort an. Diesem stellen Sie ein s: voran, zum Beispiel:

iwconfig eth0 essid "Strand Cafe" key s:IceCreamRocks

Falls erforderlich, können Sie weiterhin den verwendeten Kanal definieren (channel 11), den Modus angeben (zum Beispiel mode Managed oder mode Ad-Hoc und so weiter), den Nickname festlegen, unter dem Sie selbst im Netzwerk sichtbar sind (zum Beispiel nick "Externe Cisco-Karte") und vieles mehr. Eine vollständige Übersicht dazu bietet die Iwconfig-Manpage. Vergessen Sie nach dem Einrichten nicht, eine IP-Adresse zu konfigurieren. In der Regel bieten offene Netzwerke eine automatische Vergabe per DHCP an, sodass Sie als Root das Programm dhclient verwenden können. Auch diesem Tool geben Sie bei Bedarf ein bestimmtes Interface mit (Listing 1).

Listing 1
# dhclient eth0
…
DHCPDISCOVER on eth0 to 255.255.255.255 port 67 interval 8
DHCPDISCOVER on eth0 to 255.255.255.255 port 67 interval 19
DHCPOFFER from 192.168.1.254
DHCPREQUEST on eth0 to 255.255.255.255 port 67
DHCPACK from 192.168.1.254
bound to 192.168.1.72 – renewal in 38488 seconds.

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