Home / LinuxUser / 2007 / 09 / Echtes Urgestein

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Echtes Urgestein

Erste Schritte mit dem Newsreader Tin

01.09.2007 Spartanisch, aber funktional – der Newsreader Tin verzichtet auf optischen Schnickschnack und konzentriert sich bei der Arbeit im Usenet aufs Wesentliche.

Um es gleich vorneweg zu nehmen: Ja, der Newsreader Tin ist spartanisch und gewöhnungsbedürftig. Suchen Sie ein Programm, das Ihre Kontakte und Termine verwaltet, einen eingebauten Texteditor samt Rechtschreibkontrolle besitzt, Sie im ICQ anmeldet und nebenbei Kaffee kocht [1], während Sie durchs Usenet streifen, dann sind Sie bei Tin komplett falsch aufgehoben. Legen Sie dagegen Wert auf ein Tool, das seit Jahren konstant solide Arbeit im Usenet verrichtet und auf diese Aufgabe spezialisiert ist, dann wagen Sie einfach mal einen Versuch.

Der Oldie verrichtet zum Beispiel seinen Dienst selbst dann noch, wenn jüngere Kollegen wie Thunderbird oder Pan längst die Waffen strecken. So macht er eine gute Figur auf Rechnern mit wenigen Ressourcen oder nach einem Absturz des X-Servers, wenn Ihnen nur eine Textkonsole zur Verfügung steht.

Sollte der Newsreader wider Erwarten nicht zum Lieferumfang Ihrer Distribution gehören, erhalten Sie das Programm von der Webseite des Projektes [2] oder von der Heft-CD. Die Installation geht schnell vonstatten. Im Kasten "Installation aus dem Quellcode" lesen Sie, was Sie dabei beachten sollten.

Installation aus dem Quellcode

Im ersten Schritt entpacken Sie den Tarball und wechseln in das neu entstandene Verzeichnis tin-1.8.3 hinein.

tar xvzf tin-current.tar.gz
cd tin-1.8.3

Als nächstes bietet es sich an, die möglichen Parameter zu studieren, über die Sie den Übersetzungsvorgang steuern. Mit ./configure --help | less rufen Sie die entsprechende Hilfe auf und leiten den Inhalt an den einfachen Pager Less weiter.

Falls Sie keine weiteren Parameter benötigen, um den Newsreader beispielsweise in Ihr Home-Verzeichnis zu installieren, starten Sie das Configure-Skript. Es sorgt dafür, dass die Programmdateien später im Pfad /usr/local landen.

Um das Programm zu kompilieren, rufen Sie anschließend das Kommando make build auf. Nun wechseln Sie mit dem Befehl su in den Account des Users root, um mit folgendem make install das Binary und die Manpage nach /usr/local/ zu installieren. Um die systemweite Konfiguration in das Verzeichnis /etc/tin zu schreiben, folgt der Befehl make install_sysdefs als letzter Schritt. Jetzt ist Tin bereit zum Einsatz.

Los geht's

Der erste Start des Newsreaders in der Konsole mit dem Befehl tin endet zumeist mit einer enttäuschenden Fehlermeldung: Lediglich mit einem schlichten tin aufgerufen, versucht das Programm (meist vergeblich) Newsgroups aus /usr/lib/news/active lokal von Ihrem Rechner zu lesen. Arbeitet auf Ihrem System kein Newsserver, der dort seine Dateien verwaltet, bricht Tin die Arbeit ab.

Um die Gruppen des Usenet zu lesen, greifen Sie auf das Kommando tin -r oder rtin zurück. Der Reader liest den Newsserver, mit dem er sich verbinden soll, nun aus der Variable $NNTPSERVER. Gelingt ihm dies nicht, schaut er in der Datei /etc/nntpserver nach. Ob dort ein entsprechender Eintrag steht, überprüfen Sie mit dem Befehl cat /etc/nntpserver beziehungsweise bei der Variablen durch echo $NNTPSERVER. Enthält die Variable keinen Rechnernamen, tragen Sie in die Konfigurationsdatei der bevorzugten Shell (zum Beispiel ~/.bashrc) folgende Zeile ein:

§§nopnumber
export NNTPSERVER=Newsserver.Provider.tld

Alternativ geben Sie Tin per Option beim Start einen NNTP-Server bekannt. Im Beispiel kommt der Newsserver des Providers T-Online zum Einsatz, der allen Kunden zur Verfügung steht:

$ tin -g news.t-online.de
tin 1.8.3 release 20070201 ("Scotasay") [UNIX] (c) Copyright 1991-2006 Iain Lea.
T-Online Newsserver bereit [00] (posting ok).
Lese Tastaturbelegungen…
[…]

Nachdem sich Tin mit dem Server verbunden hat, sehen Sie eine kleine Gruppenauswahl, die sich an Neulinge des Usenet richtet. Das sind unter anderem die Gruppen http://news://t-online.neubenutzer.fragen, http://news://de.newusers.infos und http://news://news.announce.newusers (Abbildung 1).

Abbildung 1: Zunächst präsentiert Tin seine Gruppenübersicht noch in Schwarzweiß.

Wie Sie sicher bemerkten, zeigt sich der Newsreader im Augenblick noch in schwarzweiß. Und natürlich fehlen für eine erfolgreiche Teilnahme am Usenet noch Details wie Ihre Mailadresse oder der einzustellende Zeichensatz Ihrer zukünftigen Beiträge. Dies konfigurieren Sie jedoch sehr leicht.

Konfigurieren

Im unteren Teil der Ansicht befindet sich eine hilfreich Liste der wichtigsten Tastaturbefehle, darunter auch ein Hinweis auf [H] wie Hilfe. Ein Druck auf diese Taste öffnet nun eine umfangreiche Liste aller Befehle und deren Funktionen. Dort findet sich auch die Kombination [Umschalt]+[M] für das Menü der konfigurierbaren Optionen oder einfach Optionsmenü in neueren Versionen. Um dorthin zu gelangen, schließen Sie die Hilfe mit [Q] und drücken in der Gruppenübersicht [Umschalt]+[M]. Es öffnet sich eine Liste mit über 120 Einstellungen.

Erschrecken Sie nicht über die vielen Möglichkeiten, Tin einzurichten. Vorerst sind nur wenige Optionen für Sie wichtig. Haben Sie sich näher mit dem Newsreader vertraut gemacht, konfigurieren Sie ihn später bis ins kleinste Detail. Die erste von Ihnen anzupassende Option findet sich in den Versandeinstellungen für Mail und News. Dort tragen Sie Ihre Mailadresse ein, gefolgt von Ihrem Vor- und Nachnamen, wobei Sie letztere in runde Klammern setzen. Mit [Eingabe] öffnen Sie dabei die Zeile, tragen die Daten ein und bestätigen wiederum mit [Eingabe]:

65. Mailadresse (und Name): Username
@Provider
.tld
(Vorname
Nachname
)

Bei neueren Version der Reihe 1.9 steht diese Option aufgrund gestiegenen Anzahl an Konfigurationpunkten an Stelle 86. Finden Sie eine Option nicht, suchen Sie über [/] einfach nach einem Schlagwort. Über die Pfeiltaste wandern Sie nun weiter nach unten durch das Menü, bis Sie den Eintrag MM_NETWORK_CHARSET erreichen. Dort öffnen Sie erneut über [Eingabe] die Zeile und wählen mit [Leertaste] einen zu Ihren Systemeinstellungen passenden Zeichensatz aus, wie zum Beispiel ISO-8859-15 oder UTF-8:

77. MM_NETWORK_CHARSET: ISO-8859-15

Zuletzt besuchen Sie den Parameter namens Benutze ANSI-Farben in der Sektion Farbeinstellungen. Diesen öffnen Sie ebenfalls über [Eingabe] und schalten über [Leertaste] die farbige Anzeige ein. Nun erscheint Tin farbig, und das Menü zeigt über zwanzig neue Optionen mehr zum Einstellen der Farben. Sagt Ihnen ein bunter Newsreader nicht zu, wechseln Sie jederzeit in den normalen Programmansichten mit der Taste [&] zwischen Schwarzweiß oder Farbe.

Freilich ist das Menü der konfigurierbaren Optionen nicht die einzige Möglichkeit, um Einstellungen am Newsreader vorzunehmen. Bei Bedarf bearbeiten Sie einfach die in deutsch kommentierte Konfigurationsdatei ~/.tin/tinrc in einem Editor Ihrer Wahl.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

853 Hits
Wertung: 113 Punkte (11 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...