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Déjà vu

Emulation alter Computer mit MESS

Qual der Wahl

Der Emulator ist nun einsatzbereit. Starten Sie MESS nun durch den Aufruf von

$ ./messpm -listfull

Der Emulator bombardiert Sie daraufhin mit einer langen Liste der von ihm unterstützten Systeme. Die gleiche Liste finden Sie noch einmal auf der MESS-Homepage unter [1]. Aus ihr wählen Sie das zu emulierende Computermodell aus und merken sich gleich noch das zugehörige Kürzel in der linken Spalte. Achten Sie dabei auch auf deutsche (PAL) und amerikanische, beziehungsweise japanische Varianten (NTSC). Einen deutschen Commodore 64 kennt MESS beispielsweise unter dem Kürzel c64pal, ein hierzulande verkauftes Super NES als snespal. Diese kryptischen Kürzel müssen nun in allen möglichen Lebenslagen jeweils immer mit angegeben werden.

Wege nach ROM

Im vorherigen Jahrhundert war es üblich, des Betriebssystem ganz oder zumindest teilweise fest in den Computer einzubauen. Das hatte den Vorteil, dass man direkt nach dem Einschalten ohne Verzögerung mit der Arbeit oder dem Spiel beginnen konnte. Dummerweise benötigt damit aber auch MESS eine Kopie des entsprechenden OS, andernfalls bleibt der Bildschirm dunkel. Da die Betriebssysteme immer noch urheberrechtlich geschützt sind, liegen MESS keinerlei Kopien bei. Folglich muss man selbst Hand anlegen und die entsprechenden Daten auf der hoffentlich noch funktionierenden, originalen Hardware auslesen. Sie stecken dort meist in einem, teilweise auch in mehreren kleinen Chips, den so genannten ROMs (Read Only Memory).

Die wenigen Systeme, die ohne ein solches Betriebssystem auskommen, muss man mit der Lupe suchen. Hierzu zählen beispielsweise einige Taschenrechner oder frühe Videospielkonsolen wie der Atari VCS2600. In diesen Fällen dürfen Sie den Rest des Abschnitts überspringen.

TIPP

Einige Computerhersteller gaben ihren ROM-Inhalten noch einen kernigen Namen. Die fest eingebauten Teile des Amiga-Betriebssystems nennt man beispielsweise Kickstart, auf dem PC kennt man hingegen noch heute das BIOS.

Welche ROM-Inhalte MESS für seinen Betrieb benötigt, spuckt der Befehl

$./messpm Kürzel
 -listroms

aus. Für den Commodore 64 erhält man beispielsweise das Ergebnis aus Abbildung 1. Wie dort zu erkennen ist, benötigt MESS die Kopie dreier Chips, welche in der Regel die angezeigte, kryptische Nummer als Aufdruck tragen.

Abbildung 1: Für die Emulation des Commodore 64 sind die Inhalte der drei ROMs 901226.01, 901227.03 und 901225.01 notwendig.

Leider verrät der Emulator nicht, wie man an deren Inhalt heran kommt. Auf alten Computern funktioniert das häufig mit einem kleinen Programm, spätestens bei Videospielkonsolen werden jedoch umfangreiche Bastelarbeiten notwendig. Aufgrund der sich von System zu System drastisch unterscheidenden Hardware können auch wir an dieser Stelle keine allgemein gültige Anleitung geben. Hier hilft nur eine Internetrecherche und entsprechendes Bastlergeschick.

Dass Sie letzteres nicht besitzen, ist aber keine Ausrede dafür, sich auf einer der illegalen Internetseiten zu bedienen, die bereits ausgelesene und für MESS geschnürte ROM-Pakete anbieten. Es gibt eine legale Alternative: Sie suchen im Einzelhandel nach Spielesammlungen, wie der weit verbreiteten Classix-Reihe. Auf diesen Scheiben finden Sie neben den Betriebssystemen auch gleich noch eine Auswahl alter Spiele.

Am Ende sollten Sie je nach System eine oder mehrere Dateien mit den Kopien vorliegen haben, im Falle des C64 also genau drei Dateien. Deren Namen sind MESS zunächst egal. Wenn Sie nicht genau wissen, was sich hinter einer vorliegenden Dateien verbirgt, hilft der Aufruf von

$ ./messpm Datei
 -romident

MESS prüft dann alle Dateien im aktuellen Verzeichnis und zeigt an, welches Betriebssystem sich jeweils dahinter verbirgt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Hinter der Datei kernel verbirgt sich das ROM mit der Bezeichnung 901227.03, das zu einem Commodore 64 gehört.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter www.tim-schuermann.de.


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LinuxUser 03/2012

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