Konkurrenzlos

Gobby steht in der Sparte der kollaborativen Editoren weitgehend konkurrenzlos da. Vom KDE-basierten Projekt MateEdit [5] gibt es leider seit über zwei Jahren keine neue Version mehr. Bei MoonEdit [6] handelt es sich um ein zwar kostenloses, aber nicht freies Produkt. Auch hier liegt die letzte Version bereits über zwei Jahre zurück. Die Entwickler kündigten inzwischen unter dem Namen Moonedit Pro eine neue, vermutlich kostenpflichtige Version an. Lediglich Webdienste wie Google Text & Tabellen [7] stellen die Notwendigkeit einer lokal laufenden Anwendung wie Gobby in vielen Arbeitsumgebungen in Frage.

Wünschenswert wäre in einigen Fällen, dass nicht alle Sitzungsteilnehmer jedes angebotene Dokument bearbeiten und einsehen könnten. Eine feiner abgestufte Rechtevergabe wäre denkbar; wer das optional gesetzte Passwort kennt, nimmt stets als gleichberechtigter Benutzer an der Sitzung teil. Allerdings lässt sich dieses Problem auf recht einfache Weise lösen: Starten Sie gegebenenfalls eine weitere Gobby-Instanz und darin eine Sitzung auf einem anderen Port.

Die weitgehende Alternativlosigkeit zu Gobby ist kein Grund zur Klage: Das Programm lässt kaum Features vermissen, nur das Fehlen einer Undo-Funktion sowie einer integrierten Rechtschreibprüfung stört. Abgesehen davon erfüllt das Programm seine Aufgabe tadellos und läuft bereits stabil. Die Benutzung ist intuitiv, dank der Zeroconf-Unterstützung gestaltet sich auch der Verbindungsaufbau einfach. Dass Gobby unter allen gängigen Betriebssystemen funktioniert, trägt ein übriges zu einem überzeugenden Gesamtbild bei.

Glossar

Zeroconf

Diese Technologie automatisiert die Konfiguration von Rechnern in einem Netzwerk, indem sie Dienste wie freigegebene Drucker oder Dateien und Verzeichnisse sowie andere Serverdienste automatisch allen Netzwerkteilnehmern bekannt macht. Die Vergabe von Netzwerkadressen erfolgt automatisch. Appletalk von Apple und Netbios von Microsoft erfüllen diese Aufgabe unter Mac OS respektive Windows bereits jetzt, allerdings will das Zeroconf-Projekt eine gut dokumentierte und auf offenen Standards basierende Lösung entwickeln.

NAT-Router

Teilen sich mehrere Rechner in einem internen Netz (LAN) einen Internetanschluss, um mit der Außenwelt zu kommunizieren, geschieht dies gewöhnlich über einen NAT-fähigen Router (NAT = Network Address Translation). Dieser stellt die Verbindung zum Internetanbieter her und erhält von diesem eine Internetadresse. Die Rechner des internen Netzes verbinden sich wiederum mit dem NAT-Router, der ihre Anfragen ins Internet weiterleitet.

Cross-Compiler

Ein Compiler, der auf einer Plattform läuft und Programme für eine andere übersetzt. Beispielsweise erzeugt Mingw unter Linux bei Bedarf Programme, die sich unter Windows ausführen lassen.

Infos

[1] Gobby: http://gobby.0x539.de

[2] Zeroconf: http://www.zeroconf.org

[3] DynIP: http://www.dynip.com

[4] DynDNS: http://dyndns.com

[5] MatEedit: http://mateedit.sourceforge.net

[6] MoonEdit: http://www.moonedit.com

[7] Google Text & Tabellen: http://docs.google.com

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