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Staying Alive

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Powertop einspielen

Nun kopieren Sie noch Powertop von der Heft-DVD auf Ihren Rechner oder laden die neueste Version aus dem Netz herunter, da die Entwicklung momentan recht rasant verläuft. Sie entpacken das Archiv, wechseln ins das neue Unterverzeichnis und geben make ein, um die Software zu übersetzen. Anschließend starten Sie diese direkt aus dem Verzeichnis über sudo ./powertop.

Guck mal, wer da saugt

Glaubt man Intel, läuft Powertop am besten auf Notebooks mit Intel-Prozessoren. C-State-Informationen (siehe Kasten C-States) gibt es nur für mobile CPUs auf Laptops. AMD- und Desktop-Nutzer können aber zumindest den Stromverbrauch einzelner Programme messen.

Powertop zeigt verschiedene Werte an (Abbildung 1). Ganz oben sehen Sie, wie lange die CPU in einem bestimmten C-State (siehe Kasten "C-States") verharrt. Das gibt Aufschluss darüber, wie gut die gewählten Kernel-Optionen wirken. Idealerweise sollte die CPU 95 Prozent der Zeit im C3- oder C4-Zustand mit einer Average Residency von 50 Millisekunden verbringen – so die Powertop-Webseite.

C-States

Gewöhnlich kennt die CPU verschiedene C-States: Je höher die Nummer, desto weniger Strom konsumiert die CPU. Es gibt vier C-States, wobei sich die höchsten beiden Zuständen C3 und C4 – der Schlafmodus – nur wenig voneinander unterscheiden.

Im Bereich darunter steht eine rot unterlegter Wert neben Wakeups-from-idle: Er zeigt an, wie oft pro Sekunde der Prozessor aufwacht. Diesen Wert gilt es möglichst niedrig zu halten. Hier behauptet die Webseite, man könne einen dreistelligen Wert in einen einstelligen verwandeln. Theoretisch funktioniert das auch, allerdings brauchen Sie dazu eine Menge Patches und Workarounds. Im Test senkten wir 205 Wakeups auf immerhin 29 Wakeups pro Sekunde (Abbildung 5 und 6). Die Zeile unter den Wakeups offenbart, wie lange die Batterien des Notebooks noch halten – vorausgesetzt es arbeitet gerade im Batteriemodus. Die Laufzeit der tragbaren Rechner verlängert sich, je mehr Stromfresser Sie abschalten.

Abbildung 5: Auf einem nicht optimierten System weckt die Software den Kernel etwa 205 Mal pro Sekunde auf, was Energie kostet.

Abbildung 6: Nach dem Optimieren wacht der Prozessor nur noch 29 Mal aus der Siesta auf. Die Laptop-Batterie hält schon etwas länger.

Mit am interessantesten erscheint die Liste von Programmen, die Powertop im unteren Bereich aufführt (Abbildung 5 und 6). Sie zeigt hierarchisch sortiert, welche Programme die CPU prozentual am häufigsten stören.

In der Fußleiste zeigt Powertop mitunter einen dritten schwarzen Balken an, der einen Buchstaben und daneben einen laufenden Prozess anzeigt, der viele Wakeups verursacht. Drücken Sie den Buchstaben, sendet Powertop ein Kill-Signal an diesen Prozess. Mitunter helfen schon kleine Einträge in einer Konfigurationsdatei, um die Charts der großen Energieverbraucher aufzumischen. Meist spielen Sie aber spezielle Patches ein, um den Energiebedarf eines Programms zu senken. Schreiben Sie etwa Option "NoDRI" in die Datei /etc/X11/xorg.conf in die Section "Device", verschwindet der Eintrag <interrupt> i915@pci aus der Liste der größten Stromfresser.

Vor der Beseitigung der Probleme steht aber die Frage: Welches Programm verbirgt sich zum Beispiel hinter i8042? In solchen Fällen bieten die Mailing-Liste [7] und die Rubrik Tipps & Tricks [8] der Powertop-Webseite Hilfe an. Im Fall von i8042 hilft die FAQ [6] weiter und verrät, dass es sich um den Kernel-Treiber für Maus und Tastatur handelt – kein Wunder also, dass dieser Eintrag auftaucht, sobald Sie am Computer arbeiten.

Glossar

ACPI

Advanced Configuration und Power Interface. Einen offener Industriestandard, der sich um die Energieverwaltung von neueren Rechnern kümmert. Die einzelnen Hardwarekomponenten des Systems müssen dabei ACPI-kompatibel sein, etwa die Hauptplatine, das BIOS und die CPU.

C-States

Leerlaufzustände bei ACPI-fähigen CPUs. Sie gliedern sich in vier Phasen von C1 (Leerlauf) bis C4 (Verarbeitungsstopp). Core-Duo-Prozessoren kennen darüber hinaus noch den Status Deep C4.

Infos

[1] Powertop: http://www.linuxpowertop.org

[2] Frische Linux-Kernel: ftp://ftp.kernel.org/pub/linux/kernel/v2.6

[3] Kernel kompilieren: Peter Kreussel, "Kerngeschäft", LinuxUser 06/2006, S. 88, http://www.linux-user.de/ausgabe/2006/06/088-kernel-kompilieren/index.html

[4] Kernel kompilieren unter Open Suse: http://www.thomashertweck.de/kernel26.html

[5] Ubuntuwiki zum Kernel: http://wiki.ubuntuusers.de/Kernel

[6] Die Powertop-FAQ: http://www.linuxpowertop.org/faq.php

[7] Mailingliste von Powertop: http://www.bughost.org/mailman/listinfo/power

[8] Tipps und Tricks zu Powertop: http://www.linuxpowertop.org/known.php

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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