Wetterfühlige Simulatoren

Vor wenigen Jahren wirkten Wolken im Simulator eher wie Berge von Würfelzucker denn als luftige Gebilde. Heute überzeugen beide FSX wie Flightgear mit sehr realistischen Wettereffekten und entsprechenden Auswirkungen auf das Flugverhalten. Einfaches Zu- und Abschalten von Wetterlagen kann aus einem gemächlichen Sonntagsausflug einen wahren Höllenritt machen.

Sowohl Flightgear als auch der Flight Simulator X stellen Wolken sehr detailgenau dar. Wolkenfelder von Kumuluswölkchen bis zu komplexen Stratoclustern bauen sich während des Fluges zum Teil zeitgenau auf und ziehen gemäß voreingestellten Wind- und Druckverhältnissen über die virtuelle Welt. Boden- und Driftnebel, Gischt und Hitzeflimmern komplettieren den Wetterrealismus – wobei hierbei der FSX ein wenig überzeugender wirkt (Abbildung 3). Er kann zusätzlich reale Wetterdaten in Echtzeit über das Internet laden und darstellen: Das ermöglicht, die realen Wetterbedingen an einem beliebigen Ort der Erde mitzuerleben und nachzuvollziehen.

Abbildung 3: Feine Wölkchen und glitzernde Lichteffekte: Beim Flightsimulator X wirken Objekte in höchster Detailstufe zum Verwechseln echt.

Flugverhalten

Doch genug der Vorrede, der erste Start steht an. Unsere Wahl fällt auf eine Cessna 172 Skyhawk. Dieses Arbeitspferd der Zivilluftfahrt bringen so gut wie alle gängigen Simulatoren standardmäßig mit, und auch in der Praxis stellt die Skyhawk ein Einstiegsmodell dar. Die Cessna 172 in Flightgear reagiert im Großen und Ganzen realistisch. Selbst Feinheiten wie das typische Rückdrehmoment oder den induzierten Startwiderstand haben die Entwickler beachtet.

Eine einfache Platzrunde macht in beiden Simulatoren ähnlich viel Spaß wie in einer echten Maschine. Die Unterschiede zur Realität offenbaren sich allerdings bei einfachen Sonderfluglagen. Während der FSX an der Abrisskante vor dem vollständigen Überziehen noch ein Rütteln in den Rudern ausführt, verabschiedet sich Flightgear hier bereits vom Realismus. Auch Trudeln, Steilkurven oder Sturzflüge haben bei Flightgear nicht die notwendigen realistischen Konsequenzen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Kurz vor dem Absturz: Obwohl die Cessna 172 viel zu steil und schnell ist, nimmt sie unter Flightgear keinen Schaden.

Eine Überlastung der Maschine, das Abreißen von Fahrwerken bei der Landung oder Brechen von Rudern und Tragflächen simuliert Flightgear selbst bei schweren Flug- und Steuerfehlern nicht. Gleiches gilt für Start und Landung sowie für Kollisionen mit anderen Teilnehmern im Luftverkehr. Dieser Umstand macht deutlich, dass die Entwickler aus Redmond schon wesentlich länger Erfahrungen in der Schadenssimulation sammeln konnten. Im FSX offenbaren sich die Schwächen der Simulation erst in Bereichen, in die höchstens Testpiloten absichtlich vordringen.

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