Schwarz auf Weiß oder Weiß auf Schwarz – so langweilig muss heutzutage kein Terminal mehr aussehen. Jede moderne Linux-Konsole stellt problemlos zahlreiche Farben dar und koloriert damit Programmausgaben, Begrüßungsmeldungen und sogar den Shell-Prompt. Dieser Artikel zeigt, wie Sie Farbe ins Spiel bringen und die Kommandozeile renovieren.
Der Farbtopf
Einige Programme bringen sie von Haus aus mit – Parameter, die die Ausgabe einfärben. Sowohl Ls als auch Grep verstehen die Option --color, die mit bunter Ausgabe auf der Konsole für mehr Übersicht sorgt (Abbildung 1). Für den Anstrich sorgen die so genannten ANSI-Escape-Sequenzen.
Um beispielsweise mithilfe des Tools Echo eine farbige Textzeile auf der Bash auszugeben, markieren Sie den entsprechenden Text mit einer solchen Escape-Sequenz. Listing 1 zeigt entsprechende Beispiele.
echo -e "Ein \033[0;34mblaues Huhn\033[0m. Das ist wieder normaler Text." echo -e "Ein \e[0;34mblaues Huhn\e[0m. Das ist wieder normaler Text." echo "Ein ^[[0;34mblaues Huhn^[[0m. Das ist wieder normaler Text." echo -e "Ein \033[0;34m\033[41mblaues Huhn\033[0m sitzt gerne auf roten Sachen."
Dort sieht man, dass die Eingabe des Escape-Zeichens (^[) selbst auf verschiedene Art und Weise möglich ist. Die oktale Schreibweise lautet \033; in dieser Form (und auch bei der Schreibweise \e) benötigt das Echo-Programm die Option -e, um die Interpretation des Backslash zu ermöglichen. Alternativ geben Sie das Zeichen in Vi(m) und auf der Bash ein über die Tastenkombinationen:
- [Strg]+[V],[Esc]
- [Strg]+[V],[Strg]+[[]
In (X)Emacs benutzen Sie eine der drei Tastenkombinationen:
Nach dem Escape-Zeichen folgen eine sich öffnende eckige Klammer und der Farbcode (abgeschlossen durch das m): Vor dem Semikolon steht optional ein Attribut für die Vordergrundfarbe (im Beispiel 0 für normale Schrift) und eine Vorder- oder Hintergrundfarbe (im Beispiel 34 für blaue Schrift auf Standardhintergrund). Es folgt der farbige Text (blaues Huhn), und über ^[[0m schalten Sie wieder zurück auf die Standardeinstellungen für den restlichen Text.
Eigentlich bestehen die Attribute aus zwei Ziffern (zum Beispiel 00). Die einstellige Schreibweise reicht aber aus, da die erste Ziffer immer eine Null ist. Als Eigenschaften für die Vordergrundfarbe sind neben 0 unter anderem 1 (fett), 4 (unterstrichen), 5 (blinkend) oder 7 (invers) möglich. Für die Hintergrundfarben existieren kein zusätzlichen Attribute.
Abhängig davon, ob Sie auf der Konsole (gemeint sind KDEs Terminalprogramm Konsole und die virtuellen Konsolen, die Sie in der Regel über [Strg]+[Alt]+[F1]…[F6] erreichen) oder in einem Xterm arbeiten, sehen die Farben anders aus und die Attribute bewirken eine unterschiedliche Ausgabe: So verändert 1 auf der Konsole beispielsweise die Helligkeit der Vordergrundfarbe sowie im Xterm die Stärke, das heißt, sie setzt die Attribute fett oder normal (Abbildung 2). Die Tabelle "Vordergrund" gibt eine Übersicht über die Vordergrundfarben mit den beiden Attributen 0 und 1; die Tabelle "Hintergrund" zeigt die möglichen Hintergrundfarben (ohne Attribut).
Vordergrund
| Farbcode | 00 | 01 |
|---|---|---|
| 30 | Schwarz | Grau |
| 31 | Rot | Hellrot |
| 32 | Grün | Hellgrün |
| 33 | Braun | Gelb |
| 34 | Blau | Hellblau |
| 35 | Magenta | Rosa |
| 36 | Cyan | Hellcyan |
| 37 | Weiß | Hellgrau |
Hintergrund
| Farbcode | Hintergrund |
|---|---|
| 40 | Schwarz |
| 41 | Rot |
| 42 | Grün |
| 43 | Gelb (Xterm)/Braun (Konsole) |
| 44 | Blau |
| 45 | Magenta |
| 46 | Cyan |
| 47 | Hellgrau |
Sie dürfen auch Vorder- und Hintergrundfarbe miteinander kombinieren. Um beispielsweise das den Text blaues Huhn auf einem rotem Hintergrund auszugeben, hängen Sie an das Kommando für die Vordergrundfarbe direkt den Farbcode für den Hintergrund an (Listing 1, Zeile 4).
Grep mal farbig
Wem die Standardfarbausgabe der Option --color von Grep nicht zusagt, definiert die Variable GREP_COLOR mit den gezeigten Escape-Sequenzen neu. Um das voreingestellte Highlight-Rot zum Beispiel durch eine türkise, unterstrichene Schrift auf einem Hintergrund in Magenta zu ersetzen, tippen Sie:
export GREP_COLOR="04;36;45"
Die Anführungszeichen verhindern, dass die Shell das Semikolon interpretiert. Die so gesetzte Variable gilt jedoch nur für die Dauer der aktuellen Shell-Sitzung. Um Grep mit einem permanenten Anstrich zu versehen, tragen Sie den Aufruf in die Datei ~/.bashrc ein. Spätestens beim nächsten Anmelden aktiviert sich die die neue Konfiguration. Möchten Sie nicht so lange warten, lesen Sie die Bash-Konfigurationsdatei über das Kommando source ~/.bashrc zur Laufzeit ein.


