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Team-Player

Gruppenarbeit einfach gemacht

Mindquarry nutzen

Mindquarry bietet drei Module, die für eine effektive Gruppenarbeit unentbehrlich sind: Dateien (Files), Wiki (Wiki) und Aufgaben (Tasks). Ein Chatmodul, das die Echtzeitkommunikation zwischen Teammitgliedern ermöglicht, befindet sich derzeit in der Entwicklung. Jedes Team verfügt hierbei über einen eigenen Bereich, auf den jedes Mitglied vollen Zugriff hat.

Unterschiedliche Rechte für verschiedene Benutzer unterstützt Mindquarry zurzeit nicht. Berücksichtigt man die Zielgruppe von Mindquarry, ist das auch gar keine schlechte Idee: In kleinen Arbeitsgruppen sind alle Benutzer mit den Aufgaben vertraut und dürfen die gleichen Rechte besitzen. Diese Annahme macht es möglich, die Gesamtarchitektur des Systems – insbesondere die Benutzerverwaltung – bedeutend zu vereinfachen. Hübsch wäre allerdings die Möglichkeit, gewissen Nutzern nur den Lesezugriff zu erlauben.

Abbildung 2: Mithilfe des Datei-Moduls können Teammitgliedern veröffentlichte Dokumente betrachten.

Über das Datei-Modul können Teammitglieder keine Dokumente hochladen, sondern lediglich die Änderungen daran verfolgen (Abbildung 2). Jedes Mal wenn Sie eine Synchronisation durchführen, erzeugt der Server eine neue Version des Dokuments. Die Änderungen zeigt Ihnen ein Klick auf Recent changes im Abschnitt Files. Außerdem bietet Mindquarry einen RSS-Feed (über den Link Feed of changes an, sodass Sie sich mithilfe eines RSS-Readers die Änderungen anzeigen lassen können.

Die eigentliche Arbeit an den Dokumenten erfolgt offline auf dem lokalen Rechner. Danach synchronisieren Sie mit dem ebenfalls in Java programmierten Mindquarry-Client Ihre Dokumente mit dem Server. Um diese Funktion zu gewährleisten, stützt sich Mindquarry auf die bewährte und mächtige Versionsverwaltungssoftware Subversion.

Zur Installation des Clients stehen zwei Methoden zur Verfügung: Sie klicken entweder im Browser auf dem Reiter Files die Schaltfläche Synchronize now an oder laden das Tool manuell von der Homepage beziehungsweise Heft-CD herunter. Auf der Kommandozeile starten Sie den Client mit dem Befehl

$ java -jar mindquarry-desktop-client.jar

Beim ersten Start müssen Sie Ihre Benutzer-ID und das Passwort eintippen, den Server angeben und ein Arbeitsverzeichnis einrichten (Abbildung 3). Das Tool bettet sich unter KDE und Gnome anschließend in die Kontrollleiste ein, allerdings mit unterschiedlichem Erfolg: So schneidet zum Beispiel Suse Linux 10.1 vom Applet einige zentrale Komponenten für die Taskverwaltung ab, auch Ubuntu Feisty stellt nicht die komplette GUI dar. Immerhin sind hier die Buttons noch zu erkennen (Abbildung 4).

Abbildung 3: Konfiguration der Mindquarry-Desktop-Client-Einstellungen.

Abbildung 4: Unter Suse (links) sind die Knöpfe für die Taskbearbeitung nicht zu sehen. Auch Ubuntu (rechts) schneidet sie unten ab.

Neben dem Desktop-Client unterstützt Mindquarry zwei weitere Methoden der Dokumentenbearbeitung. Da Mindquarry auf Subversion basiert, können Sie jeden Subversion-Client (beispielsweise kdesvn) verwenden, um Dateien zu bearbeiten. Noch erfreulicher ist jedoch die Tatsache, dass Mindquarry volle Unterstützung für WebDAV [5] bietet, wodurch Sie das Teamverzeichnis einfach mounten und mit den Dokumenten arbeiten, als würden sich diese auf Ihrem lokalen Rechner befinden.

Das Wiki-Modul ermöglicht es den Benutzern, ein Team-Wiki zu pflegen. Es bietet dabei alle grundlegenden Tools, die man fürs Erstellen von Wiki-Seiten braucht. Anders als bei einem herkömmlichen Wiki verwendet Mindquarry keine spezielle Seitensprache. Stattdessen stellt es ein WYSIWYG-Bearbeitungstool zur Verfügung (Abbildung 5). Ein weiteres schönes Feature stellt der überall verfügbare PDF-Export dar (über die Schaltfläche PDF for print). Allerdings können Sie die Exporteinstellungen nicht verändern. Der einzige Mangel des Wiki-Moduls: Es fehlen Überwachungsfunktion für Seitenänderungen. Laut Entwickler sind die entsprechenden Funktionen schon vorhanden, es fehlt nur noch eine passende grafische Schnittstelle.

Abbildung 5: Mit dem Wiki-Modul pflegen Sie ein Team-Wiki pflegen. Spezielle Kenntnisse brauchen Sie dazu nicht.

Letztendlich sticht Mindquarry durch sein sehr beeindruckendes Aufgaben-Modul (Tasks) hervor. Das sehr AJAX-lastige Modul wirkt eher wie eine Desktopanwendung, nicht wie ein webbasierter Taskplaner. Es überzeugt durch den genialen Ansatz für die Aufgabenverwaltung: Wenn Sie eine Aufgabe mit einem herkömmlichen Taskplaner erstellen, müssen Sie eine Reihe erforderlicher und optionaler Felder ausfüllen. Bei Mindquarry wählen Sie die zu verwendenden Felder selbst aus. Erstellen Sie einen neuen Task, haben Sie die Möglichkeit, zusätzliche Felder zu erstellen oder vorhandene zu entfernen, indem Sie einfach auf die passenden Schaltflächen klicken (Abbildung 6).

Abbildung 6: Das Aufgaben-Modul ist ein leistungsfähiger Taskmanager mit einigen raffinierten Finessen.

Möchten Sie zum Beispiel eine detaillierte Beschreibung zu einer Aufgabe hinzufügen, klicken Sie einfach auf die Schaltfläche für das Feld Description und schon erscheint das Feld im Aufgabenformular (inklusive einer WYSIWYG-Symbolleiste für umfangreiche Formatierungen). Um zum Beispiel eine Aufgabe einem bestimmten Benutzer zuzuweisen, klicken Sie auf People und wählen den Benutzer aus der Dropdown-Liste aus.

Das Tasks-Modul birgt noch ein weiteres nützliches Feature: Filterregeln. Wenn Sie zum Beispiel hunderte von Aufgaben auf dem System gespeichert haben, kann die Terminüberwachung zu einer echten Herausforderung werden. Um dieses Problem zu lösen, bietet das Task-Modul verschiedene Filter an. Mindquarry zeigt dann nur die Aufgaben an, die bestimmten Regeln entsprechen. Zum Beispiel können Sie einen Filter erstellen, der ausschließlich Ihnen zugewiesene Tasks von niedriger Priorität anzeigt. Sämtliche Filterregeln lassen sich zudem speichern.

Das Task-Modul bietet zudem RSS-Feeds, sodass Sie Ihre Aufgaben mit dem bevorzugten RSS-Reader im Auge behalten. Bei Bedarf exportieren Sie die Aufgaben in eine .ical-Datei, um sie in eine Kalender-Applikation zu importieren. Auch das Aufgabenmodul bietet einen PDF-Export an.

Fazit

Zwar befindet sich Mindquarry noch in einem frühen Entwicklungsstadium, kann jedoch in kleinen Arbeitsgruppen schon viel bewegen. Das Grundgerüst steht, die Weboberfläche macht einen sehr guten Eindruck. An der Installationsroutine und am Linux-Client müssen die Entwickler noch arbeiten, damit Mindquarry auch für technisch weniger versierte Anwender in Frage kommt.

Infos

[1] Mindquarry: http://www.mindquarry.com/

[2] Installation unter Ubuntu: http://www.mindquarry.com/forum/comments.php?DiscussionID=99&page=1

[3] Port-Probleme: http://www.mindquarry.com/forum/comments.php?DiscussionID=120&page=1#Item_0

[4] Vmware-Player: http://www.vmware.com/products/player/

[5] WebDAV nutzen: Tim Schürmann, "Datensauger", LinuxUser 07/2007, S. 92, http://www.linux-user.de/ausgabe/2007/07/092-webdav/

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Dieser Artikel stammt aus der Zeitschrift LinuxUser.

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