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Takeoff

Flugsimulatoren im Vergleich

01.08.2007 Fliegen muss nicht teuer sein: Der freie Simulator Flightgear macht dem kommerziellen Platzhirsch MS FSX zunehmend Konkurrenz.

Hobbypiloten haben sowohl in der Realität als auch virtuell zahlreiche Möglichkeiten, sich in die Lüfte zu erheben. Flugerfahrung in der echten Welt zu sammeln kostet viel Zeit und Geld. Schon eine einzige Flugstunde auf kleinen Maschinen schlägt mit 150 bis 200 Euro zu Buch. In einem der sehr spärlich über Deutschland verteilten professionellen Simulatoren hebt man nicht viel günstiger ab. Selbst den Mitflug bei einer Airline bekommt man nur selten für die gern angepriesenen 19,90 Euro. Günstiger ist auf Dauer der virtuelle Flug am heimischen Rechner.

Der kostenfreie und plattformunabhängige Simulator Flightgear wird seit über zehn Jahren entwickelt und stellt mittlerweile eine ernst zunehmende Konkurrenz zu kommerziellen Produkten dar. Die Installation erfolgt auf populären Distributionen wie Ubuntu, Debian und Suse Linux unkompliziert über den integrierten Paketmanager. Alternativ laden Sie von der Website des Projekts [1] das rund 170 MByte große Quellpaket zur eigenen Übersetzung oder eine Live-CD zum einfachen Testen herunter. Für Windows-Systeme und andere Plattformen wie Solaris und FreeBSD stehen ebenfalls Installationsdateien bereit [2]. Für den Betrieb auf der PowerPC- und Intel-Plattform von Apple hat sich ein eigenes Projekt gegründet [3].

Einen detaillierten Überblick über die Installation und Konfiguration unter Linux vermittelt der LinuxUser-Beitrag aus Ausgabe 11/2005 ([4], auch auf Heft-CD). Lediglich die Einstellungen für die Inbetriebnahme eines Joysticks zur Steuerung haben sich leicht verändert. So fragt in der aktuellen Version komfortabel ein Dialog die gewünschten Belegungen des Steuergeräts ab und schreibt diese eine Konfigurationsdatei.

Die Konkurrenz aus Redmond

Seit Mitte der 80er Jahre entwickeln verschiedene kommerzielle Hersteller Flugsimulationssoftware für Heimcomputer. Bereits früh etablierte sich der Flightsimulator aus dem Hause Microsoft in dieser Marktnische. Zuerst noch als reines Ausbildungsinstrument für Flugschüler eingesetzt, zogen die Simulatoren schon bald mehr und mehr Hobbyanwender in ihren Bann, sodass zur Jahrtausendwende mehrere kommerzielle Produktserien wie beispielsweise "Flight Unlimited", "ProPilot" oder auch "Falcon" nebeneinander existieren konnten. Langfristig behauptet sich jedoch lediglich das Microsoft-Produkt, das im letzten Jahr in der zehnten Neu-Auflage erschienen ist.

Schon die Basisausführung des Flight Simulator X (FSX) kostet rund 50 Euro. Für die Profiversion, die verschiedene zusätzliche Fluggeräte, Missionen und Funktionen beinhaltet, wandern zwischen 70 und 80 Euro über den Ladentisch. FSX setzt eine Windows-XP- oder Vista-Installation und stattliche 14 GByte freien Platz auf der Festplatte voraus. Zusätzlich stellt der Simulator hohe Anforderungen an die vorhandene Hardware: Erst mit Hochleistungs-CPU und SLI-Grafik-Verbund lassen sich alle Funktionen und Effekte in höchster Auflösung genießen. Die Installation erfolgt in der Regel einfach und unkompliziert; in Einzelfällen treten jedoch scheinbar unlösbare Treiberkonflikte auf, die einen deutlich erhöhten Analyse- und Installationsaufwand nötig machen.

Die Welt in der Simulation

Die Welt an sich simulieren die beiden Kontrahenten sehr unterschiedlich. Ist die Flightgear-Welt in der Standardinstallation noch sehr einfach und rudimentär, strotzt der FSX nach dem Start mit Details und Effekten. Ausgewählte Städte wie Rio de Janeiro oder San Francisco bildet er mit hoher Präzision nach. Aber auch Hamburg oder Berlin erkennen Heimpiloten beim Überfliegen wieder. Fernab gängiger Routen und populärer Landstriche nimmt die Detailgenauigkeit jedoch rapide ab.

Viel geleistet haben die FSX-Entwickler hinsichtlich der Darstellung von Wasser, Licht und Schatten. Ob Wolken, Umgebung oder die Flugzeuge – es funkelt, blinkt und spiegelt fast wie in Realität – kostet aber auch einen gehörigen Teil der Rechenleistung. Hier gibt sich Flightgear weitaus bescheidener. Wasserflächen, Gebäudetexturen und sonstige Szenerieobjekte wie beispielsweise auch andere Maschinen gibt es lediglich grob gezeichnet wieder (Abbildung 1), bewegte Momente wie Straßen- oder Schiffsverkehr suchen Anwender vergebens. Auch in der Luft ist außer der eigenen Maschine kein weiterer Verkehr sichtbar.

Ganz anders in der virtuellen Welt von Microsoft. Abhängig von der Tages- und Jahreszeit strömt der Verkehr auf allen Wegen. Realistischer Luftverkehr jedoch muss für rund 60 Euro zusätzlich als Addon erworben werden. Ein großes Manko in der Simulation von Flightgear stellt die unzureichende Umsetzung von Gebäuden dar. Sie bilden in den meisten Fällen kein massives Hindernis und führen nicht wie in der Realität bei Kollisionen zu Beschädigungen. Wasser hingegen gibt sich als fester Untergrund: So ist es beispielsweise möglich, in San Francisco die Golden Gate Bridge mit der Trägfläche zu streifen, um dann das Flugzeug kurz vor Alcatraz (Abbildung 2) sicher auf der Wasseroberfläche der San Francisco Bay aufsetzen zu lassen – und das ganz ohne Kufen oder Schwimmkörper.

Abbildung 1

Abbildung 1: Mit einem Learjet über San Francisco: In der Flightgear-Standardinstallation stehen dort nur grob gezeichnete Betonblöcke, Einzelheiten der City sind nicht zu erkennen.

Abbildung 2

Abbildung 2: Von der Golden Gate Bridge nach Alcatraz: Eine Landung auf dem Wasser ist mit Flightgear anders als in der Realität auch ohne Spezialausstattung möglich.

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