Licht und Schatten
Professionelle Raw-Verarbeitung für Linux
Die Werkzeugpalette
Wenn Sie Gimp kennen, mögen Sie Lightzone auf den ersten Blick als spartanisch ausgestattet empfinden. Allerdings bietet die Software fast alle Werkzeuge, die das Fotografenherz begehrt: Neben den beschriebenen Tools lohnt es sich, den ToneMapper und das Schwarz-Weiß-Werkzeug (Black and White) explizit hervorzuheben. Mit ersterem beeinflussen Sie Lichter und Schatten getrennt. Gerade bei Bildern mit (noch durchgezeichneten) Schlagschatten schafft es der ToneMapper, die dunklen Bereiche aufzuhellen, ohne die Lichtstimmung in den Mittel- und Hochtönen zu stören.
Das Schwarz-Weiß-Werkzeug erlaubt Ihnen dagegen, die in der klassischen Fotografie üblichen Filter über einen einfachen Farbkreis auszuprobieren. In Abbildung 4 kommt ein simulierter Rotfilter zum Einsatz, aus dem der fast schwarze Himmel resultiert.
Die weiteren Werkzeuge, wie Schärfen, Weichzeichnen, Farbbalance, Sättigung, Farbtemperatur, Entrauschen, Ausflecken, Kopierwerkzeug und Rote-Augen-Korrektur, brauchen Sie in der Regel seltener. Nicht alle Werkzeuge sind auch von der gleichen Qualität. Die Ausflecken- und Kopierwerkzeuge eignen sich für kleinere Fehler, kommen aber nicht an das Stempelwerkzeug von Gimp heran. Auch für das Entrauschen gibt es bessere Tools.
Wenn Sie mit dem Editieren fertig sind, speichern Sie Ihre Arbeit in einer Datei mit der Endung .lzn ab. Dahinter verbirgt sich ein XML-Format, das alle Arbeitsschritte sowie ein kleines Vorschaubild enthält. Hierin liegt einer der großen Vorteile von Lightzone gegenüber Gimp: Die neu erzeugte Datei fällt sehr klein aus. Das spart bei einer wachsenden Menge an Fotos schnell wertvollen, weil immer knappen Plattenplatz.
Wollen Sie die editierte Datei mit einem anderen Programm weiterverarbeiten, exportieren Sie das Bild. Dazu bietet sich das verlustfreie TIF-Format an. Den Export erledigen Sie zum Beispiel bequem aus dem Browser-Layout heraus im Batch-Modus. Dazu markieren Sie alle zu exportierenden LZN-Dateien und wählen über das Kontextmenü den Menüpunkt Export....
Vorlagen
Hinter einer LZN-Datei verbirgt sich ja ein Stapel von Werkzeugen samt Einstellungen, angewendet auf eine Ausgangsdatei. Lightzone bietet nun die Option, diesen Stapel als Vorlage (englisch: Template) zu speichern. Eine Template-Datei endet auf .lzt im Namen. Solch ein Template steht Ihnen dann jederzeit (aus dem Browser oder innerhalb des Editors) für andere Bilder zur Verfügung.
In den offiziellen Lightzone-Foren finden sich Templates anderer Nutzer zum Herunterladen für die eigenen Bilder. Die Templates sind schon allein deshalb interessant, weil sie den Einsatz der Werkzeuge verdeutlichen. Auch nach dem Anwenden eines Templates dürfen Sie die Werkzeugeinstellung ändern oder einzelne Werkzeuge entfernen, so dass hier viel Raum für eigene Experimente bleibt.



