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Baukstenprinzip

Gentoo 2007.0 Live-CD im Überblick

01.08.2007 Gentoo Linux zeichnet sich durch eine relativ zeitaufwändige Installation aus. Das neue Gentoo 2007.0 Live gibt ungeduldigen Anwendern die Chance, das System auf einfache Weise zu testen und bei Gefallen zu installieren.

Wer sich sein Linux-System gern bis ins kleinste Detail anpasst, der greift häufig zu Gentoo [1]. Für die Installation laden Sie sich eine sehr kleine Grunddistribution oder gar nur einen Verzeichnisbaum herunter und kompilieren dann, eine schnelle Internetanbindung und einen kräftigen Prozessor vorausgesetzt, das gesamte System aus den Quellen. Der Lohn besteht in der guten Stabilität und einer hohen Arbeitsgeschwindigkeit.

Weil es kaum grafische Helferlein á la YaST in der Gentoo-Welt gibt, schreiben Sie den Großteil der Konfiguration mittels Editor direkt in die entsprechenden Dateien, was natürlich einen Lerneffekt mit sich bringt. Die meisten Nutzer dürften allerdings vor dem großen zeitlichen Aufwand einer solchen Installations-Orgie zurückschrecken. Für diese eröffnet die Live-CD des derzeit aktuellen Gentoo 2007.0 auf der Heft-DVD mit optionaler Installation neue Wege.

Einmal vom Datenträger gebootet, empfängt Sie ein spartanisches Prompt. Mittels [F2] geben Sie dem Kernel weitere Parameter mit auf den Weg oder wählen einen komplett anderen Kernel. Eine genaue Beschreibung der Optionen sowie eine deutsche Übersetzung des nur in Englisch gehaltenen Dokuments finden Sie im Netz [2]. Während des Bootens bietet das Setup zwar an, die Tastaturbelegung von US durch Eingabe der Zahl 10 auf DE zu stellen. Das hatte im Test jedoch keinen Effekt. Ebenso erkannte das Live-System zwar die Grafikkarte korrekt, verweigerte aber eine höhere Auflösung als 1024x768 Pixel.

Der Desktop selbst empfängt Sie mit einem nicht ganz taufrischen Gnome 2.16.2. Dieser enthält Programme zur System- und Netzwerkkontrolle, einige Spiele und gängige Internetanwendungen, wie Evolution, Firefox und Gaim sowie das Büropaket OpenOffice 2.1. Wollen Sie die Internetsoftware im Live-Betrieb testen, geben Sie in eine Konsole, die Sie über Applications | Accessories | Terminal erreichen, den Befehl sudo net-setup ein (Abbildung 1). Falls Sie Probleme mit der US-amerikanischen Tastaturbelegung haben: Das Minuszeichen finden Sie auf dem Keyboard unter [ß]. Folgen Sie danach den Bildschirmanweisungen.

Abbildung 1: Ein konsolenbasierter Dialog führt Sie durch die Konfiguration des Netzwerks.

Für eine dauerhafte Installation des Systems finden Sie auf dem Desktop zwei Icons zu den Installationsroutinen. Die Entwickler geben Ihnen damit die Möglichkeit zwischen einer konsolenbasierten Installation und der Unterstützung eines grafischen Installers zu wählen (Abbildung 2 und Abbildung 3). Sollte die Live-CD wegen einer problematischen Hardwarekomponente den Start des X-Servers verweigern oder Sie diesen nicht benötigen, rufen Sie den Installer mit dem Befehl sudo installer-dialog auf. Der grafische, wie auch der textbasierte Installer führt Sie lediglich auf Englisch durch die allerdings sehr gut im linken Feld beschriebenen Menüs.

Abbildung 2: Die Programmierer liefern neben dem textbasierten Installer…

Abbildung 3: …auch eine völlig neu entwickelte grafische Installationsroutine

Sie haben die Wahl zwischen einer Standardinstallation, einer netzwerklosen sowie einer Installation mit erweiterten Möglichkeiten. In jedem Fall fragt das Setup zuerst die Parameter zum Partitionieren der Festplatten ab. Die entsprechenden Kommandos führt es sofort aus, um den Portage-Baum zu installieren. Anschließend fragt es die Daten zu den Benutzerkonten und sowie dem Bootmanager ab. Haben Sie Schwierigkeiten mit den englischen Texten, empfiehlt sich die sehr gute deutsche Hilfeseite [3]. Die netzwerklose Installation bietet einige Optionen im Setup nicht an.

Für die weitere Arbeit mit Gentoo, also zum Beispiel dem Umstellen der Tastaturbelegung und dem korrekten Einstellen der Bildschirmauflösung, hält die deutschsprachige Community zum Glück ein enorm großes und gut verständliches Repertoire an Online-Handbüchern [4] vor. Mit diesen geht das nähere Erforschen des Systems flott voran und macht entsprechend Spaß.

Fazit

Die Live-CD weist zwar noch einige Bugs auf. Um jedoch einen schnellen Einstieg in Gentoo Linux zu bekommen und die Arbeit mit einem funktionierendem Grundsystem zu beginnen, empfiehlt sich die Live-CD allemal – vor allem, wenn Sie Linux im Kern richtig verstehen wollen.

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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