Schwein gehabt
HBCI-Online-Banking mit Moneyplex 2007
Finanzen im Blick
Eine Übersicht Ihrer Gelder erhalten Sie im Finanzzentrum. Damit Sie bei umfangreichen Kontenrahmen den Überblick behalten, ist das Zentrum modular aufgebaut. Beim ersten Aufruf entfernen Sie über das Kontextmenü nicht benötigte Elemente und stellen bei allen anderen ein, was Sie sehen möchten (Abbildung 6).
Dafür haben Sie die Wahl zwischen einer Kontenübersicht, einer Übersicht der Einnahmen und Ausgaben sowie einer über die Ausgaben oder Einnahmen einer bestimmten Kategorie. Zusätzlich bietet Moneyplex Zusammenfassungen über Devisen- und Aktienkurse. Hier vergleichen Sie leicht die Entwicklung von zwei oder mehr Fremdwährungen oder Aktien. Über das Kontextmenü der rechten Maustaste verändern Sie die Reihenfolge der Übersichten. Es ist auch möglich, zwei oder mehr Übersichten eines Typs mit unterschiedlichen Parametern zu verwenden. Über diese Einstellungen gestalten Sie Ihr persönliches Finanzzentrum (Abbildung 7) und haben so jederzeit Ihre wichtigsten Finanzdaten im Blick.
Mit der Auswertung erstellen Sie gezielte Übersichten über Ihre Geldmittel. Dabei können Sie sich für eine komplette Übersicht aller Konten ebenso entscheiden wie für Detailauswertungen einzelner Konten, bestimmter Zeiträume und spezieller Kategorien. Um eine solche Auswertung einmal zu erstellen, aber vielfach zu verwenden, speichern Sie die Berichte und rufen sie danach beliebig oft mit aktuellen Daten wieder auf. In der aktuellen Version von Moneyplex können Sie diese Auswertungen auch ausdrucken oder als Bilddatei festhalten.
KDE-Anwender müssen allerdings mit einem kleinen Fehler leben: Die Kontrollleiste am unteren Bildschirmrand verdeckt einen Teil der Auswertung. Das komplette Bild sehen Sie erst nach dem Ausblenden der Leiste. Dann allerdings fällt es leicht, die Übersicht zu behalten (Abbildung 8).
Das Kreisdiagramm in der Auswertung zeigt alle ausgewählten Kategorien, die sich auch in der Liste am rechten Rand mit ihren Werten finden. Die Größe der Tortenstücke steht dabei für den prozentualen Anteil einer Kategorie an den Einnahmen, Ausgaben oder Überschüssen. Auch die Entwicklung dieser Werte lässt sich im Spaltendiagramm eines anderen Registers verfolgen.
Fazit
Das Programm Moneyplex bietet eine gute Alternative zu den freien Finanzverwaltungsprogrammen Gnucash [5] und KMyMoney [6]. Wer nur sein Girokonto verwalten und Überweisungen bequem am PC erstellen und mit HBCI sicher zur Bank übertragen möchte, fährt mit der kostenlosen Version gut.
Einen größeren und weitaus besseren Funktionsumfang erhält man mit der preiswerten "Standard"-Version. Die "Pro"-Version braucht nur der, der ein Depot- und Wertpapierkonto führt. Selbstständige und kleine bis mittelgroße Unternehmen sind mit der Businessversion gut beraten. Hier hilft die Möglichkeit von Sammelüberweisungen und Lastschriften Zeit zu sparen – und damit bekanntlich Geld.
Nach wie vor ist Moneyplex das umfangreichste Onlinebanking-Programm für Linux. Bei aller Funktionsfülle bleibt die Bedienung aber stets übersichtlich, da es keine verschachtelten Menüs oder unübersichtlichen Dialoge zu überwinden gilt. Einige wenige Funktionen verbergen sich im Kontextmenü, das aber auch nicht schwer zu finden ist. Hier stellt der Anwender nur die Dialoge ein, die er für das Auswerten seiner Geldflüsse benötigt. Augenfällig werden diese Übersichten im Finanzzentrum, das schnell und aktuell zeigt, wo das Geld bleibt.
Die wichtigste Eigenschaft des Programms stellt jedoch die Möglichkeit dar, ein Konto bequem per HBCI zu führen. Mit einem Kartenleser und einer HBCI-Karte sparen Sie sich künftig den Weg zur Bankfiliale, wo sowieso kaum noch ein Mitarbeiter auf Sie wartet. Da geht es wesentlich schneller, Überweisungen vom heimischen PC aus zu erstellen und zu verschicken.
Glossar
HBCI
Das Home Banking Computer Interface ist ein festgelegter, vom Zentralen Kreditausschuss entwickelter Standard. Mit dem HBCI-Protokoll werden alle Daten zwischen dem Rechner des Anwenders und dem Bankenrechner übertragen. Das Verfahren arbeitet mit einem RSA-Schlüsselpaar und garantiert damit hinreichende Sicherheit. [7]
FinTS
Der Financial Transactions Service ist der Nachfolger des Standards HBCI. Wichtigste Eigenschaft ist der baukastenartige Aufbau: Authentifizierung, Geschäftsvorfälle, Finanzdaten und Protokolle sind jeweils einzeln festgelegt. [7]
mTAN
Verfahren, bei dem der Kunde die TANs von der Bank per SMS erhält. Die Nummern sind somit vor Phishingattacken sicher.
iTAN
Dieses Verfahren arbeitet noch mit einer TAN-Liste. Allerdings gibt der Anwender die TANs nicht mehr nacheinander ein. Stattdessen steht vor jeder TAN eine Zahl, die von der Bank abgefragt wird.
CT-API
CardTerminal Application Programming Interface. beschreibt anwendungsunabhängige Funktionen für das Handling und Kommunikation mit Chipkarten.
[1] Matrica: http://www.matrica.de
[2] StarMoney: http://www.starmoney.de/index.php?id=linux
[3] Datenträgeraustausch: http://de.wikipedia.org/wiki/DTAUS
[4] Linux-Treiber von Reiner-SCT: http://www.reiner-sct.com/content/view/32/43/#linux
[5] Gnucash: http://www.gnucash.org
[6] KMyMoney: http://kmymoney2.sourceforge.net/index2.html
[7] HBCI und FinTS: http://www.hbci-zka.de/



