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Mit Schwert und Axt

Test: Die Kombination aus Echtzeitstrategiespiel und Egoshooter

Auf ins Kampfgetümmel

Drücken Sie [Alt]+[F2] und geben Sie savage ein, um das Spiel zu starten. Leider fehlt ihm eine deutsche Lokalisierung, so dass Sie rudimentäre Englisch-Kenntnisse benötigen. Im Startbildschirm wählen Sie zunächst die Rubrik Options, wo Sie unter anderem die Tastenbelegung modifizieren. Die Einstellungen für Grafikausgabe, Sound und Netzwerk ändern Sie unter dem Menüpunkt System.

Der Button Play Savage bringt Sie sofort in das für Netzwerkspiele typische Menü. Das listet eine Reihe verfügbarer, offener Server auf, bei denen Sie ein Spielchen wagen dürfen. Auch die sonst üblichen Menüpunkte, etwa zum Verbinden mit einer nicht aufgeführten IP-Adresse, sowie eine Favoritenliste hält das Spielemenü in ansprechender Grafik bereit. Sie markieren einen Server aus der Liste und klicken anschließend auf Connect. Achten Sie auf freie Slots: Ein Server, der unter Players die Zahl 32/32 oder 64/64 auflistet, hat keinen Platz für weitere Spieler und alle Slots vergeben. Im anschließenden Dialog bestimmen Sie, zu welchem Team Sie gehören wollen. Team 1 besteht aus menschlichen Nomaden, Team 2 aus Biestern (Abbildung 4).

Abbildung 4: Die grafisch ansprechende und logisch aufgebaute Menü-Oberfläche von Savage tröstet über die fehlende deutsche Lokalisierung hinweg.

Auch geübte RTS- und Egoshooter-Spieler irren vermutlich anfangs in der virtuellen Welt umher und sterben recht bald einen nicht so heldenhaften Tod. Daher bietet es sich an, zuerst einen eigenen Server lokal zu erstellen und in dieser Spielewelt die Fähigkeiten der Figuren und Möglichkeiten der Waffen, Gebäude und anderen Figuren zu erproben. Klicken Sie dafür im zweiten Dialog auf Host Game. Sie wählen eine Spielewelt (Map) aus, geben dem Server einen Namen und bestimmen, welches Team welches Volk darstellen soll. Ein Klick auf Launch schließt den Vorgang ab.

Im nächsten Dialog entscheiden Sie, welchem Team Sie angehören und ob Sie im RTS-Modus (Command) oder im Action-Modus (Spawn) spielen wollen. Entscheiden Sie sich zunächst für Spawn. Sie genießen nun eine ganze Map für sich. In der dreidimensionalen Landschaft bewegen Sie sich völlig frei und treffen zunächst auf drei bereits generierte Mitspieler, welche aber mangels humanoider Führungskraft nur langsam vor sich hin wackeln.

Das gut gezeichnete Land bevölkern auch kleinere fantasievolle Lebewesen. Es gibt animiertes Feuer und sich im Wind wiegendes Gras, ebenso einen Wechsel zwischen Tag und Nacht sowie zwischen Sonne und Regen. Eines der zwei großen Gebäude auf der Map entpuppt sich als eigene Zentrale. Die zahlreichen kleinen Lebewesen befördern Sie mit einigen Mausklicks, respektive Axthieben ins Jenseits, was ein paar Talern abwirft. Allerdings wehren diese sich auch.

Kleine Texthinweise im Spiel erklären, dass das Einschlagen auf einen golden- oder rot-glitzernden Haufen dieses wertvolle Material abbaut. Bald darauf meldet sich eine englische Stimme mit den Worten Move to this location! und ein grünes Zielfeld erscheint, das in Richtung Hauptquartier weist. Dort gilt es die Fracht abzuliefern.

In der Nähe angekommen, wechseln Sie mit [E] in den Kommando-Modus (Abbildung 5 und 6) (es sei denn, Sie haben die Taste verändert), indem Sie auf Command klicken. Das Spiel stellt sich Ihnen jetzt von oben dar, im Stil von Command & Conquer. Suchen Sie Ihre drei Mitstreiter und markieren Sie diese durch Ziehen der Maus mit gedrückter linker Maustaste. Die Aufforderung zum Mitkommen quittieren die seelenlosen Gesellen mit einem sonoren What now oder Yes, Commander.

Mit der rechten Maustaste bestimmen Sie nun einen Ort oder einen Feind. Ihnen stehen zu Beginn die Möglichkeiten Move, Follow, Build, Attack und Defense zur Auswahl. Klicken Sie auf ein Mineral, bauen die Arbeiter Stein und Gold ab. Vor allem Stein brauchen Sie in Massen, um neue Gebäude zu errichten. Über einen Klick auf Resign / Spawn kehren Sie in die 3D-Helden-Perspektive zurück.

Um neue "Mitarbeiter" zu gewinnen, klicken Sie auf das Hauptgebäude und wählen im Menü unten rechts einen Worker aus. Nach ein paar Sekunden nimmt der frischgebackene neue Mitspieler Ihre Befehle entgegen. Je nachdem, wie viel Material und Geld Sie einsammeln, erhalten Sie ein Upgrade auf Ihr Hauptgebäude. Das gibt Ihnen das Recht, weitere zu errichten, sowie mächtigere und stärkere Figuren zu entwickeln. So bauen Sie – Geld und Material vorausgesetzt – nach einiger Zeit bereits Krieger mit gar nicht mehr so steinzeitlichen Waffen sowie riesiges trollartiges Getier, um damit den Gegner eiskalt zu überraschen.

Im Übungsmodus schaffen Sie die kopflosen, gegnerischen Truppen schnell beiseite und zerstören das Hauptgebäude. Damit erfüllen Sie das Ziel des Spieles. Im Netzwerk steuert hingegen ein menschlicher Mitspieler die gegnerischen Horden, der Sie kaum in aller Seelenruhe Ihre Armeen und Gebäude bauen lässt. Ein erstes Netzwerkspiel unter Freunden beginnen Sie am besten mit einigen wenigen Personen. Andernfalls trüben die Hektik und Unübersichtlichkeit auf einem stark frequentierten Internetserver schnell die Spielfreude, wenn Sie stets inmitten des größten Getümmels starten.

Abbildung 5: Eben noch in der Kommandozentrale Herr der Lage …

Abbildung 6: …und nun plötzlich als Kämpfer in Feindesland. So läuft es in Savage.

Fazit

Auch Savage versammelt mittlerweile eine ordentliche Fangemeinde in Form von Clans und diversen Foren [4]. Das Spiel selbst wirkt grafisch und musikalisch im Vergleich zu aktuellen RTS-Spielen und Egoshootern etwas angestaubt, aber keinesfalls hässlich. Zudem setzt es keine DVD-Images voraus und läuft auf einem betagten Rechner mit einem 1-GHz-Prozessor und Geforce2-Grafik ausreichend flüssig. Durch das zweigleisige Spielprinzip kommt auch über längere Zeiträume kaum Langeweile auf, vorausgesetzt, Sie begeistern sich für das Fantasy-Genre mit all seinen Helden und Monstern.

Zu zweit lässt sich Savage nicht sinnvoll in beiden Spielmodi nutzen. Es sollten sich daher bevorzugt eine Horde Mitspieler auf einem Server tummeln. Obwohl es keine Missionen und Kampagnen gibt, wünscht man sich mitunter einen ordentlichen Computergegner mit ausreichender KI. 

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Wertung: 91 Punkte (20 Stimmen)

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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