Home / LinuxUser / 2007 / 10 / Quo vadis, KDE?

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Polnisches Rotkäppchen
(195 Punkte bei 6 Stimmen)
Debian 7.1 ist erschienen
(179 Punkte bei 5 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Quo vadis, KDE?

Ausblick auf KDE 4.0

01.10.2007 Der erste KDE-4-Beta gewährt einen Einblick in die zahlreichen innovativen Konzepte der nächsten K-Desktop-Generation.

Schon zu Beginn der Entwicklung weckte das KDE-Projekt hohe Erwartungen: Der Desktop werde nicht nur erheblich attraktiver aussehen und anders funktionieren, sondern auch erheblich schneller sein als der Vorgänger, schallte es aus den Blogs der Entwickler. Wenige Monate vor der Release und kurz nach der Veröffentlichung der ersten Beta-Version prüfen wir, wie das KDE-Projekt sich schlägt.

Neue Kleider

Wer die KDE-4-Beta zum ersten Mal startet, dem fällt zuerst die veränderte Oberfläche auf: Bereits seit der ersten Alpha-Version gibt es die Oxygen-Icons, Abbildung 1 zeigt sie mit dem neuen Dateimanager Dolphin. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern, den Crystal-Icons der KDE-3-Serie, erscheinen sie weniger comicartig und zugleich differenzierter: Den sehr einfach gehaltenen Icons in der Symbolleiste stehen die restlichen, strukturierteren Symbole gegenüber. Außerdem richtet sich das Icon-Set jetzt, ebenso wie die Tango-Icons des Gnome-Projektes, nach der Icon-Spezifikation von Freedesktop.org [1]. Das Künstlerteam arbeitet noch an einem neuen Stil für die Widgets, der den bisherigen Standard "Plastik" ablöst. Da aber noch Elemente im Oxygen-Stil fehlen, taucht er noch nicht in der ersten Beta-Version auf.

Abbildung 1: Die Oxygen-Icons in KDEs neuem Dateimanager Dolphin. Der komplette Dolphin-Stil fehlt in der ersten Beta-Version allerdings noch.

Eine weitere grundsätzliche Änderung: Der klassische Desktop gehört der Vergangenheit an. Von nun an übernimmt Plasma die Herrschaft über den Bildschirmhintergrund. Darauf können Sie kleine Applets, so genannte Plasmoids, ablegen (Abbildung 2). Das Konzept ähnelt dem von Superkaramba – was nicht von ungefähr kommt, denn einige Superkaramba-Entwickler gehören dem Plasma-Team an.

Abbildung 2: KDE 4 mit vier Plasmoids: Digitaluhr, Batteriestandsanzeige, Wörterbuch und Twitter-Frontend.

Um das Entwickeln von Plasmoids für Gelegenheitsbastler attraktiver zu gestalten, spalten die Plasma-Entwickler die Applets in zwei funktionale Teile: Die so genannte Data Engine beschafft die Daten, das Plasmoid selbst stellt diese nur noch da. Somit genügt beispielsweise eine Data Engine zum Entwickeln verschiedener Uhr-Plasmoids. Da sich Plasmoids neben C++ auch in Javascript programmieren lassen und Plasma ein einfaches API für Grafikeffekte und SVG-Grafiken mitbringt, können Sie sich auch als Anwender mit geringer Programmiererfahrung kreativ entfalten. Nicht zuletzt deswegen gibt es schon heute über 30 Plasmoids in der KDE-Code-Basis.

Auch die KDE-Kontrollleiste "Kicker" soll dem Plasma-Konzept weichen. Mit der nächsten Beta tritt "Raptor", ein neues auf Plasma basierendes Panel, die Kicker-Nachfolge an.

Effektvoll

Der KDE-Fenstermanager KWin gilt als einer der soliden Grundpfeiler von KDE. Seine Entwickler trimmen das gute Stück bereits seit langer Zeit auf den korrekten Umgang mit vielen Anwendungen. Mittlerweile feiern jedoch OpenGL-basierte Fenstermanager wie Compiz Fusion große Erfolge, die Fenster und Desktop durch eine als Compositing bekannte Technik mit allerlei Effekten aufpeppen. Somit stellte sich die Frage nach der Zukunft des guten alten KWin.

Compiz kommt als Ersatz nicht in Frage, weil das instabile API für Compiz-Plugins nicht den Kriterien für KDE-Bibliotheken entspricht. Eine Codeanalyse ergab zudem, dass es wesentlich aufwändiger wäre, die komplette KWin-Funktionalität nach Compiz zu portieren, als das Compositing direkt in KWin einzubauen. Zuletzt das K.O.-Kriterium: Compiz läuft nur mit modernen Grafikkarten und selbst dort (mit Ausnahme von Intel-Grafikchips) nur mit proprietären Treibern. KWin verfügt hingegen über drei Modi: Im OpenGL-Modus arbeitet es ähnlich wie Compiz mit den 3D-Fähigkeiten der Grafikkarte. Fehlen die 3D-Treiber, springt der Composite-Modus ein, der das Compositing in 2D über eine eigens dafür geschaffene X-Erweiterung realisiert. Geht auch das nicht, setzen Sie KWin wie unter KDE 3 gewohnt ein. Zumindest auf aktuellen Rechnern bringt KWin nun also auch Funktionalität wie Schatten, Transparenz und animierte Übersichten der virtuellen Desktops mit. Einziger Wermutstropfen: Die Performance entspricht – noch – nicht der von Compiz.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

1113 Hits
Wertung: 89 Punkte (7 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 07/13

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

whowatch
Nutzer und Prozesse mit whowatch überwachen
Tim Schürmann, 18.06.2013 12:49, 0 Kommentare

Wenn Administratoren herausfinden wollen oder müssen, was die Benutzer auf einem System gerade so treiben, dann hilft ihnen whowatch. Das kleine Kommandozeilenprogramm zeigt in Ec...

Aktuelle Fragen

SUSE 12.3 64Bit: Miro funzt nicht
Wimpy *, 14.06.2013 13:05, 4 Antworten
Seit Installation von openSUSE 12.3 64Bit startet Miro nicht. (Version 5.0.4-1.24-x86_64 von Pa...
Kontakt via QR code hinzufügen
Herman Sproesser, 17.05.2013 17:46, 4 Antworten
Hi hab in der aktuellen ausgabe 06.2013 den artikel über QR Codes gelesen. Ich hab nartürlich...
Dateimanager Dolphin, wo legt er die Datei Kommentare ab?
Uwe Heine, 16.05.2013 15:19, 1 Antworten
Suse Linux 12.1 - KDE 4.7.2 / Dolphin 1.7. Ich habe bei vielen Dateien über Dolphin Kommentare...
wie baut man Kernel Module so, dass sie mit jedem Kernel laden?
GoaSkin , 22.04.2013 10:22, 1 Antworten
Hallo, baut man anhand eines Kernel-Sources Module, nutzt Linux im Normalfall eine strikte V...
Problem beim Installieren von SuSe 12.3
Georg Prokert, 14.04.2013 00:04, 16 Antworten
Hallo, auf meinem neuem Laptop (Acer Aspire V3-771, Intel Core i5-3230 M, Intel HD Graphics 4...