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Sabayon Business Edition 1.0,

Italienische Schleckerei

Kompakt, gut ausgestattet und trotzdem ohne Schnickschnack: So präsentiert sich die Sabayon Business Edition 1.0. Wir werfen einen ausführlichen Blick auf das Release.

Sabayon Linux [1] gibt es in zwei verschiedenen Editionen: Die Standard-Edition richtet sich an den Otto-Normal-Anwender, das 3,7 GB große DVD-ISO-Image bietet eine Fülle von Anwendungen und Tools und glänzt durch die Beigabe von Codecs und Multimediaplattformen. Die auf 1,7 GByte abgespeckte Business Edition ist noch relativ jung und bietet einen aufs wesentliche reduzierten Umfang. Dennoch ist sie einen näheren Blick wert.

Für alle, die mehr wollen

Das auf Gentoo basierende Sabayon Linux zeichnet sich durch eine hervorragende Hardware-Erkennung aus. Die Installation erfolgt direkt von der Live-CD /DVD. Vor dem Aufspielen der Distribution laden Sie mit einem Update eine aktuelle Version des Installers auf den Rechner laden.

Die Distribution baut auf die Kernel-Version 2.6.22 auf. Wichtiger Bestandteil ist der erst vor kurzem hinzugefügte WLAN-Stack Mac80211. Anwender von WLAN-Geräten mit Atheros-Chips profitieren von den vorhandenen Madwifi-Treibern. Aktuelle proprietäre Treiber für Nvidia- und ATI-Karten sorgen für die Unterstützung beschleunigter Grafik.

Die Live-DVD bietet dabei eine gute Möglichkeit, herauszufinden, ob Sabayon die vorhandene Hardware auch tatsächlich unterstützt. Neu ist hier, das Sie dabei Anwendungspakete aus dem Internet laden, installieren und verwenden können. So starten Sie zum Beispiel die Live-Distribution und laden eine aktuelle Version von Firefox auf Ihren Rechner.

Nach dem Start oder der Installation finden Sie sich auf einem übersichtlichen KDE-Desktop wieder. Selbst wenig erfahrene Anwender und Windows-Umsteiger finden sich hier schnell zurecht. Auf schwachbrüstigeren Rechner greifen Sie stattdessen zum schlanken Window-Manager Fluxbox.

Sabayon im Überblick

Komponente Version
System
Kernel 2.6.22
X.org 7.2
Oberfläche
KDE 3.5
Fluxbox 1.0-rc3
Internet
Firefox 2.0.0.4
Thunderbird 2.0.0.4
Büro
OpenOffice 2.2
Kontact 1.2.3
KMyMoney 0.8
Design
Gimp 2.2
Quanta Plus 3.5
Nvu 1.0
Entwicklung
Gcc 4.1.2
Qt Designer 4.2.3
XEmacs 21.4

Installation

Haben Sie beim Ausprobieren der Live-Version Gefallen an Sabayon gefunden, spielen Sie die Distribution mit dem von Fedora stammenden Installer Anaconda auf die Festplatte ein. Nach der Auswahl von Sprache und Tastaturlayout können Sie sich für zwei Desktopvarianten entscheiden: Wählen Sie zwischen Sabayon mit KDE und Sabayon mit Fluxbox, alternativ können Sie auch ein Kernsystem ohne grafische Oberfläche einrichten.

Mithilfe mehrerer Checkboxen legen Sie zudem fest, welche Paketgruppen auf dem Rechner installiert werden. Dabei stehen sechs verschiedene Gruppen zur Auswahl bereit: GNOME Desktop Environment, Advanced 3D Games, Basic Free Games, Multimedia Applications, Office Applications sowie Internet Applications. Eine benutzerdefinierte Auswahl einzelner Pakete sieht Sabayon zwar nicht vor, immerhin fördert ein Klick auf den Schalter Details eine Liste mit dem Inhalt der jeweiligen Paketgruppe zutage. Anschließend fragt der Installer ab, welche Dienste auf dem installierten System eingerichtet werden sollen. Zur Auswahl stehen Samba, Cups, NFS und SSH.

Die Einteilung der Festplatte legt Sabayon auf Wunsch automatisch fest oder überlässt sie alternativ dem Benutzer. Die automatische Partitionierung fasst verschiedene Partitionen zu via LVM zusammen, als Bootloader dient Grub. Als Dateisysteme bietet Sabayon Ext2, Ext3, Ext4, JFS, ReiserFS und XFS an, daneben unterstützt es auch das Microsoft-Dateisystem VFAT. Erfahrene Anwender, die in Ihrem Rechner mehrere Festplatten verwenden und mit sicherheitsrelevanten Daten arbeiten, können sich für ein Software-RAID-System entscheiden. Vorhandene Netzwerkkarten erkennt Sabayon und bindet sie selbständig mit ein. Die dabei getroffenen Konfiguration können Sie bei Bedarf später noch verändern.

Der Installer gibt eine Fehlermeldung aus, wenn die zur Systemeinrichtung ausgewählte Festplattenpartition kleiner als 12 GByte ausfällt. Achten Sie also darauf, dass Sie eine Partition für die Installation zur Verfügung haben, die dieser Anforderung entspricht. Ist das nicht der Fall, wird Sabayon zwar eingerichtet, Sie können aber keine zusätzlichen Softwarepakete installieren.

Wie bei anderen Distributionen auch, legen Sie vor dem Formatieren und Aufspielen des Linux-Systems das Passwort für den Systemadministrator root fest. Anschließend gilt es noch ein Benutzerkonto anzulegen, dann können Sie sich für einige Minuten zurücklehnen und ein Tässchen Kaffee genießen, solange der Installer die Distribution auf die Platte kopiert.

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