Missing Link
NimbleX und GeexBox
Arbeiten mit NimbleX
Die Distribution verfügt bereits von Haus aus über eine umfangreiche Software-Ausstattung, welche die meisten Anwendungsfälle bei der täglichen Arbeit abdeckt. Sollte doch ein Programm fehlen, hilft der Slackware-Paketmanager Gslapt (Abbildung 4) weiter. Generell macht die nachträgliche Installation von Paketen allerdings nur dann Sinn, wenn Sie zuvor den fixen Containerspeicher eingerichtet haben, da sonst alle installierten Anwendungen beim Neustart verloren gehen.
Nach dem Start des Paketmanager gilt es, zunächst mit einem Klick auf Update die Liste verfügbarer Pakete aus dem Netz nachzuladen. Danach steht Ihnen das komplette Software-Repository von Slackware 11 zur Verfügung.
Den Kernbestandteil der Office-Software stellt KOffice unter anderem mit der Textverarbeitung KWord, der Tabellenkalkulation KSpread und dem Präsentationsprogramm KPresent. Während Kontakt zur Adress- und Terminverwaltung dient, holen Sie mit KMail Ihre E-Mails ab. Für Telefonate verwenden Sie die auf dem Standardprotokoll SIP basierende VoIP-Software KPhone, mit dem multifunktionalen Instant-Messenger Kopete klinken Sie sich in Netzwerke wie ICQ, MSN, AIM oder Jabber ein. Zum Aufrufen von Webseiten stehen Ihnen Dillo und Konqueror zur Verfügung.
Auch zum Abspielen von Audio- und Videodateien bringt NimbleX mit Juk und dem MPlayer-Frontend KPlayer die passenden Programme mit. Etwas mager fällt dagegen die Auswahl an Software zum Bearbeiten von Bildern und Grafiken aus: Außer Kolourpaint ist in dieser Kategorie nicht viel geboten.
Zum Einrichten von Festplatten dient das Programm QtParted, das ähnlich wie Gparted und Partition Magic die Partitionen grafisch darstellt. Sie ändern damit die Größe und Position bestehender Partitionen oder erstellen neue. Im Test ließ das Programm aber nur jeweils einen Arbeitsschritt zu. Die folgenden wurden wegen gesperrter Datenträger verweigert. Erst ein Reboot erlaubte das weitere Bearbeiten der Datenträger.
NimbleX bringt neben Client- auch Serveranwendungen mit. Über den Eintrag Internet | NimbleX Servers des K-Menüs erreichen Sie die Start- und Stopskripte für den Web- und FTP-Server. Letzterer konnte im Test jedoch nicht überzeugen, da er bereits einfache Kommandos wie DIR mit einem Speicherzugriffsfehler quittierte. Beim Versuch, eine Datei via put auf den Server hochzuladen, schloss dieser mit dem Hinweis Service not available die Verbindung.
PXE (Preboot Execution Environment), als dritter Service im Bunde, ermöglicht Clients das Booten via Netzwerk – soweit die Theorie. In der Praxis verabschiedete sich der Testclient jedoch mit einer Kernel-Panic. Nicht viel besser bestellt ist es um den Webserver, der lediglich zum Ausliefern statischer Webseiten taugt.
Fazit
Wer ein kleines, aber leistungsfähiges Betriebssystem sucht, dabei aber nicht auf die gewohnte KDE-Arbeitsumgebung verzichten möchte, liegt mit NimbleX goldrichtig. Es bringt zu beinahe allen Anwendungsfällen die passende Software mit, fehlende Applikationen installieren Sie im Handumdrehen mit dem integrierten Paketmanager Gslapt nach. Damit veränderte Einstellungen und erstellte Dokumente einen Reboot überleben, bietet die Distribution das Erstellen einer Containerdatei an, in welcher sie diese speichert.
Lediglich der Betrieb der angegliederten Server (FTP, WWW und PXE) gibt Anlass zur Kritik: Während der FTP-Server keinerlei Transfers zuließ und die Verbindung abbrach, endete der Versuch, einen Client via Netboot über den PXE-Server zu starten, mit einer Kernel-Panic.



