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Monitore komfortabel konfigurieren mit DDCcontrol

Testbild

Wer mehr am Monitor konfiguriert, als ab und an auf die Autoadjust-Taste zu hämmern, der weiß ein komfortables Tool wie DDCcontrol schnell zu schätzen. Es erleichtert mit seiner grafischen Oberfläche das Einstellen ungemein.

Den Bildschirm mit den kleinen fitzeligen Tasten am Monitor einzustellen, gerät schnell zum Geduldsspiel: Rein ins Menü Bildbreite, wieder zurück, um die horizontale Bildlage zu kontrollieren, dann wieder die Bildbreite einstellen, und so weiter und so fort. Das kleine Programm DDCcontrol präsentiert sich dazu als bequeme Alternative. Im Zusammenspiel mit der einfach gehaltenen Gtk-Oberfläche gelingt das Konfigurieren von CRT- und TFT-Monitoren kinderleicht.

DDCcontrol macht sich die DDC/CI-Steuerleitungen zu nutze. DDC steht für Display Data Channel und ist eine serielle Schnittstelle zur Kommunikation zwischen Grafikkarte und Wiedergabegerät. Die VESA hat den Standard verabschiedet. Normalerweise erhält der Grafiktreiber über diese Schnittstelle seine Informationen, anhand derer er die richtigen Einstellungen für Auflösung und Wiedergabefrequenz wählt.

Mit DDCcontrol nehmen die Daten zusätzlich den entgegengesetzten Weg. Welche Monitore und Grafikkarten das Programm unterstützt, ist der Dokumentation unter [1] und [2] zu entnehmen. Doch auch, wenn die eigene Hardware nicht in der List steht, lohnt es sich, das Programm auszuprobieren.

Installation

Debian-Nutzer greifen bei der Installation des Konfigurations-Helfers auf fertige Programmpakete aus dem Testing-Repository zurück. Auch im Reportoire der aktuellen Ubuntu-Version 7.04 befinden sich die notwendigen Pakete, die auf die Namen ddccontrol und ddccontrol-db sowie gddccontrol für das Frontend hören. In beiden Fällen zieht das Paketmanagement automatisch die Abhängigkeiten nach (siehe Tabelle "Abhängigkeiten").

Abhängigkeiten

Paketname Version
Libddccontrol-db 20060308
Libxml2 2.6.26
Pci-utils (optional)
Gtk+ >= 2.4 (für die grafische Oberfläche)

Nutzen Sie keine von beiden Distributionen, und befinden sich im Repository Ihres Linux-Systems keine passenden Pakete, steht Ihnen der Weg über das eigenhändige Übersetzen der einzelnen Pakete offen. Nehmen Sie die Quellen von der Heft-CD, oder laden Sie diese aus dem Netz [4] herunter. Zusätzlich benötigen Sie die notwendigen Bibliotheken und Werkzeuge. Die aufgeführten PCI-Utils brauchen Sie jedoch nur, wenn Sie DDCcontrol den direkten Zugriff auf den Speicher (Direct Memory Access) erlauben möchten.

Zusätzlich zu den Abhängigkeiten setzt die Installation aus den Quellen die entsprechenden Entwicklerpakete voraus, die zum Beispiel unter Debian den Anhang -dev tragen. Für die grafische Oberfläche braucht es außerdem eine funktionsfähige GTK-Umgebung inklusive Devel-Pakete auf dem System. Nach dem Setup aller Abhängigkeiten stoßen Sie die Installation der beiden DDCcontrol-Komponenten jeweils mit dem Dreischritt ./configure && make && make install an. Im Anschluss steht dem ersten Start nichts mehr im Wege.

Monitorerkennung

Haben Sie die grafische Oberfläche mitinstalliert, starten Sie mit dem Befehl gddccontrol in einem Terminal das kleine Tool. Die Software versucht nun den Typ des Monitors zu erkennen. Schlägt dies fehl (Abbildung 1), kommen dafür zwei Gründe in Frage: Entweder unterstützt das Wiedergabegerät das DDC/CI-Protokoll nicht, oder das Monitormodell hat noch keinen Eingang in die Datenbank gefunden. Im ersten Fall existiert derzeit kein Ausweg. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als das Gerät auf herkömmlichem Weg zu konfigurieren.

Abbildung 1: Kein Grund zu verzagen – viele noch nicht gelistete Monitore konfigurieren Sie einfach aus einem Basisprofil heraus.

Im zweiten Fall wählt DDCcontrol ein vom Gerät unabhängiges Basisprofil und warnt davor, dass es nicht alle Funktionen unterstützt oder, dass Funktionen eventuell zu unerwarteten Ergebnissen führen. An dieser Stelle bitten die Entwickler um Mitarbeit: Besitzen Sie einen bisher nicht aufgeführten oder unterstützten Monitor, lesen Sie mit dem Befehl export LANG= ;export LC_ALL= ;ddccontrol -p -c -d die Gerätedaten aus. Schicken Sie diese in einer kurzen E-Mail an die Mailingliste des Projekts [6]. Das hilft den Entwicklern die Datenbank beständig zu erweitern.

Obwohl die im Test verwendeten Geräte nicht in der Datenbank standen, funktionierten die Monitore und die meisten Einstellmöglichkeiten, da sie konform zum VESA-Standard DDC2B sind. Wie bei allen Aktionen mit DDCcontrol setzt auch dieses Kommando voraus, dass Sie mit Root-Rechten arbeiten. Das Programm benötigt Zugriff auf /dev/mem zum korrekten Arbeiten. Laden Sie zusätzlich das Modul i2c-dev sowie das Framebuffer-Modul für die Grafikkarte in Ihrem Rechner.

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