Spiele installieren

Auch die Installation von Spielen erfolgt bequem über das grafische Cedega-Frontend Point2Play. Dazu legen Sie die CD oder DVD mit der Setup-Datei des Spiels in das entsprechende Laufwerk Ihres PCs. Achten Sie dabei darauf, dass Linux den Datenträger ins Dateisystem einhängt.

Klicken Sie nun in der Point2Point-Symbolleiste auf Install und tragen Sie im daraufhin erscheinenden Dialog in der Zeile Game Folder eine Bezeichnung für das Spiel ein. Unter diesem Namen finden Sie es später im Fenster von Cedega wieder. Für einige Spiele gibt es bereits einen Eintrag in der Liste GDDB Entry: In diesem Fall wählen Sie den passenden Datenbankeintrag aus.

Nun gilt es Cedega den Pfad zu den Installationsdateien des Spiels zu weisen. Klicken Sie auf den Schalter Browse, der sich neben dem Eingabefeld Installer (include full path) finden. Daraufhin erscheint ein Dateidialog, in dem Sie die Setup-Datei auf dem Installationsmedium auswählen. In vielen Fällen heißt sie schlicht Setup.exe (Abbildung 5). Durch einen Mausklick auf den Schalter Continue starten Sie nun die Installation des Spiels (Abbildung 6).

Abbildung 5: Der Emulator benötigt nur wenige Angaben, um die Installation des gewünschten Spiels anzustoßen.
Abbildung 6: Icewinddale wird installiert. Ohne die Menü- und die Taskleiste könnte man meinen, unter Windows zu arbeiten.

Nach deren Abschluss finden Sie links im Point2Point-Fenster einen neuen Eintrag für das frisch eingerichtete Programm. Nach dessen Anwahl erscheinen rechts daneben die Punkte, die das installierte Spiel als Menüpunkte unter Windows eingerichtet hätte. Dazu zählen in aller Regel Einträge zum Starten und Deinstallieren des Spiels, der Verweis auf eine Readme-Datei und oft auch ein Punkt, der Sie im Browser zur Webseite des Publishers führt (Abbildung 7).

Abbildung 7: Der Rollenspiel-Klassiker Icewinddale erzeugt bei der Installation vier Menüeinträge.

Um ein installiertes Spiel zu starten, markieren Sie in Point2Point zunächst auf der linken Seite den zugehörigen Ordnereintrag. Anschließend markieren Sie recht den Eintrag für den Start des Spiels und klicken in der Symbolleiste auf Play. Treten dabei Probleme auf, öffnen Sie den Einstellungsdialog und überprüfen die dort eingestellten Optionen. Oft hilft es, mit ein paar Optionen zu experimentieren.

Fazit

Cedega bietet eine gute Möglichkeit, Windows-Games direkt unter Linux zu spielen und so die eventuell noch vorhandene Microsoft-Partition vom Rechner zu verbannen. Der Emulator kommt mit vielen ältere und neue Titel problemlos zurecht und lässt sich einfach einrichten und konfigurieren. Dass bislang noch keine deutsche Lokalisierung vorliegt, stört dabei nicht weiter.

Wer Enttäuschungen vermeiden will, der sollte vor dem Kauf aber die Liste der unterstützten Spiele studieren, denn nicht jedes Spiel läuft sofort und ohne Probleme. Doch wer die richtige Einstellung findet, will schon bald Cedega nicht mehr missen.

Glossar

DirectX

Die Windows-Programmierschnittstelle für Multimedia-Anwendungen unterstützt 2D- und 3D-Grafik, Sound, diverse Eingabegeräte wie Joystick oder Maus sowie Netzwerkkommunikation. Praktisch alle Windows-Spiele setzen auf DirectX auf.

OSS

Das Open Sound System ist ein Treibersystem für Soundkarten, das ursprünglich auch in Linux implementiert war, mit Kernel 2.6 aber aus Leistungsgründen und seiner proprietären Natur wegen von Alsa abgelöst wurde.

Alsa

Die als Kernelmodul implementierte Advanced Linux Sound Architecture verfügt über Audio- und MIDI-Funktionalität, bietet eine weitgehend automatische Konfiguration und kommt auch mit mehreren Soundgeräten zurecht.

Infos

[1] Cedega-Homepage: http://www.cedega.com

[3] Bezugsquelle: http://www.ixsoft.de/cgi-bin/web_store.cgi

[2] Liste der unterstützten Spiele: http://games.cedega.com/gamesdb//

[4] Spielen unter Linux: http://www.holarse-linuxgaming.de/h2006/space/start

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