Frisch serviert
Alte Hardware als Server weiterverwenden
Erste Schritte
Nach der Installation öffnen Sie die Datei smb.conf, die sich je nach Distribution im Verzeichnis /etc oder /etc/samba versteckt. Samba verwendet zwar nur diese eine Datei zur Konfiguration, sie kennt jedoch mittlerweile über 200 verschiedene Einstellungen. Doch keine Angst: In der Praxis brauchen Sie davon nur einen kleinen Teil. Ihre Distribution sollte zudem in smb.conf bereits einige Vorgaben hinterlassen haben, die Sie im Folgenden nur noch an Ihre eigenen Bedürfnisse anpassen müssen. Unter Suse können Sie für die Einrichtung des Samba-Servers auch das entsprechende YaST-Modul benutzen.
Die Datei smb.conf selbst ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Jeder von ihnen beginnt mit einem Begriff in rechteckigen Klammern. Der erste Abschnitt hört immer auf den Namen [global]. Wie in Listing 1 zu sehen, legt er den Namen der Arbeitsgruppe und einige weitere grundlegende Elemente fest.
# Beispiel für smb.conf (Ausschnitt) # [global] workgroup = MEIERGRUPPE server string = "Meiers Linux Server" security = share # [homes] comment = Home-Verzeichnisse valid users = %S browseable = no read only = no inherit acls = yes # [printers] comment = Alle Drucker printable = yes browseable = yes create mask = 0600 path = /var/tmp public = yes guest ok = yes use client driver = yes
Jede Zeile entspricht einer Einstellung, dessen Wert hinter dem Gleichheitszeichen steht. Als erstes taucht der Name der Arbeitsgruppe (englisch "workgroup") auf, den man frei wählen darf. Windows benutzt die Arbeitsgruppen, um Computer zu gruppieren. Daher sollten sämtliche Rechner im gleichen Netzwerk den selben Arbeitsgruppennamen benutzen, andernfalls bleibt der Server für sie unsichtbar. Windows XP und 2000 stellen den Namen in der Grundeinstellung auf MS-HEIMNETZ ein.
Als nächstes folgt hinter server string = die Bezeichnung des Servers. Auch diese können Sie beliebig wählen. Über security legen Sie den Sicherheitsgrad der Dateien fest: Mit user fordert der Server die Eingabe eines Benutzernamens und des Passwort, bei share genügt bereits das Passwort für den Zugriff. Je nach Distribution enthält der Abschnitt [global] zahlreiche weitere Optionen, zum Beispiel zur Druckereinrichtung und zum Netzwerk-Login.
Noch mehr Rechte
Sobald sich ein Windows-Benutzer am Server anmeldet, soll sein Home-Verzeichnis als Freigabe unter Windows auftauchen. Da Samba auf die Benutzerverwaltung von Linux noch eine eigene oben drauf setzt, erfordert das insgesamt drei Schritte: Zunächst erzeugen Sie ein Benutzerkonto unter Linux, registrieren den Benutzer bei Samba und fügen anschließend in smb.conf die Sektion [homes] hinzu.
Peter meldet sich beispielsweise unter Windows XP immer mit seinem Benutzernamen peter und dem Passwort m33r3 an. Sein Vater erstellt nun auf dem Server ein Benutzerkonto mit den gleichen Eckdaten – beispielsweise direkt als Benutzer root im Terminalfenster per:
$ useradd -c "Peter Meier" -m -g users -p m33r3 peter
Anschließend fügt er Peter der Benutzerverwaltung von Samba hinzu:
$ smbpasswd -a peter New SMB password: m33r3 Retype new SMB password: m33r3 Added user peter.
Jetzt fehlt nur noch die passende [homes]-Sektion wie in Listing 1. Nach dem comment-Eintrag legt unter valid users ein Makro fest, dass der Server automatisch das richtige Verzeichnis für den angemeldeten Benutzer freigibt. Damit sieht Peter automatisch sein eigenes Verzeichnis /home/peter. Die Zeile browseable=no regelt, dass der angemeldete Benutzer peter tatsächlich nur sein eigenes Verzeichnis zu Gesicht bekommt. Die Backups seines Vaters bleiben somit für ihn unsichtbar. Damit Peter auch in seinen eigenen Ordner schreiben darf, folgt read only=no. Der Eintrag inherit acls=yes sorgt noch dafür, dass alle neu angelegten Dateien automatisch die Zugriffsrechte der überliegenden Dateien übernehmen.



