Green Computing muss nicht im Rechenzentrum Halt machen: Auch im heimischen Einsatz lässt sich trefflich Strom sparen, passt man die Hardware dem Verwendungszweck an. Wer nur surfen, mailen und gelegentlich einmal einen Brief verfassen möchte, braucht keinen stromfressenden Fullsize-PC, sondern kommt auch mit einem schlankeren System zurecht.
In diese Geräteklasse fällt auch der Linutop des gleichnamigen französischen Startups [1]. Die minimalistische, lüfter- und festplattenlose Appliance in Postkartengröße (15 x 9,3 x 2,7 cm) bringt als Betriebssystem erfreulicherweise Linux mit: Vom beigelegten 1 GByte großen USB-Stick bootet ein nahezu unverändertes Xubuntu 6.10 Live ("Linutop 1.1.2") mit minimalen Anpassungen für die Hardware. In einem schicken Alu-Gehäuse untergebracht, wiegt der Mini-PC gerade einmal 280 Gramm.
Linutop – Technische Daten
| CPU | AMD Geode LX700 (433 MHz) |
| Speicher | 256 MByte RAM, 512 MByte Flash |
| Grafik | VGA (1024 x 768, 1280 x 1024) |
| Massenspeicher | USB-Stick 1 GByte |
| Schnittstellen | 4 x USB 2.0, 100Base-T, Audio In & Out |
| Stromversorgung | 9 V x 1,5 A (6 W) |
| Maße und Gewicht | 27 x 150 x 93 x 27 mm, 280 g |
| Betriebssystem | Linutop 1.1.2 (Xubuntu 6.10) |
| Anwendungen | Abiword 2.4.5, Evince 0.5.2, Firefox 2.0.0.1, Gaim 2.0.0 Beta 3.1, GCalctool 5.8.24, GXine 0.5.7 |
| Preis | 334,88 Euro zzgl. 28 Euro Versandkosten |
Hochintegriert
Der Linutop basiert auf einer mit 433 MHz getakteten Geode-LX700-CPU von AMD, deren integrierter Grafikchip es auf eine Auflösung von maximal 1280 x 1024 Pixeln bringt. 256 MByte Arbeitsspeicher lassen genügend Raum für Betriebssystem und auch anspruchsvollere Anwendungen.
Zum Anschluss von Tastatur, Maus und Peripherie dienen vier frontseitig angebrachte USB-2.0-Ports. Ebenfalls auf der Vorderseite finden sich daneben noch Buchsen für Kopfhörer und Mikro. Die Rückseite bleibt dagegen bis auf einen Fast-Ethernet-Port, den VGA-Monitoranschluss und die Buchse für das externe Netzteil relativ leer (Abbildung 1). Letzteres versorgt den kleinen Rechner bei 9 Volt mit 1,5 Watt – der Verbrauch des Linutop liegt also bei sparsamen 6 Watt. Einen Netzschalter sucht man am Gehäuse vergebens – schade, so muss man jedesmal den Netzstecker ziehen, um die kleine Kiste tatsächlich abzuschalten.
Um den Linutop in Betrieb zu nehmen, verbindet man ihn mit Netzwerk und Monitor, stöpselt frontseitig USB-Tastatur und -Maus sowie den mitgelieferten USB-Stick mit dem vorinstallierten Betriebssystem ein und steckt zu guter Letzt das Netzteil ein. Der Mini-PC bootet daraufhin das Betriebssystem ins RAM und präsentiert ohne weitere Anmeldung einen aufgeräumten Desktop, auf dem sich neben Icons für Web (Firefox 2.0.0.1) und Chat (Gaim 2.0.0 Beta 3.1) auch ein Documents-Ordner findet. Er verweist auf das Heimatverzeichnis des automatisch angemeldeten Standardbenutzers ubuntu.
Heimisch werden
Für das weitere Anpassen des Geräts empfiehlt es sich, den mitgelieferten USB-Stick als Sicherheitskopie zu erhalten und von einem duplizierten Medium zu arbeiten. Dafür spricht nicht zuletzt auch, dass auf dem mitgelieferten 1-GByte-Stick nur etwa 400 MByte Platz für eigene Daten bleiben – ein größerer USB-Stick schafft hier mehr Platz. Für das Klonen des Mediums gibt es sogar ein eigenes Kommandozeilenwerkzeug namens lusm, sodass auch Einsteiger problemlos damit klarkommen. Für das Anpassen der Tastaturbelegung, Lokalisierung, Zeitzone und Bildschirmauflösung bringt der Linutop den Linutop Configurator mit, der beim ersten Booten automatisch erscheint. Andere "deutsche" Tastatureinstellungen als die in Abbildung 2 gezeigte führen übrigens zur Einrichtung einer AZERTY- oder AZERTW-Tastatur – hier fehlen wohl noch die notwendigen Dateien für nodeadkeys und ähnliches.


