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Frisch aus dem Labor

Debian-Derivat Paipix 7.0

01.10.2007 Die Debian-Variante Paipix eignet sich nicht nur für Büro und Freizeit, sondern wartet darüber hinaus mit interessanten Anwendungen aus Wissenschaft und Technik auf.

Die als grundsolide geltende und von jeglicher proprietärer Software befreite Distribution Debian dient so manchem Abkömmling als Grundlage einer spezialisierten, neu aufgelegten Distributionsspielart. So nutzte der findige portugiesische Entwickler Antonio Amorim das Softwarepaket, um eine eigene, besonders für den naturwissenschaftlichen Bereich geeignete Distribution zu schaffen.

Das Ende August erschienene siebte Major-Release von Paipix [1] bringt neben einer kompletten KDE-Umgebung auch zahlreiche interessante Programme aus den Bereichen Mathematik, Astronomie und anderen naturwissenschaftlichen Disziplinen mit. Die Programme sollen die Anwender dazu anregen, neue interessante Nutzungsmöglichkeiten für den PC zu entdecken. Davon erhoffen sich die Entwickler, "ein Tor in die Wissenschaft für die Allgemeinheit" zu öffnen.

Neben dieser spezialisierten Software findet man aber auch alles, was man im Büroalltag benötigt. Anwendungen für die Freizeit, wie Spiele und Multimediaprogramme runden das Angebot ab. Grund genug für LinuxUser, die neueste Auflage der Distribution Paipix 7.0 auf die Heft-DVD zu bringen.

Paipix im Überblick

Programm

Version

Kernel 2.6.18.5
GCC 4.1.2
X.org 7.1.0
KDE 3.5.5
Iceweasel (Firefox) 2.0.0.6
Icedove (Thunderbird) 1.5.0.12
Openoffice.org 2.0.4
Gimp 2.2.13

Zusätzliche Software (Auswahl)

Stellarium, Topcat, Chemtools, QCad, SeisGram2k, Octave, Axiom Algebraic Tool, Amide u.v.m.

Paipix live

Paipix liegt als ca. 2,9 GB mächtiges ISO-Image neben der standardisierten englischen Version auch in den Sprachen Portugiesisch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Deutsch vor. Als Grundlage für das aktuelle Release nutzten die Programmierer Debian 4.0 "Etch". Die DVD dient gleichermaßen als Live-DVD, um die Distribution kennenzulernen (Eintrag Paipix 7.0 - live im Startmenü der LinuxUser-DVD), wie als Installationsmedium für das Einrichten von Paipix auf der Festplatte (Paipix 7.0 - Installieren).

Den Anwender erwartet ein Standard-KDE-Desktop mit einigen Paipix-Icons, die auf die besonderen Möglichkeiten der Distribution verweisen. Der Softwareumfang bietet neben den üblichen Internetanwendungen auch das Büropaket OpenOffice in der Version 2.0.4, aber nur wenige wissenschaftliche Programme. Diese lassen sich über einen eigene Schaltknopf in der K-Menüleiste zwar sehr schnell nachinstallieren, doch begrenzt der eingeschränkte Speicher der Live-Version dies sehr schnell. So bleibt zum Beschnuppern der angepriesenen Software nur eine Komplettinstallation der Distribution. Den in älteren Versionen vorhandenen knoppix-installer – ein Script, um die Live-DVD auf Festplatte zu bannen – suchten wir in Version 7.0 aber vergeblich.

Installationsroutine

Um Paipix auf der Festplatte einzurichten, wählen Sie im Bootmenü der LinuxUser-DVD den Punkt Paipix 7.0 - Installation an. Nach der Auswahl der deutschen Sprache geben Sie Ihre Netzwerkkonfiguration an oder weisen Paipix an, sich eine solche via DHCP zu besorgen. Darauf folgen die automatische Hardware-Erkennung und Partitionierung der Festplatte. Der Partitionsmanager lässt sich erfreulich einfach bedienen, auch wenn er über keine Balkengrafik zum Veranschaulichen der Einstellungen verfügt.

Aufgrund des bereits an deutsche Verhältnisse angepassten ISO-Images auf der LinuxUser-DVD überspringt der Installer die Konfiguration von Uhrzeit und Zeitzone und fordert Sie gleich auf, ein Root-Passwort zu wählen sowie ein Benutzerkonto einzurichten. Nach Abschluss des eigentlichen Installationsvorgangs richtet die Routine einen Bootmanager (wahlweise Lilo oder Grub) ein, der im Test bereits auf der Platte vorhandene Linux-Systeme sowie eine Windows-XP-Partition problemlos erkannte und einband.

Abbildung 1: Paipix kommt mit der neuen grafischen Installationsroutine von Debian 4.0 alias "Etch".

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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