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Wenn zwei sich streiten

Desktop-Alternative Xfce

Einstellungssache

Eine von der Community eingeforderte Erweiterung erlaubt es in der neuen Version endlich, Verknüpfungen von Programmen und Dateien direkt auf dem Desktop abzulegen. Bislang war dies nur über das umständliche Abarbeiten von Skripten möglich. Auch der Aufruf von Programmen fällt dank eines über die rechte Maustaste erreichbaren Kontextmenüs leichter: Mit einem Rechtsklick auf die Arbeitsoberfläche öffnet sich das Programmmenü, aus dem Sie Anwendungen direkt starten, ohne zuvor ein Menü in einer der Panelleisten öffnen zu müssen. Last not least ist mit Version 4.4 nun auch ein Papierkorb auf dem Desktop angekommen.

Sofort ins Auge sticht eine Erweiterung für den Xfce-Einstellungsmanager, der die Funktion des früheren Settingsmanagers übernimmt (Abbildung 1). Das Verwaltungstool erlaubt es einerseits, über eine grafische Oberfläche diverse Hardwareeinstellungen vorzunehmen, zum Beispiel für Tastatur- und Maussteuerung oder für die Bildschirmauflösung.

Abbildung 1

Abbildung 1: Eine Sache der Einstellung: Hier konfigurieren Sie die Komponenten von Xfce.

Andererseits bietet er verschiedene Menüs zur Konfiguration der Xfce-Komponenten. Neben vielen neuen Themes, Bildschirmschonern und anderem Artwork hat das Entwicklerteam dem Windowmanager auch Compositing-Effekte beigebracht, die sich im laufenden Betrieb zu- oder abschalten lassen (Abbildung 2).

Abbildung 2

Abbildung 2: Die Compositing-Effekte von Xfce lassen sich im laufenden Betrieb ein- und ausschalten.

Die stabil arbeitenden Transparenz- und Schatteneffekte verbergen sich hinter der Schaltfläche Fenstermanager-Tweaks. Wer mit diesen Effekten arbeiten will, benötigt allerdings leistungsfähige Hardware, da die optischen Leckerbissen viel Rechenpower fordern.

Software an Bord

Xfce setzt auf die weit verbreiteten Gtk-Bibliotheken und erlaubt so die Arbeit mit ursprünglich für Gnome entwickelten Applikationen. Aber der Desktop bringt zusätzlich auch eigene Anwendungen mit: Neben dem Terminal und dem kleinen Kalender Orage zählen dazu der XArchiver, ein Programm für das Packen und Entpacken von Softwarearchiven, und XfMedia, ein auf die Xine-Engine aufsetzender einfacher Multimedia-Player. Ebenfalls mit an Bord ist Xfburn, ein auf die Cdrecord-Programmsammlung aufsetzendes Brennprogramm für CDs und DVDs.

Der bislang in Xfce integrierte Editor Leafpad musste in der neuen Version dem schlanken Programm Mousepad weichen, das sich hervorragend zum Bearbeiten kleinerer Dateien eignet. Aus den verschiedenen Entwicklungswerkzeugen ragt die neue, in der Programmiersprache Python geschriebene Anwendung Installit mit dem Ansatz hervor, künftig die Softwareverwaltung unter Linux zu vereinheitlichen. Hier geht es darum, mit einer einheitlichen Installationsroutine das Einrichten von Programmen nachhaltig zu erleichtern.

Als leistungsfähigen Standard-Dateimanager integriert Xfce Thunar. Das sehr schnelle arbeitende Programm bleibt in Sachen Funktionsumfang seinem Gnome-Pendant Nautilus nichts schuldig (Abbildung 3). Thunar bietet eine einfache Navigation auch zwischen verschiedenen Verzeichnisebenen sowie vielfältige Einstellungs- und Ansichtsmöglichkeiten. Im Vergleich zum Nautilus (von Konqueror ganz zu schweigen) glänzt er durch geradezu atemberaubende Geschwindigkeit.

Abbildung 3

Abbildung 3: Schnell und leistungsfähig: Der Xfce-Dateimanager Thunar im Einsatz.

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LinuxUser 05/2014

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