Frisch serviert
Alte Hardware als Server weiterverwenden
Test – 1, 2, 3
Wieder zurück auf dem Server öffnen Sie im Verzeichnis .ssh die Datei config mit einem Texteditor und fügen ihr folgenden Abschnitt hinzu:
Host Vaters Rechner IdentityFile /home/vater/.ssh/schluessel
Ob die sichere Übertragung ohne Eingabe des Passworts klappt, überprüfen Sie, indem Sie eine beliebige Datei via scp auf den Computer der Vaters transferieren:
scp Datei vater@IP-Adresse :/home/vater
Bei der allerersten Kontaktaufnahme taucht dabei die Frage
The authenticity of host '…' can't be established. Are you sure you want to continue connecting (yes/no)?
auf. Bestätigen Sie diese einfach mit yes, um den Rechner von Peters Vater der Liste der bekannten Computer hinzuzufügen.
Schnappschuss
Nach diesen Vorbereitungen installieren Sie Rsnapshot auf dem Server. Das kleine Werkzeug steht auf seiner Homepage unter [1] als fertiges Paket für alle gängigen Distributionen bereit. Ubuntu-Benutzer bemühen ihren Paketmanager Synaptic und saugen das Paket rsnapshot aus den Repositories. Wer zum Quellpaket greifen muss, entpackt das zugehörige Archiv und übersetzt es mit dem Dreisatz ./configure --sysconfdir=/etc && make && make install als Benutzer root.
Nach der Installation von Rsnapshot öffnen Sie im Verzeichnis /etc die Konfigurationsdatei rsnapshot.conf mit einem Texteditor. Jede Zeile enthält eine Einstellung, der immer ein Tabulator und dann ihr Wert folgt. Der Tabulator ist übrigens zwingend: Sollten Sie aus Versehen das ansonsten übliche Leerzeichen verwenden, verweigert Rsnapshot den Dienst.
Als erstes suchen Sie die Einstellung snapshot_root. Sie bestimmt, in welchem Verzeichnis die gesicherten Daten landen. Im Beispiel soll dies /home/vater/backup sein. Als nächstes entfernen Sie – sofern vorhanden – das #-Zeichen zu Beginn von cmd_cp, cmd_rm, cmd_rsync, cmd_ssh und cmd_du. Die gleichnamigen Werkzeuge benötigt Rsnapshot für seine Arbeit, sie sollten aber bereits in Ihrer Distribution standardmäßig installiert sein.
Als nächstes bestimmen Sie im Bereich BACKUP INTERVALS, wie viele zurückliegende Kopien Rsnapshot verwahren soll. Der Eintrag interval vatersarchiv 3 legt beispielsweise fest, dass es insgesamt drei Verzeichnisse auf dem Server gibt, in denen Rsnapshot die Backups speichert, nämlich vatersarchiv.0, vatersarchiv.1 und vatersarchiv.2. Sobald nun die nächste Sicherung ansteht, kopiert Rsnapshot die Daten in das Verzeichnis mit dem ältesten Backup. Für den Backup-Server reicht diese Einstellung bereits aus.
Jetzt suchen Sie alle Zeilen, die mit backup beginnen. Sofern noch nicht geschehen, stellen Sie ihnen ein #-Zeichen voran, um sie zu deaktivieren. Anschließend erstellen Sie eine eigene backup-Zeile der Form:
backup Benutzer @IP-Adresse :/home/Benutzer /daten/ remote/
Damit weisen Sie Rsnapshot an, alle Daten aus dem Verzeichnis /home/benutzer/daten des Computers mit der IP-Adresse IP-Adresse zu sichern. Im Beispiel wäre also backup vater@192.168.0.11:/home/vater/daten/ remote/ korrekt, womit die Dateien auf dem Server im Verzeichnis home/vater/backup/vatersarchiv.x/remote landen.
TIPP
Die IP-Adresse eines Computers ermitteln Sie, indem Sie ifconfig in einem Terminalfenster eintippen.
Weiter geht es zur Zeile logfile. In der dahinter angegebenen Datei protokolliert Rsnapshot alle seine Aktionen. Folglich benötigt er auf das zugehörige Verzeichnis Schreibzugriff. Falls notwendig, biegen Sie den Pfad um, beispielsweise auf /home/vater/rsnapshot.log.
Gleiches wiederholen Sie in der Zeile lockfile. Die dahinter stehende Datei nutzt Rsnapshot als Gedächtnishilfe, um bei mehreren gleichzeitigen Backups nicht durcheinander zu geraten. Nach dem Speichern aller Änderungen rufen Sie
$ rsnapshot vatersarchiv
in einem Terminalfenster auf. Sofern die Konfiguration keinen Fehler aufweist, saugt sich das Backupprogramm nun die Dateien vom entfernten Rechner und legt sie im Verzeichnis home/vater/backup/vatersarchiv.0/remote ab.



