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Software-News

01.07.2007

Intuitive Benutzeroberflächen im Handumdrehen

Auch wer in der Shell programmiert, kann seine Programme mit einer ansprechenden grafischen Ausgabe ausstatten. Mit Cdialog (http://invisible-island.net/dialog/) geht das sogar besonders einfach: Mit wenigen Parametern erzeugt das Programm ansprechende Ncurses-basierte Dialogboxen für den Konsoleneinsatz.

Dabei hat der Anwender die Wahl zwischen gut einem Dutzend vorgegebener Dialogboxen vom Kalender über einen Editor bis hin zum Auswahlmenü oder einfachen Ja/Nein-Abfragen. Neben der Dialogart legt der Anwender durch Parameterübergabe die Größe des Dialogfensters und den anzuzeigenden Inhalt fest, bei einem Auswahldialog etwa die möglichen Menüpunkte. Über weitere Parameter lassen sich das farbliche Erscheinungsbild und Verhalten der Dialogbox nach einer Anwenderaktion definieren.

Für Programmierer besonders wichtig ist die Möglichkeit, Rückgabewerte von Cdialog im eigenen Skript zu verarbeiten. Dazu weist man das Tool an, seine Ausgabewerte via stdout auszugeben, dessen Inhalt man in eine Variable schreiben kann. Auf diese Weise lässt sich das Ergebnis eines Auswahldialogs im eigenen Skript weiter verarbeiten.

Mitte Mai erschien Cdialog in der Version 1.1-20070514. Sie korrigiert eine Reihe von Fehlern, die häufig bei den Dialogboxen timeout und tailbox auftraten.

cdialog-01.png

Dank Cdialog lässt sich so eine Oberfläche in nur einer Zeile Code abwickeln.

Festplatten den Schwung nehmen

Moderne Festplatten erkaufen ihre Performance unter anderem durch hohe Umdrehungszahlen, was Geräuschpegel und Stromverbrauch in die Höhe treibt. Mit Ataidle (http://www.cran.org.uk/bruce/software/ataidle.php) wirken Sie dem entgegen. Das Werkzeug wird seit drei Jahren kontinuierlich weiter entwickelt und liegt jetzt in der Version 1.0 vor, die erstmals den Sleep-Modus unterstützt.

Ursprünglich für FreeBSD entwickelt, läuft Ataidle auch unter Linux ab Kernel 2.6.1. Das Programm erlaubt, die Leerlaufzeit der Festplatte zu modifizieren, so dass diese früher in den Standby-Modus wechselt. Besonders auf Notebooks spart das Akkuleistung. Daneben können Sie die Festplatte mit Ataidle auch manuell in den Standby- oder Sleep-Modus setzen. Bei Bedarf konfigurieren Sie mithilfe des Programms auch das Advanced Power Management (APM) und das Auto Acoustic Management (AAM), sofern die Festplatte diese Funktionen bietet. Ob das der Fall, verrät Ataidle bei einem Aufruf nur mit Channel- und Device-Nummer der Harddisk.

ataidle-02.png

Ataidle bringt es an den Tag: Die virtuelle Festplatte von VMware unterstützt weder APM noch AAM.

Steuervogel kann mit ELSTER

Mit Taxbird (http://www.taxbird.de) existiert nun auch eine freie Softwarelösung um Umsatzsteuerdaten via ELSTER an die Finanzbehörden zu übermitteln. Die Gnome-2.x-Anwendung bedient sich zur Aufbereitung, Verschlüsselung und Übertragung der Daten der Bibliothek Libgeier. Sie bereitet die Daten gemäß der von der Finanzverwaltung vorgegebenen XSLT-Stylesheets für die Übertragung auf.

Zurzeit können Sie mit Taxbird lediglich die Umsatzsteuervoranmeldung abwickeln, Jahres- und Einkommenssteuererklärungen darf das Programm noch nicht verarbeiten: Laut Entwickler steht hierzu unter anderem die Genehmigung des bayrischen Landesamts für Steuern noch aus. Wann und ob die Bajuwaren ihr Plazet erteilen ist nicht bekannt. Die jetzt erschienene Version 0.10 übernimmt das rheinland-pfälzische Steuernummernformat und erlaubt die Eingabe negativer Werten bei bestimmten Formularfeldern.

Grazer LinuxTag 2007

Trotz strahlendem Sonnenschein an einem langen Wochenende fanden sich am 19. Mai rund 200 an freier Software interessierte Besucher beim Grazer LinuxTag 2007 (http://glt07.linuxtage.at) ein. Zahlreichen Informationsstände freier Softwareprojekte und über 30 Vorträge und Workshops luden zum Besuch ein.

Während die meisten Referenten der Grazer LinuxTage naturgemäß aus dem Umfeld lokaler Hochschulen stammen, gab es in diesem Jahr auch zahlreiche Beiträge aus ganz Österreich und Deutschland. So gewannen die Veranstalter neben der Free Software Foundation Europe (FSFE, http://fsfeurope.org), deren Sprecher Reinhard Müller eine flammende Keynote vortrug, auch IBM für einem Vortrag ("Virtuelle Server mit Xen real einsetzen").

Das Veranstaltungsprogramm bot vier Workshops (unter anderem "Einführung in Python" und "Versionskontrolle mit Git") und 28 Vorträge für alle Interessensgruppen. Angefangen von Linux am Desktop und Desktop4education (http://www.d4e.at) über Entwickler-Vorträge zu Themen wie Cmake und Mercurial bis hin zur Systemadministration (unter anderem Kerberos und OpenAFS) deckten die Themen ein breites Spektrum ab.

Im zentralen Informationsbereich waren etliche internationale Softwareprojekte und Unternehmen vertreten. Neben Distributionen wie Debian, Gentoo, ReactOS und Grml sowie einem Informationsstand der FSFE nutzten auch lokale Projekte wie Funkfeuer Graz und Realraum Graz das Event für direkte Öffentlichkeitsarbeit. In der Expertenecke schließlich konnten die Besucher auf das Wissen langjähriger Linux-Anwender zurückgreifen.

Parallel zu den Vorträgen hatten Besucher auch die Möglichkeit, Prüfungen des Linux Professional Institute (LPI, http://lpi.org) zu absolvieren und dem Fellowship-Treffen der FSFE beizuwohnen. Eine Keysigning-Party am Abend komplettierte die Veranstaltung. (Mika Prokop)

glt-2007.png

Zufriedene Gesichter nach einer gelungenen Community-Veranstaltung: Die Organisatoren und Helfer des Grazer LinuxTags 2007.

Torvalds: Verklagt uns doch, Microsoft!

Den von Microsofts Mitte Mai erhobenen Vorwurf, Linux und andere freie Software verletze 235 Microsoft-Patente, quittierte Linus Torvalds prompt mit einer geharnischten Antwort: Redmond soll die Patente offenlegen, damit die Tatsachen vor Gericht geklärt werden können.

"Eine klare Benennung der fraglichen Patente würde entweder klar machen, dass Linux sie überhaupt nicht verletzt, oder ermöglichen, den beanstandeten Code umzuschreiben", sagte Torvalds. "Eigentlich ist es aber viel wahrscheinlicher, dass Microsoft Patente verletzt, als Linux.", konterte er zudem: Müsste der Code des Software-Riesen sich einer ähnlich kritischen Untersuchung unterziehen wie der von Linux, würde sich wohl herausstellen, dass Microsoft zahlreiche Patente anderer Firmen verletzt, glaubt Torvalds.

Dass es jemals zu einer gerichtlichen Klärung kommen könnte, bezweifelt er allerdings. "In dem Fall müsste Microsoft die fraglichen Patente klar benennen, und wahrscheinlich ist es ihnen lieber, weiter Verunsicherung zu verbreiten, als einen Prozess zu führen.", schätzt Torvalds die Interessenslage bei Microsoft ein. Damit hat er vermutlich recht, wie Microsofts Vizepräsident für den Bereich "Intellectual Property and Licencing" Horacio Gutierrez wenig später indirekt bestätigte. "Wir verklagen niemand – hätten wir das gewollt, hätten wir es vor Jahren getan." Die Erwähnung der verletzten Patente sei nicht als Drohung gedacht gewesen, sondern solle nur ein existierendes Problem klarmachen: "Jeder muss verstehen, dass es hier ein wirkliches Lizenzproblem mit Linux gibt und dass eine Lösung gefunden werden muss.", präzisierte Gutierrez Microsofts Standpunkt.

Tatsächlich erhebt Microsoft bereits jetzt Linux-Patentgebühren von einigen Unternehmen, die das freie Betriebssystem in ihrer IT-Landschaft einsetzen. Bislang weigert man sich in Redmond aber beharrlich, die Namen der betroffenen Firmen oder die Höhe der Zahlungen zu nennen. Auch eine Nennung der zugrunde liegenden Patente lehnt Gutierrez kategorisch ab: "Wir werden öffentlich keine derart detaillierte Diskussion führen." Den betroffenen Unternehmen und Distributoren hätte man die Patente aber genannt.

Damit dürfte es auch weiterhin viel eher in Microsofts Interesse liegen, Linux-Anwender mit vermeintlichen Patentverletzungen zu verunsichern und abzukassieren, als eine gerichtliche Klärung der Vorwürfe zu erwirken. Davon hätte man in Redmond ohnehin nichts, glaubt Linux Torvalds: "Die Grundlagen der Betriebssystemtheorie stehen seit Ende der 60er Jahre praktisch fest. Die fundamentalen Dinge sind vor einem halben Jahrhundert erledigt worden und haben schon seit langem jeden Patentschutz verloren."

FSF startet Ogg-Vorbis-Kampagne

Die Free Software Foundation (FSF) hat eine Kampagne gestartet, um Entwickler und Anwender von den Vorteilen des patent- und lizenzfreien Audioformats Ogg-Vorbis zu überzeugen. Auf der Site PlayOgg.org finden sich Empfehlungen für dessen Einsatz unter verschiedenen Betriebssystemen sowie Unterstützer-Buttons für den Einsatz auf der eigenen Website.

Zwar handle es sich bei MP3 um das mit Abstand verbreitetste Audioformat, es erschwere jedoch mit allfälligen Lizenzzahlungen und Patenten sowohl Anwendern als auch den Entwicklern von Audiosoftware das Leben, so die FSF. Daher sei das lizenz- und patentfreie Ogg-Vorbis die ethisch und rechtlich überlegene Alternative, zudem biete es auch technisch die bessere Lösung. Da bereits viele Hardware-Player und Audioprogramme Support für Ogg-Vorbis bieten sowie entsprechende Encoder und Plugins für zahlreiche Betriebssysteme existieren, bringt Ogg-Vorbis nach Ansicht der FSF bereits jetzt alle Voraussetzungen mit, um MP3 als Standard-Audioformat abzulösen.

Daher will die FSF in den nächsten Monaten im Rahmen der Kampagne eine ganze Reihe von Ressourcen rund um den Einsatz von Ogg-Vorbis bereitstellen. Dazu zählen beispielsweise ein Verzeichnis Ogg-freundlicher Websites, Anleitungen zum Einrichten und zum Gebrauch von Ogg-Vorbis sowie eine Liste von Freiwilligen, die Websites technische Hilfe beim Wechsel zu freien Formaten leisten.

Bei Ogg handelt es sich um ein vollständig offengelegtes, nicht patentiertes Containerformat für Multimediadateien jeder Art, das von der Xiph.org Foundation (http://www.xiph.org) entwickelt wird. Sie bietet auch entsprechende Codecs an, wie Vorbis für Audiodateien sowie den Video-Codec Theora, der WMV, MPEG-4 und RealVideo Paroli bieten soll. Daneben unterstützt Xiph.org in Form einer Schirmherrschaft auch andere freie Multimedia-Projekte, wie den Sprach-Codec Speex oder den verlustlosen Audio-Codec FLAC.

GPL3 kommt Ende Juni

Am 31. Mai hat die Free Software Foundation (FSF) den vierten Entwurf der GPLv3 veröffentlicht. Der definitiv letzte Draft (http://gplv3.fsf.org/) steht nun vier Wochen zur Diskussion. Als entscheidende Änderung zum Vorgänger nennt die FSF, dass das Papier nun mit der Version 2.0 der Apache-Lizenz kompatibel sei. Weiterhin haben die Autoren stärker internationales Recht berücksichtigt.

Besondere Aufmerksamkeit ist der Klausel sicher, die ihren Ursprung in der umstrittene Vereinbarung zwischen Novell und Microsoft hat: Distributoren, die nach dem 28. März "diskriminierende Patentvereinbarungen" schließen, dürfen ihre Software nicht unter der GPLv3 verbreiten, lautet ihr Inhalt – diese Terminierung entlässt Novell explizit aus der Verantwortung. Der Patentschutz, den Novell mit Microsoft letzten November vereinbart habe, könne auch zum Wohl der Community gegen Microsoft gerichtet werden, meint die FSF.

Rechtsprofessor Eben Moglen, einer der Mitautoren der GPLv3, hatte bereits zuvor den Standpunkt der Verfasser deutlich gemacht: Der im Vertrag vereinbarte Patentschutz für von Novell verteilter GPL-Software solle für jeden Nutzer Freier Software gelten, nicht nur für die Kunden des Unternehmens. Und da Microsoft mit den Novell-Lizenzen selbst Software vertreibt, die unter der GPL steht, müssten die Spielregeln auch für Microsoft gelten, meint Moglen.

Ein Essay von Richard Stallman (http://gplv3.fsf.org/rms-why.html) wirbt für ein Upgrade von der noch gültigen zweiten Fassung der GPL auf die neue Version. Ein Programm unter der GPLv2 zu belassen, mache zwar keine Probleme, schreibt Stallman, doch eine Umstellung auf die GPLv3 entschärfe viele Reibungspunkte, wie Fragen des "Digital Rights Management" (DRM) und zu Software-Patenten. (Britta Wülfing)

Kurz notiert

Mit Crossover 6.1 (http://www.codeweavers.com/products/cxoffice/change_log/) bringt Codeweavers dieses Jahr bereits das dritte Release seiner Windows-API-Implementierung für Linux und Intel-Macs heraus. Sie verbesserte die Unterstützung für den Windows Media Player, kooperiert reibungsloser mit SE Linux und unterstützt das neue Quicktime 7. Darüber hinaus beseitigt Crossover 6.1 zahlreiche Probleme im Zusammenspiel mit dem Internet Explorer und Outlook beseitigt. Passionierte Spieler dürfen sich zudem über schnelleres Rendering freuen.

Der Klassiker unter den Texteditoren, Vim (http://www.vim.org), ist jetzt in Version 7.1 erschienen. Die Bugfix-Release fasst zahlreichen Fehlerkorrekturen gegenüber Version 7.0 zusammen, enthält aber keine funktionellen Erweiterungen. In jedem Fall raten die Entwickler zu einem Update auf die neue Version.

Anfang Mai veröffentlichte das Intel Open Source Technology Center (http://www.intellinuxgraphics.org) einen freien Treiber für die 965GM-Express-Chipsatzfamilie. Der neue Treiber wird Bestandteil des Intel-2.0-Treibers für X.org sein und soll neben dem 965GM auch die i830-Reihe unterstützen. Er erkennt den Videomodus automatisch, unterstützt das Hotplugging von Monitoren und erlaubt das dynamische Erweitern und Zusammenführen von Desktops.

Die Virtualisierungslösung VMware Workstation unterstützt in Version 6.0 Windows Vista als Host und Gast, bietet USB 2.0 für alle Gastsysteme und kann einem Gast mehrere Monitore zuordnen. Außerdem lassen sich virtuelle Maschinen nun auch ohne grafischen Zugriff im Hintergrund betreiben und via VNC ansteuern. Mit 189 Dollar schlägt die aktuelle Version ordentlich zu Buche. Eine 30-Tage-Testversion gibt es bei VMware (http://www.vmware.com/download/ws/eval.html).

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LinuxUser 05/2014

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