Aufmacher

Notizverwaltung für den KDE-Desktop

Zettelwirtschaft

Das KDE-Tool Basket bringt Ordnung ins Informationschaos: Strukturiert erfasst es alle Arten von Notizen und stellt sie übersichtlich dar.

Das digitale Zeitalter bietet seine Vorteile. Man geht im Internet shoppen, trifft den Freundeskreis in Chaträumen oder publiziert über Gott und die Welt im eigenen Blog. Adressbücher und Planer helfen bei der Organisation von Kontakten und Terminen, interessante Webseiten lassen sich als Lesezeichen kategorisiert ablegen.

Doch wohin mit den spontanen Ideen und Gedankenblitzen, die bevorzugt dann auftauchen, wenn man gerade anderweitig beschäftigt ist? Hier setzt das von der Mac-Anwendung Drop Drawers [1] inspirierte Basket (deutsch:. Korb) an, indem es eine zentrale Anlaufstelle für alle Arten von Notizen schafft.

Installation

Die aktuelle Basket-Version 1.0.2 [2] hat in der Paketverwaltung der meisten Distributionen noch nicht Einzug gehalten, daher müssen Sie in aller Regel den Quelltext von Hand kompilieren. Das Entwicklerteam um Sébastien Laoût hat sich löblicherweise die Mühe gemacht, diesen Vorgang so einfach wie möglich zu gestalten. Installieren Sie zuerst die von Basket benötigten Pakete (siehe Tabelle "Abhängigkeiten") inklusive deren Development-Dateien, um etwaigen Fehlern vorzubeugen. Beachten Sie dabei, dass die Paketnamen von den hier genannten abweichen können.

Abhängigkeiten

Programm Versionsnummer Erklärung
KDE >= 3.x KDE Desktop-Umgebung
Libqt3 >= 3.x Qt-Bibliothek
Kdepim >= 3.x Kontact-Integration (optional)
Gpgme >= 1.0 Verschlüsselung (optional)
Libgpg-error >= 1.0 Verschlüsselung (optional)

Nach Entpacken des Quelltextes wechseln Sie in einem Terminalfenster in das Programmverzeichnis und starten die Installation durch Eingabe von ./installer. Das Skript startet eine menügeführte Installation, die nach erfolgter Kompilierung das Root-Passwort abfragt, um Basket systemweit zu installieren. Unter Ubuntu müssen Sie den Installer von einer Root-Shell aus starten.

Vorbildlich: Im Falle eines Fehlers gibt das Skript präzise an, welche Komponente es vermisst und gibt dabei sogar distributionsspezifische Tipps zum Paketnamen der benötigten Komponente (Abbildung 1). Installieren Sie in diesem Fall fehlende Abhängigkeiten und rufen das Skript erneut auf. Alternativ lässt sich die Installation über den Linux-Dreisatz ./configure, make und ein make install mit Administratorrechten durchführen.

Abbildung 1: Kompilieren leicht gemacht: Basket gibt detaillierte Informationen zu den Abhängigkeiten.

Nach erfolgter Installation starten Sie das Programm durch Eingabe von basket & in einem Terminalfenster beziehungsweise über Dienstprogramme | Basket Notizblätter im KDE-Menü. Haben Sie das Metapaket kdepim inklusive Development-Dateien vor der Kompilierung von Basket installiert, findet sich Basket in Kontacts [3] Seitenleiste unter Körbe.

Korbmacherei

Baskets Oberfläche gliedert sich in drei Teile. Zur Linken findet sich der Bereich mit so genannten Körben. Sie fungieren als eine Art Container, die sowohl Notizen als auch weitere Unterkörbe enthalten können, in denen wiederum Notizen lagern. Der rechte Bereich zeigt den Inhalt eines Korbs an. Am oberen Rand finden sich Menü-, Symbol- und Suchleiste. Grundlegende Einstellungen zu Basket nehmen Sie unter Einstellungen | Basket Notizblätter einrichten vor.

Nach dem ersten Start finden Sie einige Beispielkörbe vor (Abbildung 2). Schauen Sie sich insbesondere die Unterkörbe Beispiel: Untersuchung und Tipps näher an. Ersterer enthält Notizen nahezu aller verfügbaren Notiztypen, letzterer gibt interessante Tipps zum Umgang mit Basket und erleichtert den Einstieg erheblich.

Abbildung 2: Integration in Kontact: Ein Beispielkorb zeigt die wichtigste Features von Basket.

Legen Sie nun Ihren ersten eigenen Korb mittels Rechtsklick in die Korbleiste und Auswahl von Neuer Korb im Kontextmenü an. Im daraufhin erscheinenden Fenster wählen Sie dessen Erscheinungsbild aus einem vordefinierten Set von Vorlagen aus. Hier finden Sie ein- bis dreispaltige Vorlagen sowie eine zum freien Positionieren von Notizen, welche leidlich funktioniert. Im Test erwies es sich jedoch als schwierig, Notizen per Drag & Drop präzise zu platzieren.

Es ist nicht möglich, Vorlagen innerhalb eines Korbes miteinander zu kombinieren oder selbst erstellte Vorlagen hinzuzufügen. Das Erscheinungsbild eines Korbes lässt sich jedoch nachträglich den eigenen Wünschen anpassen, wobei darin bereits enthaltene Notizen erhalten bleiben. Nach einem Rechtsklick auf einen Korb und Auswahl von Eigenschaften öffnet sich dessen Eigenschaftendialog, der neben Hintergrund- und Textfarbe auch die Auswahl eines geeigneten Hintergrundbildes anbietet (Abbildung 3).

Abbildung 3: Der Eigenschaftsdialog eines Korbes. Besonders praktisch fanden wir die Hotkey-Funktion.

Basket bringt eine kleine Auswahl an Hintergrundbildern mit. Eigene Hintergrundbilder im PNG-Format fügen Sie durch Kopieren nach ~/.kde/share/apps/basket/backgrounds hinzu. Da Basket dieses Verzeichnis nur beim Programmstart einliest, müssen Sie das Programm neu starten, um Ihre Hintergrundbilder verwenden zu können. Beachten Sie dabei, dass Bilder sich weder kacheln noch skalieren lassen. Bestätigen Sie mit OK, um die Änderungen zu übernehmen.

Insgesamt gestaltet sich der Umgang mit Körben komfortabel und intuitiv. So lassen sich Körbe mit der Maus an eine andere Stelle verschieben, um ihre Reihenfolge oder Hierarchie nachträglich zu ändern. Potentiellen Umsteigern von anderen Notizverwaltern bietet Basket eine umfangreiche Importfunktion. So lassen sich unter anderem Notizen von der Kontact-Komponente KNotes, TuxCards [4], der Gnome-Anwendung Tomboy [5] sowie auch einfache Textdateien importieren. Als Exportformate stehen Baskets eigenes Format mit der Endung .basket sowie HTML zur Verfügung. Der HTML-Export muss zurzeit auch die fehlende Druckfunktion ersetzen.

Auf Wunsch schützt Basket einen Korb mit einem Passwort vor neugierigen Blicken. Der Import eines mit Passwort versehenen Hauptkorbes mit Unterkörben auf einem zweiten Testrechner sorgte jedoch für eine Überraschung: Zwar fragte Basket brav nach dem Passwort, jedoch stellte sich heraus, dass das auf den Hauptordner gesetzte Passwort keine Auswirkung auf dessen Unterordner hat.

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