Bilderzeugung

Rufen Sie nun im Browser die Adresse http://127.0.0.1:8081 auf, dann erscheint das von Ihre Webcam aufgezeichnete Bild (Abbildung 2). Halten Sie einmal kurz die Hand vor die Linse, dann schreibt Motion etwas auf die Konsole (Abbildung 3) – die Software zeichnet Bilder oder Filme auf.

Falls Sie die Ubuntu-Pakete aus dem Repository nutzen, dann nimmt Motion zunächst ausschließlich Bilder auf. In diesem Fall schreiben Sie die Option ffmpeg_cap_new on in die Datei motion.conf. Haben Sie Motion selbst übersetzt, erzeugt das Programm nicht nur Bilder, sondern schreibt die Daten auch zugleich in eine AVI-Datei und erzeugt einen Film – wahlweise im MPEG4- oder MSMPEG4-Format. Welches davon Sie bevorzugen, geben Sie über die Option ffmpeg_video_codec an. Das MSMPEG4-Format spielt auch Microsofts eingebauter Player ohne Extra-Codecs ab. Über [Strg]+[C] beenden Sie Motion wieder.

Abbildung 3: Wedeln Sie mit der Hand vor der Kameralinse, sollte Motion Bewegungen registrieren und das auf der Konsole melden.

Bildstörungen maskieren

Im Test begann Motion unter Ubuntu sofort nach dem Start den Zielordner wahllos mit Bildern zu füllen, obwohl sich das Motiv nicht vom Fleck rührte. Schuld daran waren Artefakte im Bild, die vermutlich der Webcam-Treiber erzeugte. So etwas kommt schon mal vor – insbesondere, wenn Sie eine Low-Budget-Kamera einsetzen. Auch ohne solche Artefakte stößt Motion mitunter auf Probleme: etwa, wenn Bäume und Autos den ruhigen Blick auf die Natur versperren. Damit Motion nicht jedes Mal sinnlos Alarm schlägt, maskieren Sie das Bild: Sie geben nur einen Ausschnitt an, in dem die Software nach Bewegungen sucht, zum Beispiel einen Türrahmen.

Dazu fertigen Sie mit Gimp ein Schwarz-Weiß-Bild im PGM-Format an (Abbildung 4). Die Fläche, die Motion beobachten soll, gestalten Sie in weißer Farbe, den zu ignorierenden Teil färben Sie schwarz. Wie groß das Bild sein muss, erfahren Sie, indem Sie in der Konfigurationsdatei nach den Parametern width und height suchen, die die Länge und Breite des Kamerabildes festlegen. Über den Menüpunkt Bild | Bild skalieren schrumpfen Sie das Schwarz-Weiß-Portrait auf die richtige Größe. Dann legen Sie das Bild zum Beispiel unter /home/User/motion_bild/ ab und tragen den vollständigen Pfad inklusive Bildnamen hinter der Option mask_file in die Datei motion.conf. Nach einem Neustart sucht Motion nur noch in bestimmten Ausschnitten nach bewegten Elementen.

Noch etwas ausgefeilter arbeiten Sie mit dem Schalter smart_mask_speed, dem ein Wert zwischen 1 und 10 folgt. Dabei handelt es sich um eine selbstlernende Maske, die automatisch Bereiche von der Beobachtung ausnimmt, die sich ständig bewegen, etwa Bäume oder Büsche bei starkem Wind. Tut sich eine Zeit lang in diesem Bereich nichts mehr, erhöht Motion die Empfindlichkeit wieder. Der Parameter eignet sich besonders für langfristige Überwachungsprojekte mit beweglichen und sich verändernden Motiven, wobei aber auch die Fehlalarme zunehmen. Alternativ müssen Sie die Maske regelmäßig anpassen.

Abbildung 4: Dieses Schwarzweiß-Bild im PGM-Format erstellen Sie mit Gimp. Dank der Maske registriert Motion nur Bewegungen in den weißen Bereichen.

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