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Schlanker Unterbau

Linux für betagte Rechner

Zahn der Zeit

Sofern alle genannten Diättipps auf der betagten Hardware nicht fruchten, könnten Sie auf die verwegene Idee kommen, einfach eine ältere Distribution aus dem Schrank zu kramen, etwa ein Suse Linux 7.0. Nehmen Sie davon möglichst Abstand: Zum einen fehlen diesen Distributionen höchstwahrscheinlich wichtige Treiber, zum anderen stopfen die Hersteller schon lange keine Sicherheitslücken mehr, was schwer wiegt, wenn Sie mit dem System ins Internet wollen.

Ausnahmen bilden Distributionen mit Langzeit-Support. Hierzu zählen Ubuntu 6.06 LTS (steht für Long Time Support) und die Suse-Versionen ab 10.0. Novell bietet unter [11] sogar eine Hardware-Datenbank an, welche die noch unterstützten Distributionen auflistet und welche Hardware-Komponenten darunter laufen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Die Hardware-Datenbank verrät, welche älteren Novell-Distributionen welche Hardware unterstützen.

Rentenalter

Alle aktuellen Distributionen, egal ob extrem schlank oder nicht, verlangen mindestens einen 486er-Prozessor. Auch wenn Linux prinzipiell noch auf einem 386er-Prozessor läuft, unterstützt es diese Dinosaurier so gut wie gar nicht mehr. Gleiches gilt für die guten alten Motorola 680x0-Prozessoren, die in den ersten Macintoshs zum Einsatz kamen. Für Linux-Distributionen gilt der PowerPC als das Minimum. In der Intel-Welt erlaubt ein aktuelles Debian immerhin noch den Betrieb auf einem 486er, alle anderen halbwegs modernen Distributionen setzen mindestens einen Pentium oder gleichwertigen AMD-Prozessor voraus.

Wollen Sie dennoch eine derart alte Kiste aufsetzen, müssen Sie bei der Distributionssuche aufpassen: Die Angabe i386 dient häufig schlicht als Synonym für (aktuelle) 32-Bit-Prozessoren von Intel und meint somit nicht immer den eigentlichen 386er-Prozessor.

Spezialisierte Distributionen

Statt den alten Zeiten nachzutrauern, greifen Sie lieber zu einer Mini-Distribution. Diese trimmen die Entwickler von vornherein auf eine schonende Ressourcennutzung. Bei der Suche nach den schlanken Schätzen ist Vorsicht angesagt: Einige von ihnen können Sie zwar herunterladen, aber niemand entwickelt sie weiter. Hierzu zählen etwa HAL-91, Tomsrtbt oder Bonzai Linux. Am besten Sie suchen auf Distrowatch [12] nach den Begriffen mini oder small (Abbildung 5), eine weitere Liste liefert Linuxlinks.com [13]. Dort sollte sich für jeden Geschmack und jeden Anwendungsfall etwas finden. Zu den derzeit beliebtesten zählen in jedem Fall Damn Small Linux (kurz DSL) und Puppy Linux – beide Distributionen finden Sie auch auf der Heft-CD.

Abbildung 5: Das Internetportal Distrowatch führt eine Liste mit nahezu allen derzeit existierenden Linux-Distributionen.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter www.tim-schuermann.de.


Infos zur Publikation

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

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