Alte Rechner mit einer grafischen Oberfläche laufen zu lassen, bringt häufig wenig Freude. Nicht nur müssen Sie zahlreiche Pakete installieren, auch die Arbeit mit Anwendungen wie Amarok oder Firefox wird zur Qual, da diese häufig nur extrem langsam laufen. Hier spielt die gute alte Kommandozeile ihre Trümpfe aus, denn diverse wichtige Programme laufen auch ohne GUI. Der Befehl man Programmname
offenbart ihre Fähigkeiten.
Dabei brauchen Sie keine Parameter-Kolonnen zu tippen: Dank CLI (Command Line Interface) – einer grafischen Oberfläche auf der Kommandozeile – lassen sich viele Tools recht einfach über die Tastatur bedienen. Um flüssig zu arbeiten, gilt es allerdings, die Kürzel auswendig zu lernen, was gerade bei älteren Programmen, wie Vi oder Emacs, eine steile Lernkurve bedeutet – jede Anwendung verwendet nämlich etwas andere Keybindings.
Hier lesen Sie im folgenden, mit welchem Tool Sie auf der Konsole welche Aufgabe erledigen. Die Auswahl ist zwangsweise unvollständig, wegen der Vielfalt an Software; Alternativen zu den beschriebenen Programmen finden Sie jeweils am Ende eines Abschnitts.
Installation
Zusätzlich liefern wir in der Tabelle Repositories die Information, welche zusätzlichen Paketquellen Sie einbinden müssen, um die Software über Paketmanager wie YaST oder Synaptic unter Suse Linux 10.1, OpenSuse 10.2 und Ubuntu 7.04 "Feisty Fawn" zu installieren. Die Links zu den offiziellen Repositories von Suse und OpenSuse finden Sie ebenfalls hier [1]; die zu Packman, Guru und Co. hier [2]. Ubuntu-Nutzer setzen in Synaptic unter EinstellungenPaketquellen einfach jeweils ein Kreuzchen vor den zusätzlichen Paketquellen.
Repositories
|
| Suse Linux 10.1 | OpenSuse 10.2 | Ubuntu 7.07 |
|---|---|---|---|
| MPlayer | Packman | Packman | multiverse
|
| Alternativen | Fbplay | ||
| Fbi | Offiziell / OSS | Offiziell / OSS | universe
|
| Alternativen | Zgv, MPlayer | ||
| Vi(m) | Distribution | Distribution | Distribution |
| Alternativen | Vim, Emacs, Nano | ||
| Mp3blaster | Packman | Packman | universe
|
| Alternative Mpg321, Moc | |||
| Midnight Commander | Offiziell / OSS | Offiziell / OSS | universe
|
| Alternativen | Clex, Fdclone | ||
| teTex | Offiziell / OSS | Offiziell / OSS | - |
| texlive-latex-base | - | - | universe
|
| auctex | Offiziell / OSS | Offiziell / OSS | Distribution |
| Alternativen | Groff, Lout, SGML/XML | ||
| Elinks | Quellcode [8] | Quellcode [8] | Distribution |
| Alternativen | Lyx, W3m | ||
| Pine | Offiziell / NON-OSS | Offiziell / NON-OSS | siehe Text |
| Alternativen | Mutt, Fetchmail |
Pure Unterhaltung
Um Sie ein wenig auf den Geschmack zu bringen, starten wir gleich mit purer Unterhaltung: Zum Betrachten von Videos unter Linux brauchen Sie kein grafisches Interface. Das geht auch mit Hilfe des Framebuffer-Modus (Abbildung 1). Wie Sie diesen Grafikmodus einrichten, erklärt der gleichnamige Kasten.
Framebuffer
Die Auflösung des Framebuffers übergeben Sie OpenSuse oder Ubuntu als Boot-Parameter. Dazu ergänzen Sie das Grub-Menü, das Sie nach dem Neustart eines Rechner begrüßt, um eine zusätzliche Option. Öffnen Sie die Datei /boot/grub/menu.lst im Editor, und suchen Sie nach dem Eintrag der Distribution, für die Sie einen Framebuffer anlegen wollen. Angenommen, es handelt sich um OpenSuse 10.2, beginnt der passende Eintrag wahrscheinlich mit title openSUSE.
Ein Eintrag darunter beginnt mit Kernel, diese Zeile ergänzen Sie um vga=0x318. Dadurch erzeugt Linux nach dem Booten einen VESA-Framebuffer mit einer Auflösung von 1024 x 768 Pixeln bei einer Farbtiefe von 24 Bit. Alternativ wählen Sie im Bootmanager GRUB die zu bootende Distribution aus, drücken [E] und ergänzen den Eintrag per Hand. Über [B] starten Sie den Bootprozess, allerdings verschwindet der Parameter nach eine Neustart wieder. Die Tabelle Framebuffer-Modi gibt weitere mögliche Werte an, ein LinuxUser-Artikel [3] liefert zusätzliche Informationen.
Framebuffer-Modi
| Farbtiefe | Auflösungen | |||
|---|---|---|---|---|
| 640x480 | 800x600 | 1024x768 | 1280x1024 | |
| 8 Bit | 0x301 | 0x303 | 0x305 | 0x307 |
| 15 Bit | 0x310 | 0x313 | 0x316 | 0x319 |
| 16 Bit | 0x311 | 0x314 | 0x317 | 0x31A |
| 24 Bit | 0x312 | 0x315 | 0x318 | 0x31B |
Nach der Installation des MPlayer suchen Sie sich einen Film und rufen ihn im Framebuffer auf:
mplayer -vo fbdev -fs -vf scale=800:600 Filmname.ogg
Der Befehl spielt das Video mit dem Namen Filmname
.ogg über den Framebuffer (-vo fbdev) ab und skaliert ihn zugleich auf eine Auflösung von 800x600 Pixeln (-vf scale=800:600). Die Option -fs schaltet den Fullscreen-Modus ein. Das sorgt lediglich dafür, dass MPlayer den Film mittig platziert. Unter Ubuntu können Sie das -vf weglassen, unter Suse nicht. Meldet MPlayer, er findet kein /dev/fb0, überprüfen Sie, ob die VGA-Boot-Option existiert (siehe Kasten Framebuffer).
Alternativen: Fbplay



