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Sahnestückchen?

Der Sechs-Watt-PC

Umrüsten

Auf dem Linutop läuft eine optimierte Version der Xubuntu-Live-CD. Sie speichert die über den Configurator getroffenen Einstellungen sowie den Inhalt des Home-Verzeichnisses beim Herunterfahren auf dem USB-Stick. Über den vorhandenen Paketmanager Synaptic lassen sich auch individuelle Anwendungen nachrüsten, diese gehen jedoch beim Ausschalten des Linutop verloren. Wie sich im Test außerdem erweist, zwingen das parallele Ausführen mehrerer Anwendungen, insbesondere in Kombination mit Multimedia-Aktivitäten, den 433-MHz-Prozessor schnell in die Knie (Abbildung 3).

Abbildung 3: Beim parallelen Ausführen von mehreren Anwendungen und insbesondere beim Multimedia-Einsatz gerät der Linutop unter Ubuntu sehr schnell ins Schwitzen.

Das legt den Wunsch nahe, die eigentlich knuffige Hardware mit einem weniger ressourcenhungrigen Linux-Derivat zu betreiben, dessen Live-Version sich problemlos auf USB-Sticks ansiedeln lässt und auch die dauerhafte Nachinstallation individueller Anwendungen erlaubt. Dieses Anforderungsprofil führt schnell zu Damn Small Linux [2], das sich auch tatsächlich nach der menügesteuerten Einrichtung via Live-CD auf dem USB-Stick als probater Ersatz für das mitgelieferte Xubuntu erweist (Abbildung 4) und auch beim parallelen Abarbeiten mehrerer Aufgaben nicht ins Schwimmen gerät.

Abbildung 4: Eine in doppelter Hinsicht leistungsfähige Alternative bietet der Einsatz von Damn Small Linux auf dem Linutop. Hier lassen sich auch Anwendungen dauerhaft nachinstallieren.

Fazit

Insgesamt erweist sich der Linutop als gelungene Idee, die der Hersteller aber nicht gleichermaßen gelungen umgesetzt hat. Da man im Heimeinsatz meist alle vier USB-Ports des Systems belegt (Tastatur, Maus, USB-Stick, externe Festplatte), wären sie an der Geräterückseite besser untergebracht. Wer zusätzliche Peripherie anschließen will, muss darüber hinaus zu einem USB-Hub greifen. Unangenehm fällt auch das Fehlen eines Netzschalters auf. Am mitgelieferten Betriebssystem sollte Linutop noch einige Nacharbeit erledigen, um den eigentlich ausreichend leistungsstarken Prozessor der Appliance noch von überflüssigen Tasks zu entlasten.

Mit einem entschlackten Betriebssystem versehen, macht die Arbeit mit der lautlosen kleinen Kiste aber viel Spaß, wenn es nicht gleich ans Audio/Video-Authoring gehen muss. Der Linutop arbeitet jedoch durchaus auch anspruchsvollere Anwendungen wie etwa OpenOffice ab. Ein Schnäppchen ist er aber nicht gerade: Der Linutop kostet stolze 335 Euro, hinzu kommen noch einmal 28 Euro Versandkosten.

Infos

[1] Linutop: http://www.linutop.com

[2] Damn Small Linux: http://www.damnsmalllinux.org

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Jörg Luther

Jörg Luther

Jörg Luther arbeitet seit 1995 als IT-Journalist. Seine Vorliebe für das freie Betriebssystem lebt er privat in der LUG Erding und beruflich seit 2004 als Chefredakteur des LinuxUser aus.

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