Schlanker Unterbau
Linux für betagte Rechner
Verdammt klein
Damn Small Linux (Abbildung 6) basiert auf Knoppix, verbraucht aber nur 50 MByte und passt daher komplett auf eine Mini-CD, beziehungsweise eine CD [14]. Die Distribution läuft bereits auf einem 486er mit 16 MByte Arbeitsspeicher. Allerdings können hier schon bis zu 10 Minuten vergehen, ehe die grafische Oberfläche erscheint [15]. Um einigermaßen vernünftig mit dem System zu arbeiten, brauchen Sie wenigstens einen Pentium 90 mit 128 MByte Hauptspeicher.
Auch Damn Small Linux ist eine Live-Distribution: Auf der Homepage wählen Sie zunächst einen Mirror, wechseln dort in das Verzeichnis current und entscheidet sich unter den zahlreichen Alternativen für die ISO-Datei. Das heruntergeladene Image brennen Sie auf eine CD und booten den Computer mit ihr. Es erscheint ein Startbildschirm, in dem Sie dsl lang=de eintippen, um die deutsche Tastaturbelegung einzuschalten. Bis dahin steht aber nur eine englische Tastatur bereit, das Zeichen [=] finden Sie deshalb auf der Taste rechts neben [ß].
Ab 128 MByte Hauptspeicher läuft DSL vollständig aus dem RAM, wodurch sich die Ladezeiten auf ein Minimum reduzieren. Damit das klappt, hängen Sie an den Befehl im Startbildschirm noch ein toram an, also: dsl lang=de toram.
Als Desktop-System verwendet Damn Small Linux standardmäßig Fluxbox (Abbildung 7). Im Gegensatz zu KDE und Gnome versteckt sich das Startmenü im Kontextmenü der rechten Maustaste. Dort wechseln Sie auch per Switch to JWM zu einer Light-Version des Windowmanagers JVM.
Als Browser kommen Dillo oder Firefox zum Einsatz, die Textverarbeitung übernimmt Ted, ein RTF-Editor, der WordPad unter Windows ähnelt. Die Tabellenkalkulation ist ein Klon von Siag Office, E-Mails verschickt Sylpheed und für die passende Musikuntermalung sorgt XMMS.
Dank Debian-Unterbau holen Sie mit Apt und Synaptic über die bekannten Debian-Repositories weitere Programme auf den Rechner, wie das beliebte aber schwerfällige OpenOffice. Zutritt zu den externen Lagerstätten verschafft das mit MyDSL beschriftete Symbol auf dem Desktop. Die Konfiguration der Hardware geschieht über das DSLpanel.
Eine Installation auf der Festplatte klappt nur, wenn bereits eine Swap-Partition und eine Partition für Damn Small Linux selbst bereitstehen. In diesem Fall wählen Sie aus dem Kontextmenü der rechten Maustaste unter Apps | Tools den Eintrag Frugal Install. Das nun erscheinende Setup-Programm regelt alle weiteren Schritte.
Hundeschule
Puppy Linux gibt es unter [16] im Download-Bereich hinter Puppy Linux Main Release in verschiedenen Geschmacksrichtungen. An der Kombination aus Versionsnummer und Veröffentlichungsdatum erkennen Sie die aktuellste Version. Aber auch zurückliegende Varianten interessieren: Beispielsweise bringt die Puppy Linux 2.15 Community Edition neben einer hübscheren Oberfläche auch zusätzliche Programme mit, die bei Redaktionsschluss in der aktuellen Version (noch) fehlten. Das war zu diesem Zeitpunkt die Version 2.17, die es wiederum in zwei Varianten gibt. Die stärker komprimierte kleine Version (puppy-2.17-seamonkey-fulldrivers.iso) trödelt zwar im reinen CD-Betrieb, später auf der Festplatte spielt dies aber keine Rolle mehr.
Puppy Linux benötigt mindestens einen Pentium 166 und 128 MByte Hauptspeicher. Damit hievt es sich wie Damn Small Linux komplett in den Hauptspeicher (Abbildung 8). Auch die Software-Ausstattungen ähneln sich: Als OpenOffice-Ersatz bringt Puppy Abiword für die Textverarbeitung und Gnumeric für Rechenaufgaben bei. E-Mails versenden Sie über Sylpheed, ins Internet gelangen Sie mit den etwas fetteren Mozilla-Produkten. Zusätzliche Anwendungen laden Sie über das Setup-Symbol auf dem Desktop aus dem Internet nach.
Von Puppy Linux existieren noch ein paar Mutationen für diverse Einsatzzwecke. So passt Murga's 50M Mean Puppy exakt auf eine Mini-CD im Visitenkartenformat. Sie finden alle Derivate in der entsprechenden Download-Sektion unter [16]. Achten Sie aber vor dem Herunterladen darauf, ob sie noch jemand pflegt.



