Home / LinuxUser / 2007 / 09 / Zaubern mit Xnee

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(179 Punkte bei 5 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mageia 2 ist fertig
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Zaubern mit Xnee

Bildschirmaktionen aufzeichnen

01.09.2007 Xnee, Gnee, Cnee und Pnee – die merkwürdig klingenden Tools erwecken den Desktop wie von Geisterhand zum Leben.

Screen Recorder erfreuen spätestens seit dem Beryl/Compiz-Boom auch unter Linux viele Anwender. Es gibt aber noch einen anderen Weg, um die Ereignisse auf dem Desktop zu konservieren — und ihn geht Xnee [1]: Die Software zeichnet Mausklicks und -bewegungen sowie Tastaturanschläge auf. Spielen Sie die aufgezeichnete Datei später auf einem anderen Rechner ab, wiederholt Xnee alle Schritte. Voraussetzung ist, dass die Software auf beiden Rechnern läuft.

Neben dem recht lustigen Effekt des "Geister-Desktops" gibt es auch ein paar nützliche Anwendungsszenarien für Xnee. Tut Muttis Linux-Rechner mal nicht das, was er soll, schicken Sie eine schlanke Xnee-Datei, die alles wieder repariert. Oder Sie demonstrieren Mutti ganz plastisch, wie ein bestimmtes Programm funktioniert – live, ohne anwesend zu sein. Starten Sie mehrere Instanzen von Xnee, simulieren Sie einen gut ausgelasteten Rechner und testen so die Grenzen eines Systems. Ein mit Xnee arbeitendes Makro nimmt Ihnen Schritte ab, die Sie immer wieder manuell erledigen – etwa E-Mails abrufen oder sich per SSH an einem Server anmelden.

Was sich Xnee nennt, besteht eigentlich aus mehreren Werkzeugen. Die Software zerfällt in die drei Komponenten Gnee, Pnee und Cnee, die sich alle auf die Bibliothek Libxnee stützen. Bei Gnee handelt es sich um eine Gnome-GUI für Xnee (Abbildung 1), dank Pnee läuft die Software im Gnome-Panel und Cnee nennt sich schließlich das Kommandozeilen-Programm. Wir zeigen erst, wie die GUI funktioniert und wechseln dann mit Cnee auf die Konsole, Pnee lief im Test allerdings nicht.

Abbildung 1: Dank Gnee lässt sich Xnee auch über eine grafische Oberfläche steuern, die jedoch noch einige Schwächen zeigt.

Die Geister die ich rief

Natürlich könnten Sie auch Xnee selbst über ein Makro installieren lassen, das hieße aber, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Sie legen also selbst Hand an. Als Nutzer von Ubuntu "Feisty Fawn" oder OpenSuse 10.2 finden Sie auch über den Paketmanager eine Xnee-Version, allerdings raten wir von der Installation der schon betagten Version 1 ab. Den Quellcode der Version 3.01 finden Sie auf der Heft-CD.

Als Nutzer von Ubuntu brauchen Sie die Pakete build-essential, libxtst-dev, libxcb1, libxcb-xtest0, gtk2.0-dev, libpanel-applet2-dev sowie checkinstall. Entpacken Sie die Quellcode-Datei, wechseln Sie in das neue Unterverzeichnis und geben Sie ./configure ein. Tritt beim Konfigurieren ein Fehler auf, gibt die Textausgabe einen Hinweis darauf, welches Paket noch fehlt. Im Erfolgsfall erscheint der in Abbildung 2 gezeigte Text.

Abbildung 2: Dieser Text erscheint in der Konsole, wenn Configure alle Pakete findet, um Xnee erfolgreich zu kompilieren.

Nutzer von Open Suse 10.2 gehen nach dem selben Muster vor, hier heißen die vorher zu installierenden Pakete gnome-panel-devel, gnome-panel und checkinstall. Um die Entwickler-Werkzeuge einzuspielen, wählen Sie über das Filter-Menü links oben in YaSTs Software-Installations-Rubrik den Punkt Schemata | Grundlegende Entwicklung (Abbildung 3). Anwender von Suse Linux 10.1 installieren auf dem selben Weg Selektionen | C/C++ Compiler und Werkzeuge und dann die Pakete gnome-panel, gnome-panel-devel sowie checkinstall.

Abbildung 3: Um die Entwicklerwerkzeuge für Open Suse zu installieren, wählen Sie unter YaST das Schema Grundlegende Entwicklung.

Wollen Sie die Software unter Mandriva 2007 nutzen, helfen folgende Pakete weiter: gcc, make und gnome-panel. Danach fügen Sie ein neues Repository hinzu, indem Sie als root auf der Konsole die folgende Zeile eingeben:

$ urpmi.addmedia main ftp://ftp.informatik.hu-berlin.de/pub/Mirrors/ftp.mandrake.com/Mandrakelinux/official/2007.0/i586/media/main/release with media_info/hdlist.cz

Das dauert eine Weile, da Mandriva nun eine 30 MByte große Software-Liste von einem FTP-Server herunterlädt und einliest. Installieren Sie dann über den Paketmanager libxtst6-devel, libgtk+2.0_0-devel, libpanel-applet-2_0-devel und rpm-build. Auch das braucht Zeit: Die Installation der einzelnen Pakete zieht einen Rattenschwanz an Abhängigkeiten nach sich. Fehlt abschließend nur noch das Paket checkinstall von der Heft-CD. Sie installieren es – mit Root-Rechten – über urpmi checkinstall.

Nach der Konfiguration folgt auf allen Systemen der Befehl make, um die Quellen zu kompilieren. Läuft dieser Prozess erfolgreich durch, geben Sie als rootcheckinstall ein. Das installiert die Software nicht nur systemweit ins Verzeichnis /usr/local, sondern baut auch gleich ein DEB- bzw. RPM-Paket. Bestätigen Sie dafür einfach alle Fragen der Software mit [Eingabe]. Suse-Anwender müssen das Paket noch installieren, was über rpm -Uhv /usr/src/packages/RPMS/i386/Xnee-3.01-1.i386.rpm klappt – auch dafür brauchen Sie wieder administrative Rechte. Bei Mandriva heißt der Pfad zum RPM /usr/src/rpm/RPMS/i386/Xnee-3.01.rpm.

Lauschangriff

Xnee schneidet im wesentlichen die Kommunikation zwischen X-Server und X-Client mit. Es speichert die numerischen Daten in einer Datei, die es später wieder abspielt. Es gibt vier verschiedene Datentypen, die Server und Client austauschen: Anfragen ("Requests"), Antworten ("Replies"), Ereignisse ("Events") und Fehler ("Errors"). Mehr zum System lesen Sie unter anderem bei Wikipedia [2].

Xnee erkennt vom User generierte Ereignisse, wie das Drücken und Loslassen einer Taste ("KeyPress"). Es zeichnet aber auch Anfragen und Antworten auf, von denen der Anwender nichts mitbekommt ("VisibilityNotify"). Das X-Protokoll verarbeitet sie benutzerunabhängig. Anders als bei Screencasts liegen die von Xnee produzierten Dateien im KByte-Bereich, lassen sich also locker per E-Mail versenden.

Damit Xnee korrekt arbeitet, müssen Sie vorher noch die Record-Erweiterung für Ihren X-Server aktivieren. Dazu öffnen Sie mit Root-Rechten die Datei /etc/X11/xorg.conf und ergänzen den Bereich Section "Module" um die Zeile Load "record". Anschließend starten Sie den X-Server neu. Unter Open Suse 10.2, Suse Linux 10.1 und Mandriva 2007 beenden Sie ihn mit Root-Rechten und durch die Eingabe von init 3 und starten ihn über startx neu. Unter Ubuntu funktioniert dasselbe über sudo /etc/init.d/gdm stop und anschließend sudo /etc/init.d/gdm start.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

2710 Hits
Wertung: 121 Punkte (24 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...