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Einschreiben – anschreiben – umschreiben

Gemeinsam Textdokumente bearbeiten

01.09.2007 Wer via Netzwerk gemeinsam einen Text bearbeiten möchte, findet mit Gobby das am besten geeignete Programm. Es erfüllt diese Aufgabe mit Bravour und macht Lust auf künftige Versionen.

Hilfreiche Kollegen: Weil der Brief bis Feierabend fertig werden muss, haben sie sich hinter dem Schreibtisch zusammengedrängelt, linsen über die Schulter auf den Bildschirm und weisen allesamt gleichzeitig auf Schreibfehler, unschöne Formulierungen und ähnliches hin. Nett gemeint – aber darf ich erstmal meinen Satz zu Ende schreiben, und dann bitte einer nach dem anderen!

Zum Glück gibt es angenehmere Methoden, gemeinsam an einem Text zu arbeiten. Mit Hilfe des "kollaborativen" Texteditors Gobby [1] (Abbildung 1) arbeiten mehrere Personen gleichzeitig an einem Dokument, ohne sich in die Quere zu kommen. Via Netzwerk erscheinen die Texte auf dem eigenen Bildschirm, und jeder kann nach Herzenslust daran herumtüfteln. Verschiedene Farben markieren die Beiträge der einzelnen Benutzer, in einem Chat-Bereich diskutieren die Sitzungsteilnehmer.

Abbildung 1: Die Beiträge verschiedener Sitzungsteilnehmer markiert Gobby mit unterschiedlichen Farben.

Klassisches Konzept

Gobby funktioniert nach dem bewährten Client/Server-Konzept: Die Benutzer installieren das Programm lokal auf ihrem Rechner; einer der Clients fungiert zugleich als Server, bei dem sich die anderen Teilnehmer anmelden. Das Betriebssystem stellt dabei kaum eine Grenze dar, denn Gobby gibt es nicht nur für Linux, sondern auch für Windows und Mac OS.

Der Verbindungsaufbau klappt denkbar einfach: Dank Zeroconf-Unterstützung [2] findet Gobby im lokalen Netz vorhandene Server automatisch und bietet sie zum Login per Mausklick an. Funktioniert dies nicht – etwa bei einer Verbindung via Internet – müssen Sie die Adresse des Servers kennen und manuell eingeben. Nur die Windows-Version von Gobby kennt bislang keine Zeroconf-Unterstützung.

Via Internet mit Abstrichen

Bei der Zusammenarbeit über das Internet zeigt sich ein Problem, das Gobby mit allen Anwendungen teilt: Häufig stehen einer reibungslosen Verbindung NAT-Router entgegen, die von außen eingehende Verbindungsanfragen zu Rechnern im internen Netz in der Regel ablehnen. Hinzu kommt, dass sich die Internetadresse gewöhnlich mit jeder Einwahl ändert, so dass der Server-Betreiber diese jedes Mal den anderen Teilnehmern mitteilen muss.

Eine Patentlösung gibt es für die genannten Probleme nicht. Eine beständige Internetadresse stellen Dienste wie DynIP [3] und DynDNS [4] zur Verfügung. Um einen Server in einem internen Netz hinter einem NAT-Router zu betreiben, konfigurieren Sie diesen so, dass er den verwendeten Port – der Gobby-Standard-Port ist 6522 – weiterleitet.

Steht Ihnen ein Internetserver mit fester IP-Adresse zur Verfügung, liefert das Gobby-Projekt eine elegantere Lösung mit. Das Programm Sobby, ein so genannter dedizierter Server, stellt eine Server-Komponente zur Verfügung, die Verbindungen von Gobby-Clients entgegen nimmt und verwaltet – ohne grafische Oberfläche.

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LinuxUser 06/2012

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