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Doppelpack

Yoper 3.0 im Live-Betrieb und als Installation auf der Festplatte

01.08.2007
Mit einer kombinierten Live- und Installations-CD versucht das Yoper-Team Anwendern die neue Version 3.0 »Titanium« schmackhaft zu machen.

Neben den großen Distributoren, die oft kommerzielle Wege gehen, sorgen vor allem die kleinen, unbekannteren Linux-Derivate für die bunte Vielfalt in der Community. So brachte das kleine Entwicklerteam um Tobias Gerschner Mitte Juni bereits die dritte Generation von Yoper Linux [1] mit dem Beinamen »Titianium« heraus. Yoper kommt als ein für i686-Prozessoren optimiertes und sehr kompaktes System, welches bereits in der Vergangenheit beinahe durchweg Lob für sein sehr gute Performance erhielt.

Neben der auf der Heft-DVD enthaltenen Live-CD veröffentlichten die Entwickler noch eine 142 MByte große Slim-Version für besonders schlanke Installationen sowie eine DVD-Version, die mit rund 3,7 GByte Daten den derzeitigen Stand des gesamten Repository abbildet. Die Installations-CD schlägt bei einem Download [2] mit etwa 690 MByte zu Buche.

Neuigkeiten

Die wichtigsten Neuerungen in Yoper 3.0 »Titanium« betreffen den Bootvorgang und den verwendeten Paketmanager. Bevorzugten die Entwickler bisher Apt4rpm [3], so hält mit dieser Release Smart Einzug in die Distribution. An die Bootskripte sowie die Installationsroutine legten die Developer ebenfalls Hand an und schrieben diese völlig neu. Ein Buildserver zum einfachen Erstellen neuer Pakete befindet sich im Aufbau.

Die Kernkomponenten des Systems bekamen durchweg Updates: So basiert Yoper 3.0 auf Kernel 2.6.21.1. Mit Xorg 7.2, KDE 3.5.7, KOffice 1.6.3 und Firefox 2.0.0.4 steht ein zeigtgemäßer Desktop bereit. Die Live-CD bietet zum Kennenlernen und Installieren zwei verschiedene Wege an.

Probieren und Installieren

Nach dem Booten stellt Yoper Sie vor die Wahl: Entweder nutzen Sie die CD im Live-Betrieb oder starten gleich mit einer Installation. Wählen Sie ersteres, startet direkt ein X-Server nebst aufgeräumtem KDE-Desktop. Ein Blick ins Menü zeigt, wie viel Software das System mitbringt. Daher verwundert es um so mehr, dass die Entwickler auf die Beigabe eines aktuellen OpenOffice verzichteten.

Abbildung 1: Yoper hält eine große Auswahl an Software bereit, benutzt aber viele kleine Tools zur Konfiguration des Systems.

Yoper verzichtet im Live-Betrieb auf sprachliche Vielfalt. Nutzen Sie den Punkt Language im Menü System Settings, so teilt das System mit, dass die Änderungen erst nach einem erneuten Login wirksam werden. Ein Abmelden des aktuellen Benutzers führt jedoch zu einem kompletten Reboot. Ebenso fand sich im Test kein Dialog oder sonstige Möglichkeit, um die Tastaturbelegung umzustellen. Daher bleibt im Augenblick nur die feste Installation, wenn Sie Yoper lokalisiert erleben wollen.

Das Setup richtet das Netzwerk nur über einen DHCP-Server ein. Änderungen, wie die Eingabe manueller Verbindungsdaten, ignoriert das Live-System beharrlich. Ein KDE-Absturz oder anderweitiges Beenden des X-Servers führte im Test stets zu einem Reboot des gesamten Systems. Eine Rückkehr zur Auswahl im Setup scheint nicht möglich.

Abbildung 2: Im Live-Modus scheint Yoper keine Konfiguration des Netzwerks zu ermöglichen.

Zur Systemkonfiguration bringt Yoper einige grafische Tools mit, verlässt sich jedoch weitgehend auf die KDE-internen Tools. Eine zentrale Stelle zum Verwalten des Systems existiert nicht. Das Paketsystem Smart bringt eine grafische Oberfläche mit, die das Nachinstallieren von Software kinderleicht macht.

Bei der Installation auf eine Festplatte vertrauen die Yoper-Entwickler auf eine textbasierte Installationsroutine. Diese erreichen Sie nur über das Auswahlmenü beim Start, nicht über das gestartete Live-System. Die Installation liegt ebenfalls derzeit nur komplett in Englisch vor.

Es lohnt sich, im Vorfeld die Manpage des Partitionierungswerkzeugs Cfdisk zu studieren, da Yoper dies bei der Installation verwendet. Nach den Angaben für die Root-, Swap- und eine optionale Home-Partition beginnt Yoper bereits mit der Installation des Systems. Einen Reboot später fährt die Installation textbasiert mit dem Einrichten der Benutzerkonten und Passwörter sowie der Konfiguration des Alsa-Systems fort. Eine kleine Community steht unter [4] bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite.

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