Installation

Wenige Tage nach dem Bestellen kommt Post mit der bestellten CD-ROM und einem ordentlichen, deutschsprachigen Handbuch mit einem Umfang von 77 Seiten. Auf der CD-ROM befinden sich ein RPM- und ein DEB-Paket sowie ein Tar-Archiv für Distributionen, die über keines der beiden bekannten Paketmanagementsysteme verfügen. Zusätzlich zu den 32-Bit-Versionen erhalten Sie mit dem Bundle auch Software für 64-Bit-Systeme.

Die Installation sowohl unter Ubuntu 6.06.1 LTS als auch unter Edubuntu 7.04 gelingt sehr einfach: Ein Klick auf das entsprechende DEB-Paket, und schon startet der Installer. Er signalisiert nach wenigen Sekunden das Auflösen aller Abhängigkeiten. Ein weiterer Klick, und das Programm landet auf der Festplatte, wobei die Routine gleich zwei Programmstarter auf der Arbeitsoberfläche ablegt.

Unter RPM-basierten Systemen genügt ebenfalls ein Mausklick auf das RPM-Archiv, um den Installer zu starten, der die Software auf die Festplatte packt. Das Tar-Archiv entpacken Sie auf der Kommandozeile zunächst mit dem Befehl tar -xzvf turboprint-1.95-2.tgz und installieren die Software anschließend mit dem Befehl ./setup im neu angelegten Unterverzeichnis turboprint-1.95-2.

Die beiden Programmstarter TurboPrint-Setup und TurboPrint-Config benötigen Sie zur Auswahl des gewünschten Druckertreibers und zur Konfiguration des Druckers. Alternativ rufen Sie die Programme über die Kommandozeile durch Eingabe der Befehle xtpsetup für die Druckerauswahl und xtpconfig für die Konfiguration auf. Beim ersten Start öffnet Turboprint zunächst einen Dialog, in dem Sie den Browser zur Anzeige der Hilfefunktion eintragen (als Vorgabe steht hier konqueror). Außerdem erlaubt das Programm, den von Zedonet per E-Mail gelieferten Lizenzschlüssel zu installieren (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der Lizenzschlüssel schaltet das Wasserzeichen ab.

Haben Sie Browser und Lizenzdatei korrekt angegeben beziehungsweise installiert, öffnet sich das Hauptfenster mit der Druckerauswahl. Nach einem Klick auf den Button Neu erscheint in einem weiteren Dialog die Liste der unterstützten Geräte. Hier wählen Sie einfach Ihr Modell aus.

Sie dürfen dabei mehrere Geräte markieren. Diese tauchen anschließend im Hauptfenster untereinander auf. Nach der Modellauswahl fragt das Setup den Druckerport und das verwendete Protokoll ab. Die hier vorgegebenen Werte stimmen in der Regel bei Einzelplatzsystemen. Turboprint bietet an dieser Stelle zudem die Option, Netzwerkdrucker anzusteuern.

Anhaltender Widerstand

Trotz korrekter Parameter arbeitete der Canon MP160 im ersten Anlauf nicht mit dem Testsystem zusammen. Zwar tauchte das Modell in der Liste der unterstützten Drucker auf; die Hardware reagierte jedoch auf keine Kommandos. Das daraufhin konsultierte Handbuch lieferte den Hinweis, dass das Cups-System es erlaubt, USB-Drucker direkt über den Gerätenamen anzusprechen. Dazu geben Sie im Feld Anschluss den String usb://Hersteller/Druckermodell ein.

Leider hat sich ausgerechnet in diesem Kontext ein Fehler ins Handbuch eingeschlichen: In den dort aufgeführten Beispielen steht der Herstellername stets mit einem kleinen Anfangsbuchstaben. Um den Drucker jedoch anzusprechen, müssen Sie den Namen des Druckerherstellers mit großem Anfangsbuchstaben eingeben (Abbildung 3).

Abbildung 3: Das Setup zeigt in einer übersichtlichen Liste die angeschlossenen Drucker.

Auch nach dieser Korrektur wollte der Canon MP160 an drei Testnotebooks von IBM und Toshiba partout nicht arbeiten. Lediglich an einem stationären System ließ der Drucker sich zur Kooperation bewegen. Nach mehreren Stunden heftiger Fehlersuche stellte sich heraus, dass Turboprint bei mobilen Geräten offensichtlich jede Zusammenarbeit mit USB-Druckern verweigert, wenn diese an einer PC-Card- oder Cardbus-Steckkarte hängen.

Schließen Sie den Drucker an die im Notebook eingebaute USB-Schnittstelle an, findet die Software nach der Installation das Gerät sofort und trägt den korrekten Anschluss selbstständig ins Menü ein. Der Ausdruck einer Testseite klappt, und der Drucker in seiner Grundkonfiguration ist fertig eingerichtet.

Rufen Sie zur Kontrolle der Konfiguration im Webbrowser über die URL http://localhost:631 die Seite des lokalen Cups-Dienstes auf und vergewissern Sie sich, dass der neu definierte Drucker hier tatsächlich auftaucht (Abbildung 4).

Abbildung 4: Der Turboprint-Treiber arbeitet problemlos mit dem Webinterface von Cups zusammen.

Im Gegensatz zu den originalen Cups-Treibern verwendet Turboprint für die Drucker keine aussagekräftigen Namen, sondern nummeriert diese mit dem Prefix tp aufsteigend durch. Der erste installierte Drucker arbeitet dabei als Standarddrucker und nimmt ab sofort alle Druckaufträge an. Das eigenmächtige Ändern des voreingestellten Druckers ist jedoch nicht immer gewünscht. Prüfen Sie die Konfiguration vor allem, wenn Farbdrucker zusätzlich ins Netzwerk kommen. Ansonsten leitet der Server unter Umständen alle Druckaufträge an den neuen Drucker weiter, der dann im laufenden Betrieb möglicherweise hohe Kosten verursacht.

Zum Feintuning der neuen Drucker klicken Sie auf das Icon TurboPrint-Config. Das sich öffnenden Fenster enthält sieben horizontal angeordnete Reiter für die individuellen Einstellungen an jedem Gerät. Der erste Reiter, Drucker, erlaubt es, für das jeweilige Modell grundlegende Parameter, wie Papierart, Auflösung und Farbdruck, einzustellen. Die Schalter dienen dem schnellen Zugriff, wenn Sie beispielsweise einen Entwurf in einfacher Qualität und im Schwarzweiß-Modus drucken möchten.

Unter dem zweiten Reiter, Papier, finden sich detaillierte Einstellungen zur verwendeten Papiergröße, der Zufuhr und Ausgabe sowie einige interessante Einstellungsmöglichkeiten zum verkleinerten Drucken oder zur beidseitigen Ausgabe. In der rechts angeordneten Option Seiten pro Blatt besteht die Möglichkeit, auf einem Blatt Papier eine, zwei oder vier Druckseiten wiederzugeben. Die verkleinerte Wiedergabe bietet sich vor allem bei Tabellen und Listen an, bei denen Sie lediglich einen groben Überblick benötigen. Als nützlich erweist sich – sofern die Hardware es erlaubt – die Option des beidseitigen Druckes in einem Durchgang. Gute Laserdrucker verfügen meist über eine Duplex-Einheit, die das Papier in einem einzigen Durchlauf entsprechend wendet.

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