Aufmacher

Rechtschreibtrainer aus dem Hause Duden

Setzen, gut gemacht

Wer sich noch nicht mit der neuen deutschen Rechtschreibung vertraut gemacht hat, sollte keine Zeit verlieren, denn seit kurzem ist das neue Regelwerk verbindlich. Zeit also, sich Hilfsmittel zur Hand zunehmen, wie zum Beispiel den Duden-Rechtschreibtrainer.

In LinuxUser 07/2007 testeten wir den Brockhaus Multimedial Premium der Bifab AG [1] und brachten große Mängel in Hinsicht auf die Linux-Tauglichkeit zu Tage. Seit Mitte Juli des Jahres vertreibt der gleiche Hersteller den Rechtschreibtrainer (siehe Kasten Produktinformationen), der ebenfalls unter Linux laufen soll.

Seit 1. August 2006 gelten neue Regeln in der deutschen Orthografie und am am 1. August 2007 endete die Übergangsfrist, in der Abweichungen vom Regelwerk erlaubt waren. Unschlagbare Argumente sich spätestens jetzt mit der neuen deutschen Rechtschreibung zu befassen.

Das Produkt

Die Software kommt auf einer CD, die in einem handlichen Karton untergebracht ist. Auf der Box findet sich ein Aufdruck mit den Systemvoraussetzungen für Linux, Apple Macintosh und Windows. Damit der Rechtschreibtrainer unter dem freien Betriebssystem läuft, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Pentium III 800 MHz, 50 MByte freier Festplattenplatz, 256 MByte RAM und ein gängiger" Internetbrowser. Als Distributionen gibt der Hersteller die angestaubten Versionen von Suse 10.x, Fedora Core 4, Mandriva 2006 und Ubuntu 5.10 als Mindestanforderungen an. Den vom Produzent angegebenen Leistungsumfang des Programms finden Sie in der Tabelle "Alle Funktionen im Überblick".

Alle Funktionen im Überblick

Eingangstest
6 Themenbereiche mit insgesamt 35 Modulen
78 Übungsseiten mit Multiple Choice, Lückentext und Drag & Drop nach jedem abgeschlossenem Bereich
Anzeige des Lernfortschritts
Abschlusstest mit Zertifikat
89 Kurzregeln

Installation

Ein einseitiger Flyer innerhalb der CD-Hülle beinhaltet die Schnellstartanweisungen für die Installation unter Linux, Mac OS X und Windows. Lediglich vier Zeilen der Anleitung geben Auskunft, wie Sie als Anwender die Software unter Linux starten. Daneben enthält die CD eine Liesmich-Datei, die aber keine weiteren Erkenntnisse verschafft.

Laut dem Einleger in der Hülle brauchen Sie lediglich zwei Dinge zum Start der Installation zu tun: Datenträger ins Laufwerk einlegen und Installer über die Datei install.sh starten. Mit etwas Argwohn testen wir diese einfachen Schritte unter OpenSuse 10.2. Und tatsächlich funktionierte die Anleitung auf Anhieb. Der Installer startete und begrüßte uns mit einem Willkommen. Der Erfolg bleibt keine Eintagsfliege und funktioniert ebenfalls auf einem System mit Suse 10.1 ohne Probleme. Etwas überrascht ob der Funktionsfähigkeit, folgten die Versuche mit den Ubuntu-Versionen 5.10 ("Breezy Badger") und 7.04 ("Feisty Fawn"). Und prompt stellte sich die erste Enttäuschung ein: Unter beiden Systemen gelang es nicht, den Installer wie angegeben zu starten. Das System weigerte sich mit einer Fehlermeldung (Abbildung 1). Prinzipiell eine katastrophale Situation und ein Armutszeugnis für die Entwickler, denn ohne Installation funktionieren nicht einmal Teilkomponenten des Softwarepakets.

Abbildung 1: Ohne weiteres Zutun funktioniert der Installer unter Ubuntu nicht.

Trotz der Fehlermeldung gelang es nach einer Analyse der Meldung, den Installer wie beschrieben zu starten. Dazu ist ein kleiner Workaround notwendig, der daraus besteht, die CD mit geeigneten Parameter in das System einzubinden. Ubuntu mountet CDs/DVDs automatisch mit der Option noexec und verhindert somit das direkte Ausführen von Binärdateien auf dem Medium (genauer: Dateisystem). Gehen Sie wie folgt vor, um den Installer zu starten:

  • Schließen Sie alle Anwendungen, die auf das CD/DVD-Laufwerk zugreifen und verlassen Sie im Terminal/Konsole den Pfad des Laufwerks.
  • Hängen Sie das Medium mit dem Befehl umount /dev/Devicename aus. Passen Sie Devicenamen an Ihre Systemkonfiguration an. Benutzen Sie eine IDE-Festplatte, so heißt Ihr CD/DVD-Device in den meisten Fällen /dev/hdc. Verwenden Sie hingegen eine SATA-Festplatte, tragen Sie das Device /dev/hda ein.
  • Binden Sie das Medium als Root mit dem Befehl sudo mount /dev/Devicename -t iso9660 -o ro,exec,nosuid,nodev /media/cdrom in Ihr System ein. Von Bedeutung ist hierbei die Option exec, die es erlaubt, im nächsten Schritt das Installationsskript auf dem Medium auszuführen.
  • Wechseln Sie jetzt in das Wurzelverzeichnis der CD (cd /media/cdrom) und starten die Installation mit dem Befehl ./install.sh in einem Terminal.

Die Installation erfolgt grafisch und ist auf einem Computer mit moderner Hardware in weniger als fünf Minuten beendet. Nach der Begrüßung durch den Installer, müssen Sie den Lizenzbedingungen zustimmen, um fortzufahren (Abbildung 2).

Abbildung 2: Im Installationsprozess müssen Sie die Lizenzbedingungen akzeptieren.

Im nächsten Schritt geben Sie das Verzeichnis an, in das Sie den Rechtschreibtrainer installieren möchten. Besteht der Ordner nicht, legt das Installer-Skript ihn an (Abbildung 3). Bestätigen Sie das Erstellen des Verzeichnisses, beginnt das eigentlich Einspielen der Daten ins System. Das Überspielen der Daten dauert erfreulicherweise nur kurze Zeit. Daraufhin ermöglicht Ihnen die Software eine Verknüpfung einzurichten. Dieses Feature funktionierte aber nur unter den Suse-Systemen und Ubuntu 5.10. Unter Ubuntu 7.04 legen Sie bei Bedarf selbst einen Schnellstarter an.

Abbildung 3: Existiert der angegebene Installationsordner nicht, legt ihn die Software an.

Im letzten Schritt, einem Hinweis auf das Freischalten eines Ports bei bestehender Firewall, brauchen Sie nichts mehr zu unternehmen, wenn Sie die Standardeinstellungen der Firewall unter Suse verwenden. Nutzen Sie hingegen angepasste oder selbstgesetzte Firewallregeln, müssen Sie die angegebenen Ports freigeben. Notwendig sind die eventuellen Veränderungen, da der Duden-Rechtschreibtrainer quasi einen eigenen Server mitbringt auf dem die Software läuft, der dann über diese Ports angesprochen wird. Ubuntu nutzt nach einer Standardinstallation keine Firewall.

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