Gesprächsbereit
aMSN im Test
Einstellungssache
Um aMSN etwas persönlicher zu gestalten, halten die Entwickler eine Reihe von Einstellungen bereit, die Sie über Account | Einstellungen oder [Strg]+[P] erreichen. Stellen Sie beispielsweise die Schriftart im Reiter Erscheinungsbild auf Ihre Systemvorgabe ein oder legen Sie im nächsten Reiter fest, wie Sie Ihre Chatsitzung gestalten wollen, indem Sie die Zeitvorgaben für Ihre Inaktivität bestimmen. Außerdem blockieren Sie nervige MSN-Benutzer, protokollieren Unterhaltungen und bestimmen die Ports, die Ihre Firewall für Dateiübertragungen nutzen soll. Schließlich geben Sie an, mit welchen Programmen aMSN vorrangig zusammenarbeiten soll, sobald Sie eine HTML-Adresse öffnen oder einen Dateimanager brauchen. Die Optionen erklären sich weitestgehend selbst und warten darauf, erforscht zu werden.
Das Aussehen des Clients lässt sich über Skins steuern. Diese besorgen Sie, indem Sie unter Account | Oberfläche auswählen im unteren Fensterbereich auf Mehr Skins klicken. Haben Sie unter Account | Einstellungen im Kartenreiter Andere einen Browser eingetragen (etwa firefox $url), öffnet sich dieser und bietet den Download weiterer Kunsthäute an. Diese sorgen im Wesentlichen für andere Icons und eine bunte Bildlaufleiste. Die Oberfläche an sich bleibt unangetastet. Sie installieren die heruntergeladenen ZIP-Pakete, indem Sie diese über das Kontextmenü im Dateimanager oder auf der Konsole mittels unzip Skin-Name
.zip entpacken und den entstandenen Ordner nach ~/.amsn/skins verschieben.
Ebenso verhält es sich mit den Plugins, die es erlauben, aMSN um einige Funktionen zu erweitern. Die Plugin-Verwaltung erreichen Sie über Account | Plugins auswählen. Von hier an verwenden Sie das Tool wie beim Auswechseln der Skins. Die angebotenen Plugins bringen keine bahnbrechenden Neuerungen mit: Das interessanteste lässt zwei Chatter miteinander MSN-Spiele spielen – vorausgesetzt, beide verfügen über dasselbe Plugin oder Microsofts Original-Client. Andere erlauben es, am Bildschirm zu zeichnen und das Ergebnis zu versenden. Blinde oder lesefaule Anwender lassen sich mittels Plugin die Bildschirmnachrichten vorlesen, sofern ein Text-to-Speech-System [7] auf dem System läuft. Ein Plugin zur Implementierung eines anderen Chatprotokolls wie ICQ oder Yahoo sucht man vergeblich – die Entwickler planen auch nicht, eines zu implementieren.
Bild ohne Ton
Ein kleines Highlight von aMSN stellt die Videofunktion dar, auch wenn hier die Konkurrenz (Kopete, Openwengo, Qnext) nicht schläft und vergleichbare Features anbietet. Die Funktionstüchtigkeit setzt voraus, dass Ihr Linux-System die angeschlossene Webcam richtig erkennt und die entsprechenden Treibermodule lädt. Informationen hierzu bietet der Webcam-Test in dieser Ausgabe.
Öffnen Sie über das Menü Account | Einstellungen | Andere den Dialog Webcam konfigurieren. Ein Fenster zeigt, ob NAT oder eine Firewall das Senden oder Empfangen des Webcam-Signals behindert. Ist das der Fall, öffnen Sie den Port 6891 Ihrer Firewall für das Programm und sorgen dafür, dass der Router Daten an den Port 6891 Ihres Rechners weiterleitet.
Der Sinn der Schaltfläche I want to make my webcam available to others erschloss sich im Test nicht: Die angeschlossene Webcam lieferte in jedme Fall erst nach ausdrücklicher Erlaubnis mit Rückfragen an beiden Gegenstellen ein Bild – dann aber auch an mehrere Personen zugleich. Weil sich die Hilfe diesbezüglich ausschweigt, beachten Sie diesen Punkt nicht weiter. Die Funktion Use a low-resolution webcam verringert die übertragene Auflösung des Videos, um mit weniger Bandbreite gesegnete Internet-Nutzer zu berücksichtigen.
Um die Anzeigequalität der Webcam zu modifizieren wählen Sie den Schalter Video-Einstellungen ändern und klicken unter Geräte auf Ihre Webcam sowie rechts daneben auf den angegebenen Kanal. Es folgt ein Mausklick auf einen zweiten Schalter namens Video-Einstellungen ändern. Der aktiviert im unteren Fensterbereich ein Vorschaubild. Zugleich öffnet er ein Fenster mit einem zweiten Vorschaubild und Reglern, über die Sie das Bild Ihrem persönlichen Geschmack anpassen. Die Regler arbeiten jedoch fehlerbehaftet und kennen optisch nur drei Zustände: Minimum, Mitte, Maximum. Wenn Sie die gedrückte Maus aber über den stehenden Regler ziehen, verändert sich das Vorschauvideo trotzdem stufenlos. Leider hat die Prozedur keinerlei Auswirkung auf das tatsächliche Videobild: Die Einstellungen lassen sich nicht speichern.
Wollen Sie einem oder mehreren Chat-Teilnehmern Ihr Videobild anbieten, klicken Sie im Chatfenster auf das Kamerasymbol über dem Texteingabebereich. Über das zweite Kamerasymbol neben dem Namen des Mitchatters fordern Sie eine Bildübertragung des Gegenübers an. Um weiteren Chatteilnehmern Ihr Video zugänglich zu machen wiederholen Sie diesen Vorgang. Im Test ließ sich zwar eine gute Bildqualität erzielen, schnelle Bewegungen hinterließen aber auch mit DSL 6000 ruckelnde und schlierende Effekte.
Eine Audioübertragung haben die Entwickler noch nicht implementiert, sodass Sie mit dem wortlosen Bild vorlieb nehmen müssen. Im Dialog Einstellungen legen Sie im Kartenreiter Loggen fest, ob aMSN die Videositzung speichern soll. Über Contacts | Webcam-Sitzungen anzeigen betrachten Sie die Aufzeichnungen immer wieder. Bitte beachten Sie dabei, dass die gespeicherten Webcam-Sitzungen einigen Platz auf Ihrer Festplatte beanspruchen.



