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Mit Schwert und Axt

Test: Die Kombination aus Echtzeitstrategiespiel und Egoshooter

01.08.2007 Seit S2Games "Savage2" promotet, gibt es "Savage: The Battle of Newerth" zum kostenlosen Download. Wir zeigen, warum sich ein Blick auf diese Mischung aus Egoshooter und Echtzeitstrategiespiel lohnt.

Während die großen Spieleschmieden wie Eidos oder Electronic Arts Linux weiterhin beharrlich ignorieren, liebäugeln kleinere Entwicklerfirmen zunehmend mit spieleversessenen Pinguinen. Sie vertreiben fast ausschließlich netzwerkfähige Games und nutzen intensiv Online-Shops als kostengünstigen Vertriebsweg.

Einer dieser kleineren Hersteller – S2Games [1] – bastelt seit geraumer Zeit an der Umsetzung einer Fantasy-Saga, in der nomadische Stämme der menschlichen Frühzeit sich gegen Horden von Bestien und anderem Getier durchsetzen müssen, um sich weiter zu entwickeln. Passend zum Thema bietet das Internetportal der Firma [2] sogar ein mehrteiliges Comic an (Abbildung 1).

Abbildung 1: Im Internet kann sich der Spieler mit einem Comic auf die Handlung des Spiels einstimmen.

Die Firma versucht die Mischung aus Strategie und Egoshooter genau so umzusetzen: Als Ergebnis entstand vor einigen Jahren das Spiel "Savage: The Battle for Newerth" (übersetzt etwa: Die Schlacht um eine neue Welt). Seit es das Sequel "Savage2: A Tortured Soul" als Betaversion gibt, dürfen die Internetspieler den ersten Teil kostenfrei herunterladen.

Installation leicht gemacht

Mit komplizierten Kompilier-Prozessen und unerfüllten Abhängigkeiten muss sich bei Savage niemand herumschlagen. Wie in früheren Loki-Zeiten bringt die Software einen grafischen Installer mit, der unter Ubuntu eine installierte Libgtk in Version 1.2 verlangt. Zuvor müssen Sie aber eine 380 MByte große Datei aus dem Internet herunterladen [2]. Die Internetseite bietet hier die aktuelle Version 2.00e mit einer Erweiterung namens SEP3T an. Sie machen die Datei zunächst auf der Kommandozeile über chmod +x Savage_with_sep3t.run ausführbar und rufen das selbstextrahierende Archiv dann via sh Savage_with_sep3t.run auf. Der grafische Installer sollte Sie ohne Probleme durch die Installation führen (Abbildung 2). Um das Spiel systemweit zu nutzen, starten Sie das Skript als Superuser – dann stehen auch Installationsorte jenseits des Home-Ordners bereit.

Abbildung 2: Der grafische Installer hilft Ihnen ohne Komplikationen zum Spielgenuss.

Savage updaten

Ein Dialogfeld im Spiel weist Sie gleich zu Beginn darauf hin, dass ein Online-Update zur Verfügung steht. Ohne dieses verweigern Ihnen die meisten Server den Zutritt. Misslingt das automatische Update, finden Sie den einzuspielenden Patch auch unter [3]. Laden Sie ihn herunter und entpacken Sie das 1,9 MByte große Archiv mittels tar xvzf SFE-Patch.tar.gz in den Installationsordner des Spiels (der in der Regel Savage heißt). Auf diese Weise überschreibt der Patch alte mit neuen, geflickten Dateien.

Eineinhalb Spiele

Um es vorwegzunehmen: Savage kommt als reines Netzwerkspiel daher. Es gibt keine Missionen im Alleingang zu erfüllen, und Sie treten gegen keine KI an. Sinnvoll betreiben Sie das Spiel nur mit anderen Menschen zusammen in einem Netzwerk – sei es über das Internet oder lokal.

Wer RTS-Spiele wie Command & Conquer und Age of Empire, aber auch Action-Spiele im Stil von Wolfenstein oder Rune kennt, weiß worum es geht. Savage ist Echtzeitstrategiespiel und Egoshooter inklusive Teamorder in einem.

Im RTS-Modus agieren Sie aus der Perspektive des Kommandeurs und steuern die Spielfiguren aus der Vogelperspektive. Dazu klicken Sie Ihre Figuren an und erteilen Befehle. So setzen Sie etwa Ihre Arbeiter darauf an, in benachbarten Minen Gold und Steine abzubauen und ins Hauptquartier zu schaffen. Krieger überfallen gegnerische Horden oder herumstehende Tiere. Mit den dabei gesammelten Geld- und Sachwerten errichten Sie neue Gebäude, welche wiederum neue Spielfiguren mit höheren Fähigkeiten hervorbringen.

RTS-Fans kennen die so genannten Tech-Trees (Technologie-Bäume) (Abbildung 3) ihrer Favoriten-Spiele auswendig und wissen, wie gezielt sie auf bestimmte Gebäude und Geräte hinarbeiten. Dabei verhält sich Savage kaum anders als seine Genrekollegen. Im Shooter-Modus bewegen Sie sich wie in First-Person-Shootern durch die künstliche Welt. Mit verschiedenen Waffen fechten Sie die Angriffe aus, die im RTS nur eines Mausklicks bedürfen. Das Ergebnis hängt also nicht mehr an den Berechnungen des Computers, sondern von Ihrer Geschicklichkeit im Umgang mit virtuellen Waffen ab. Von Kommandern erhalten Sie Aufträge, um verschiedene Tätigkeiten allein oder in der Gruppe zu bewältigen.

Abbildung 3: Während des RTS-Modus gilt es allerhand Gebäude zu erschaffen und neue Fähigkeiten zu erlernen.

Gerade dieser Punkt – der Schritt vom gelangweilten Umherschieben der Truppen hin zu eigenen Aktivitäten – macht Savage so einzigartig reizvoll, aber auch um einiges komplexer.

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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