Warmstart

Die Dateien mit den Kopien der ROMs schnüren Sie nun zu einem ZIP-Archiv, dem sie anschließend das Systemkürzel als Dateinamen verpassen. Die drei Dateien für den C64 verschwinden somit in c64pal.zip. Erstellen Sie anschließend im MESS-Verzeichnis das neue Unterverzeichnis roms.

TIPP

In früheren MESS-Versionen hieß das Verzeichnis für die ROMs bios.

Achten Sie dabei unbedingt auf die Kleinschreibung. Nach roms wandert nun das gerade erstellte Archiv. Der Befehl

$ ./messpm -verifyroms

prüft noch einmal, ob sich alle Dateien an ihrem Platz befinden (Abbildung 3). Ist das der Fall, können Sie die Emulation nun endlich per

$ ./messpm Kürzel

anwerfen. Standardmäßig breitet sich MESS dabei über den gesamten Bildschirm aus. Um es in ein Fenster zu verbannen, hängen Sie noch den Schalter -window an:

./messpm Kürzel -window
Abbildung 3: Für die Emulation eines Commodore 64 sind alles benötigten Dateien an ihrem Platz.

Jetzt erscheint ein Copyrighthinweis, der auf das bereits erwähnte Legalitätsproblem der ROMs hinweist. Tippen Sie auf Ihrer Tastatur [O],[K] und der Schirm wird sie ab sofort nicht mehr belästigen. Je nach System erscheint nun ein weiter Hinweisschirm, der auf Probleme bei der emulierten Hardware hinweist. Ihn bestätigen Sie ebenfalls mit [O] und [K]. Abschließend erscheint noch ein letzter Dialog, in dem MESS genau aufführt, welche Hardwarekomponenten oder welches Modell mit welchen Eckdaten es emuliert. Drücken Sie hier einfach [Eingabe] (Abbildung 4 und 5).

Abbildung 4: Vor dem eigentlichen Start erscheint zunächst ein kurzer Hinweis, welche emulierten Hardwarekomponenten sich im virtuellen System befinden.
Abbildung 5: MESS hat alle notwendigen Komponenten gefunden und zeigt die typische blaue Einschaltmeldung des Commodore 64.

Feinschliff

Nachdem die eigentliche Emulation gestartet wurde, führt ein Druck auf [Tab] zu einem Menü mit verschiedenen, systemspezifischen Einstellungen (Abbildung 6). Unter dem Punkt Input (this system) legen Sie beispielsweise fest, wie die verschiedenen Eingabegeräte auf welche Tasten der PC-Tastatur abgebildet werden.

Abbildung 6: In diesem Menü drehen Sie an allen Schrauben des emulierten Systems.

Um eine reale Maus oder ein physikalisches Gamepad zu nutzen, muss Linux diese zum einen korrekt erkennen, zum anderen müssen Sie MESS beim Start den zusätzlichen Parameter -mouse, beziehungsweise -joystick mit auf den Weg geben. Ob Linux ein angeschlossenes Gamepad erkannt hat, zeigt Ihnen Ihre Distribution in den entsprechenden Einstellungen. Damit der Joystick funktioniert, müssen Sie unter einigen Linux-Distributionen noch als Benutzer root in einem Terminal den Befehl modprobe joydev ausführen.

Sofern nach einem Druck auf [Tab] die Reaktion ausbleibt, vergreift sich das emulierte System an der gesamten Tastatur. In diesem Fall sorgt [Rollen] für Abhilfe. Die nun auftauchende und etwas irreführende Bildschirmmeldung weist darauf hin, dass ab sofort wieder bestimmte Tasten ausschließlich der Emulatorsteuerung dienen (Abbildung 7). In diesem Modus führt [Tab] zum erwähnten Menü und [Esc] beendet den Emulator, während ein Druck auf [F3] einen Neustart des virtuellen Systems auslöst. Ein Druck auf [Rollen] holt auch dann den Mauszeiger zurück, wenn dieser durch das emulierte System zuvor gekapert wurde.

Abbildung 7: Diese kleine Meldung weist darauf hin, dass ab sofort über die Taste Tab das Einstellungsmenü zu erreichen ist.

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