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Sherlock Holmes der Neuzeit

Vergleichstest Google Desktop vs. Beagle

01.09.2007 Seit einigen Wochen steht die lokale Suchmaschine Google Desktop auch für Linux zur Verfügung. Ob es gegen den Protagonisten Beagle bestehen kann, zeigt der Test.

Bislang führte Beagle [1] mehr oder weniger unangefochten das Regiment der lokalen Volltextsuchprogramme für Linux an. Google offeriert zwar mit seiner Desktopsuchmaschine Google Desktop [2] seit etwa drei Jahren ein ähnliches Projekt, bislang jedoch nur für Windows-Systeme. Im Juni dieses Jahres veröffentlichte Google nun die erste Beta-Release der nativen Portierung für Linux und schickt sich an, Beagle vom Thron zu stoßen.

Beide Applikationen indizieren Textdateien und Tabellen verschiedener Dateiformate im Volltext und ermöglichen damit die Suche nach Inhalten solcher Dateien. Als Testdistribution kam Ubuntu 7.04 auf einem Rechner mit einer 3 GHz CPU und 512 MByte Speicher zum Einsatz. Die Teilnehmer hatten die Aufgabe, ein 2 GByte großes Testverzeichnis zu indizieren, das 2.100 Dateien verschiedener Formate wie MP3, PNG, TAR, PDF oder TXT enthielt.

Google Desktop

Seit Juni dieses Jahres stellt Google die Beta-Release seiner lokale Suchmaschine für Linux als DEB- und RPM-Paket zum Download bereit. Der Crawler, der die Dateien auf der Festplatte indiziert, arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip wie der des Online-Pendants: Er indiziert zu Beginn alle in den Einstellungen festgelegten Verzeichnisse und Unterverzeichnisse. Textdateien verschiedener Formate wie ODT oder PDF verschlagwortet die Suchmaschine zur Volltextsuche. Danach registriert das Programm Änderungen beinahe in Echtzeit und hält diese fest.

Da die Software nur im Leerlaufmodus des Rechners die Daten archiviert, treten bei der normalen Arbeit keine merklichen Leistungseinbußen auf. Zum Indizieren des Testverzeichnisses benötigt die Suchmaschine etwa etwa 20 Minuten.

Spyware Google?

Immer wieder tauchen Gerüchte auf, Googles Desktopsuchmaschine verschicke ungefragt Daten in das Internet – Grund genug, die Sache etwas näher zu beleuchten. Nach Angabe von Google handelt es sich bei den an einen zentralen Server versendeten Daten um eine eindeutige Anwendungsnummer, eine Versionsbezeichung sowie eine Nachricht über die erfolgreiche Installation. Liegt eine neue Version vor, lädt die Software diese automatisch herunter und installiert sie. Die Software bietet keine Möglichkeiten, dieses Verhalten manuell zu beeinflussen.

Beim ersten Start des Programms erscheint Hinweis-Popup mit der Frage, ob Sie die erweiterten Funktionen aktivieren oder deaktivieren möchten . Dieser äußerst missverständliche Hinweis (Abbildung 1) schaltet nicht etwa zusätzliche Features frei, sondern gibt der Software grünes Licht, um zusätzliche Daten an einen zentralen Server von Google zu versenden.

Abbildung 1

Abbildung 1: Das Freischalten der erweiterten Funktionen bietet danach nicht etwa mehr Features sondern gestattet der Software, statistische Informationen über das Internet zu versenden.

Nach Angaben der Privacy Policy [3] handelt es sich dabei ausschließlich um statistische Informationen wie Anzahl der Suchläufe und deren Geschwindigkeit. Personenbezogene Daten überträgt Google nach eigenen Angaben in keinem Fall.

Der Test mit dem Netzwerk-Sniffer ergab in der Tat keine besorgniserregenden Ergebnisse. Wie von Google behauptet enthielt die einzige Netzwerkverbindung zum Server http://desktop.l.google.com lediglich die Versionshinweise und Kennung:

GET /linuxstatus?af=0&brand=GGXD&version=Release_1.0.1.0060&as=gdl&rlz=1L1GGXD&id=c93f5ed6-11dc-2efb-d5b1-beb94b3b92ad HTTP/1.1
User-Agent: Mozilla/4.0 (compatible; GDLinux/1.0)
Host: desktop.google.com
Accept: */*

Andere Netzwerkaktivitäten waren während eines Testzeitraums von 14 Stunden nicht zu beobachten.

Google: Bedienung

Nach der Installation startet der Google Desktop einen Webserver, der sich nur über den lokalen Rechner erreichen lässt. Sofern auf dem PC darauf der Browser Firefox installiert ist, richtet die Software ein Addon für diesen ein, der zum einen das Indizieren des Browsercaches ermöglicht und zum anderen der Seite Google.de den zusätzlichen Link Desktop hinzufügt. Ein Klick darauf öffnet die lokale Suchseite, über die Sie unter Desktop-Einstellungen das Setup des Programms erreichen.

Zusätzlich richtet Google sowohl unter KDE als auch unter Gnome im Startmenü den Eintrag Google Desktop ein und fügt der Kontrollleiste einen Suchbutton hinzu. Ein Klick darauf öffnet das Schnellsuchfeld (Abbildung 2), ein zweimaliges Drücken von [Strg] führt zum gleichen Ergebnis.

Abbildung 2

Abbildung 2: Ein Doppelklick auf Googles Suchbutton öffnet das Schnellsuchfeld, das die Suche schon während der Eingabe startet.

Schon während der Eingabe in dieses Feld beginnt die Suche nach dem gewünschten Begriff, die Treffer zeigt die Software darunter an. Beim Klick auf den letzten Link ... Alle Ergebnisse im Browser anzeigen öffnet das Programm den Standardwebbrowser und zeigt dort die Treffer an,unterteilt nach verschiedenen Kategorien wie E-Mails, Medien oder Dateien (Abbildung 3). In der Grundeinstellung sortiert Google Desktop die Treffer absteigend nach Datum sortiert (neueste zuerst), erlaubt jedoch auch das das Umstellen auf die Trefferrelevanz. Der Link Aus Index entfernen blendet neben den Treffern eine Checkbox ein, mit der Sie unerwünschte Ergebnisse markieren, um sie aus dem lokalen Google-Suchindex zu entfernen.

Abbildung 3

Abbildung 3: Die Web-Oberfläche der lokalen Suchmaschine kategorisiert die Treffer nach verschiedenen Gruppen wie Medien und Dateien.

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