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Läuft und läuft und …

250W-USV für zuhause

01.10.2007
,
Mit der Revolt USV 500VA offeriert Versandanbieter Pearl eine Line-Interactive-USV zum Kampfpreis – allerdings mit kleinen Tücken.

Ein Stromausfall zählt zu den unangenehmsten Zwischenfällen bei der Arbeit am PC: Ungespeicherte Daten gehen unwiederbringlich verloren, oft führt das plötzliche Ausbleiben der Betriebsspannung zudem zu Dateisystemfehlern, da das Betriebssystem im laufenden Betrieb viele Dateien öffnet. Selbst bei Journaling-Filesystemen kommt es unter Umständen zu Datenverlusten, die Sie aber in der Regel durch Reparaturprogramme beseitigen können. Solche unangenehmen Randerscheinungen verhindert der Einsatz einer USV: Sie überbrückt kurze Stromausfälle und fährt nach einer gewissen Überbrückungszeit den Rechner geregelt herunter, sodass zumindest keine Dateisystemdefekte auftreten.

Auf dem Markt existiert eine breite Palette von USVs in den verschiedensten Preisklassen. Geräte für die Versorgung von Einzelplatz-PCs sind bereits ab etwa 50 Euro zu haben, für solide ausgestattete Geräte wandern über 100 Euro über den Ladentisch. Der bekannte Versandanbieter Pearl bietet die technisch gut ausgestattete Einzelplatz-USV Revolt USV 500VA zum Preis von nur 39,90 Euro an und wirbt obendrein sogar mit Linux-Unterstützung – Grund genug, die Angelegenheit näher unter die Lupe zu nehmen.

Technische Daten

Bezeichnung Revolt USV 500VA
Bezugsquelle Pearl Agency, http://www.pearl.de
Technik Line-Interactive
Kapazität 500 VA
Wirkleistung 250 W
Standzeit 10 min (Herstellerangabe), 5 min im Test
Umschaltzeit 6 ms
Anschlüsse 3 x Verbraucher, 2 x RJ11, 1 x RS232
Maße 90 x 176 x 265 mm
Gewicht ca. 5 kg
Preis 39,90 Euro

Revolt USV 500VA

Aus der Packung kommen neben der rund 5 Kilo schweren USV im Schuhkarton-Format das zugehörige Netzkabel sowie ein RS232-Kabel mit D-Sub-Steckern für die Kommunikation mit dem PC zum Vorschein. Daneben finden sich noch eine Kurzanleitung in Deutsch, Englisch und Französisch sowie eine CD mit Software zur Kommunikation zwischen USV und PC zum Vorschein. Letztere enthält Programmversionen für Windows und Linux.

Die Stromversorgung selbst sitzt in einem für diese Preisklasse recht solide verarbeiteten Kunststoffgehäuse, auf dessen Rückseite sich insgesamt sieben Anschlüsse finden (Abbildung 1). Ein Kaltgerätestecker dient zur Stromversorgung der USV, zwei weitere zum Anschluss von Verbrauchern. Dabei darf es sich aufgrund der Ausgangsspannungsform der USV – einem in Treppenform simulierten Sinus, wie es in dieser Preisklasse üblich ist – nicht um induktive Verbraucher wie etwa einen Laserdrucker handeln. Dank Line-Interactive-Technik erzielt das Gerät eine schnelle Umschaltzeit bei Stromausfall, laut Hersteller liegt sie bei 6 ms.

Abbildung 1: Mit der Revolt USV 500VA lassen sich zwei Verbraucher vor Stromausfällen und ein weiterer gegen Überspannungen sichern. Zusätzlich lässt sich eine analoge Telefonleitung schützen.

Ein weitere Ausgang ohne Notstromversorgung, aber dafür mit Überspannungsschutz, schützt angeschlossene Geräte vor Spikes. Zudem können Sie auch eine analoge Telefonleitung über zwei RJ11-Ports durchschleifen und auf diese Weise ebenfalls vor Stromspitzen schützen. Die Kommunikation zwischen USV und Computer erfolgt über die serielle Schnittstelle und das mitgelieferte Kabel. Auf der Vorderseite schalten Sie die USV über einen Taster an, der bei aktiver Stromversorgung mit einer LED den Betriebszustand anzeigt.

Der Bleiakku des Geräts hat eine Kapazität von 500 VA und soll damit nach Herstellerangaben 10 Minuten Standzeit erlauben. In unseren Test erzielte die USV bei Volllast allerdings lediglich eine Versorgungszeit von 5 Minuten – immer noch mehr als ausreichend, um die angeschlossenen Verbraucher geregelt herunterzufahren.

Knackpunkt Software

Bei einem Stromausfall meldet die USV über die serielle Leitung den Stromausfall sowie die verbleibende Batteriekapazität an eine auf dem PC laufende Software, die nach einer definierten Ausfallzeit oder spätestens bei zur Neige gehendem Batteriestrom den Rechner automatisch herunterfährt. Die zu diesem Zweck der Revolt USV 500VA beigelegte Linux-Software entpuppt sich bei genauer Betrachtung allerdings als schlechter Scherz: Sie läuft nur mit Uralt-Versionen von Red-Hat-Linux (7.x). Im Test schlugen alle Installationsversuche auf neueren Distributionen fehl, da die benötigten "antiken" Bibliotheken sich nicht mehr beschaffen lassen. @L:Zwar funktioniert die mitgelieferte Windows-Software im Test unter, jedoch dient sie dann nur dazu, den Zustand der USV abzulesen: Sie kann naturgemäß das Linux-System nicht herunterfahren.

Die Suche nach alternativer Programmen für Linux förderte einige Projekte zu Tage, mit deren Hilfe man unter Linux mit USVs kommunizieren kann. Aus den Kandidaten Upsd [1], Powstatd [2], Genpower [3] und Nut [4] kristallisierte sich sehr schnell Nut (kurz für Network UPS Tools) als Werkzeug der Wahl heraus: Nicht nur ist es das umfangreichste und aktuellste Tool der Riege, sondern unterstützt auch eine breite Palette von USVs. Zudem bietet Nut Zugriffsschutz und glänzt mit zahlreichen graphischen Frontends.

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