Home / LinuxUser / 2007 / 07 / Mobiles Meilenschwein

Top-Beiträge

GIMP - Auswahl und Ebenen
(324 Punkte bei 38 Stimmen)
GIMP - Laserschwert
(322 Punkte bei 41 Stimmen)
Panorama ohne Weitwinkel
(272 Punkte bei 16 Stimmen)
Ein erstes Resümee
(247 Punkte bei 20 Stimmen)
Re: Mehrere Partitionen auf USB-Stick
(233 Punkte bei 9 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 8500 Shops,
3.1 Mio Artikel. Alle Bestseller, Gutscheine und Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Bei Freeware bietet Ihnen kostenlose Software Downloads von Programmen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Mobiles Meilenschwein

Grml 1.0: Live-CD für Geeks

01.07.2007 Wer eine komfortable Linux-Konsole, eine leistungsfähiges Rescue-CD oder auch einen schlanken X-Desktop sucht, wird bei Grml fündig.

Die auf Debian basierende Live-Distribution Grml [1] richtet sich speziell an Systemadministratoren und alle Freunde von textbasierten Tools. Sie unterstützt wie jede aktuelle Live-CD automatische Hardware-Erkennung und erfordert keine Installation auf der Festplatte. Während andere Live-CDs umfangreiche Softwarepakete wie KDE und OpenOffice mitbringen, konzentriert sich Grml auf die für das Zielpublikum relevante Software: Angefangen von Texteditoren wie Vim, Emacs, Joe, Jed, Nano und Pico über Netzwerktools wie Wireshark, Tcpdump, Hping und Scapy bis hin zum Textsatzsystem LaTeX bietet Grml insgesamt über 2500 Pakete auf der CD.

Das Entwicklerteam stellt seit der ersten Veröffentlichung im Herbst 2004 im Schnitt alle drei Monate eine neue stabile Version zur Verfügung. Zwischen den stabilen Versionen gibt es für Grml-Betatester und -Entwickler alle zwei bis drei Wochen Schnappschüsse des aktuellen Entwicklungsstandes.

Eine Anfang dieses Jahres vorgenommene Grml-Benutzerbefragung [2] ergab, dass der meistgehegte Wunsch die der Anwender die Unterstützung für 64-Bit-Systeme ist. Daher scheute das Grml-Team keine Mühen, um rechtzeitig zur Version 1.0 auch eine eine erste 64-Bit-Version namens Grml64 zu veröffentlichen. Die Notwendigkeit für eine explizite Unterstützung einer 64-Bit-Version liegt unter anderem darin, dass bei einer Systemrettung in der Lage sein muss, 64-Bit-Software der zu rettenden Installation ausführen zu können.

Neben der 32-Bit-Version Grml und der 64-Bit-Spielart Grml64 gibt es auch noch eine weitere Geschmacksrichtung namens Grml-small. Mit einer Größe von rund 60 MByte passt es auf kleinere USB-Sticks und visitenkartengroße CD-Rohlinge. Grml-small enthält weder Dokumentation noch das X-Window-System, die Auswahl an Software ist auf ein Minimum beschränkt. Grml-small lässt sich aber hervorragend dazu verwenden, einen Rechner (auch remote) ins Netzwerk zu bekommen, um dann bei Bedarf zusätzliche Software via apt-get update; apt-get install replaceablePaket nachzuinstallieren.

Was ist neu?

Mit der Versionsnummer 1.0 verknüpfen sich natürlich besondere Erwartungen. Viele Neuerungen haben Einzug in diesen Meilenstein gefunden, für den das Grml-Team daher den viel versprechenden Namen "Meilenschwein" auserkoren hat.

Da mittlerweile alle großen Distributionen auf UTF-8 als Standardkodierung setzen, wurde dies auch bei Grml dementsprechend umgesetzt. Wer mit grml lang=de bootet, bekommt jetzt automatisch eine deutsche UTF-8-Umgebung. Benötigen Sie noch den bisher üblichen ISO-Modus, wählen Sie die Bootoption lang=de-iso.

Das neue Skript grml2ram befördert das aktuell laufende System komplett in den Arbeitsspeicher, sodass sich Grml ohne CD weiter nutzen lässt. Das war bislang nur direkt beim Booten mit grml toram möglich. Der Arbeitsspeicher muss freilich für diese Betriebsart ausreichend dimensioniert sein. Um neben den 700 MByte von Grml noch genügend Freiraum zu haben, sollte das System daher über mindestens 1 GByte Arbeitsspeicher verfügen.

Weitere Details zu den Neuerungen finden Sie in den Release-Notes auf der Grml-Homepage[1].

Unter der Haube

Grml nutzt Debian-unstable als Basis, da es aktuelle Software mit dem stabilen, zuverlässigen und mächtigem Paketmanagement von Debian vereint. Damit mehr als 2 GByte an Software und Dokumentation auf einer 700 MByte-CD-ROM Platz finden, kommt eine Komprimierungstechnologie namens Squashfs [3] zum Einsatz.

Um im Live-Betrieb Konfigurationsdateien zu ändern oder Software nachzuinstallieren, dient Unionfs [4] dabei als sogenanntes Overlaysystem: Es schreibt modifizierte Daten in einen temporären Ordner, zeigt sie aber an der originalen Stelle in veränderter Form. Unionfs litt allerdings lange Zeit unter Stabilitätsproblemen, weswegen Grml in der aktuellen Version statt des Originals die von Junjiro Okajima entwickelte Variante Aufs [5] (Another Unionfs) einsetzt.

Während in den Anfangszeiten von Grml noch vorwiegend selbst geschriebene Skripte die Hardware-Erkennung übernahmen, kommt an dieser Stelle schon seit einiger Zeit Discover zum Zug. Es lädt alle relevanten Kernelmodule automatisch, während Anpassungen für Software-RAID, eine automatisch generierte /etc/fstab, die Netzwerkkonfiguration via DHCP und vieles mehr weiterhin über Eigenentwicklungen von Grml erfolgen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Grml erkennt beim Systemstart die vorhandene Hardware selbständig und bindet sie via Udev und Hotplug ein.

Aktuelles Heft bestellen
Kommentare
Einem Freund empfehlen    Druckansicht

565 Hits
Wertung: 177 Punkte (16 Stimmen)

Infos zum Autor

Michael Prokop

Michael Prokop

Michael Prokop arbeitet als Projektleiter und Hauptentwickler an dem Live-System Grml. Als Debian-Entwickler und Inhaber von Grml Solutions steckt er einen Großteil seiner Arbeit am Rechner in die Debian-Distribution.


Infos zur Publikation

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Schöneres Gnome mit Faenza
Schöneres Gnome mit Faenza
Marcel Hilzinger, 19.08.2010 14:49, 0 Kommentare

Wer seinen Desktop liebt, verpasst ihm ab und zu ein optisches Update. Sehr gut eignen sich dazu neue Fensterdekorationen, ein neues Farbschema und natürlich ein neues Symbolset. Ein besonders...

Aktuelle Fragen

SUSE und Windows parallel betreiben, reparieren des BOOTMANAGERS
oli m., 31.08.2010 10:17, 6 Antworten
ich betreibe XP, VISTA, W7 und SUSE parallel auf einer Festplatte. wenn ich SUSE als letztes ins...
kmail link verweist auf firefox, umstellung wieder auf konqueror ???
oli m., 31.08.2010 10:06, 2 Antworten
seit firefox mit suse installiert wird, startet ein link in einer email automatisch auch firefox....
SUSE 11.3 - nvidia 9800GT+ - DUALMONITOR Installation/Einstellung
oli m., 31.08.2010 09:57, 2 Antworten
Grafikkarte: nvidia GForce 9800GT+ Monitore: 2x Medion MD 20094 1920x1200 SUSE 11.3 nach ins...
Tastatur / Maus blockiert
Roland M. Egloff, 30.08.2010 22:56, 0 Antworten
Hallo Linux Freunde, Die folgende Info. ist vielleicht für jemand nutzlich... Ich musste mi...
Erstellung von Newslettern unter Suse 11.3
Klaus Werner, 27.08.2010 09:45, 1 Antworten
Moin suchen ein Programm zur Erstellung von Newslettern. sollte unter Linux laufen. Jemand eine...