Doppeltes Lottchen
Internetseiten aktuell halten
Informationsbedarf
Damit Sitecopy weiß, welche Daten es auf welchem Server überwachen soll, braucht es anfangs ein paar grundlegende Informationen. Diese erwartet das Werkzeug in der versteckten Datei .sitecopyrc in Ihrem Heimatverzeichnis. Legen Sie also im ersten Schritt besagte Datei mit einem Texteditor Ihrer Wahl an. Dort hinein kommen jetzt alle Informationen über Ihren Server. Ein Beispiel zeigt Listing 1.
# ~/.sitecopyrc
# Beispielkonfiguration fuer FTP
site alicecat
server www.alice.de
protocol ftp
username alice
password sehrgeheim
local /home/alice/webseite/katzen
remote ~/katzen
Alle Zeilen mit einer Raute ignoriert Sitecopy später. Ansonsten enthält jede Zeile den Namen einer Einstellung, gefolgt von einem Leerzeichen und dem eigentlichen Wert. Das Ganze sieht etwas kryptisch aus, lässt sich aber recht schnell aufdröseln.
Beginnen Sie mit der ersten eingerückten Zeile, welche die Adresse des Servers enthält. Im Beispiel hat Alice ihre eigene Homepage vermerkt: server www.alice.de. Anstelle dieses DNS-Namens dürfen Sie hier auch direkt eine IP-Adresse eintragen.
In die nächste Zeile gehört hinter protocol das beim Datenaustausch eingesetzte Protokoll (mehr dazu im Kasten "Hochadel"). Wie vom Provider vorgeschrieben, verwendet Alice für ihre Internetseite einen FTP-Zugang.
Direkt im Anschluss folgen die passenden Zugangsdaten. Dazu gehören der Benutzername (username) und das Passwort (password). Beide erhalten Sie normalerweise von Ihrem Provider. Doch Vorsicht: Eigentlich sollten Sie Passwörter niemals im Klartext auf der Festplatte speichern. Leider bietet Sitecopy nicht die Möglichkeit, das Passwort und den Benutzernamen direkt beim Anmelden einzutippen. Wer hier Sicherheitsbedenken hat, sollte das Passwort immer nur bei Bedarf eintragen und nach dem Datenabgleich wieder löschen.
Hinter local folgt das Arbeitsverzeichnis, das die lokale Kopie der Dateien beherbergt. Alice möchte zunächst nur die Seiten über ihre Katzen von Sitecopy verwalten lassen. Die zugehörigen Dateien verwahrt sie im Unterverzeichnis webseite/katzen ihres Heimatverzeichnisses auf, folglich finden Sie diesen Pfad neben remote.
Abschließend fehlt noch das Gegenstück auf dem Webserver. In Alice' Beispiel landen alle Dateien im Unterverzeichnis /katzen auf ihrem Webserver. Die vorangestellte Tilde steht für das Verzeichnis, in dem sich Alice nach dem Einloggen über ein FTP-Programm auf dem Server wiederfindet. Soll Sitecopy Ihren gesamten Internetauftritt verwalten und nicht nur wie bei Alice die Seiten mit den Katzen, verwenden Sie an dieser Stelle einen normalen Schrägstrich: remote / sorgt für den Abgleich vom Wurzelverzeichnis an aufwärts.
Zweitwohnsitz
Damit wären alle notwendigen Informationen beisammen. Doch was passiert, wenn Sitecopy mehrere Internetauftritte überwachen soll? Damit es später keine Verwirrung gibt, fassen Sie die gerade eingetragenen Einstellungen unter einem gemeinsamen Namen zusammen. Der steht hinter dem Schlüsselwort site, das wiederum direkt vor allen anderen Zeilen landet. Im Beispiel hat Alice ihre Einstellungen alicecat genannt. Die Vergabe eines Namens ist übrigens Pflicht, selbst wenn Sie nur einen Internetauftritt verwalten (Abbildung 3).
Am Ende der Konfigurationsdatei hängen Sie einfach unter einem neuen Namen einen weiteren Server mit zugehörigen Einstellungen. Listing 2 zeigt die Daten für einen WebDAV-Server unter dem Namen bobwebdav. Seine Dateien warten im Verzeichnis /dokumente/bob/arbeit/berichte/ auf ihre Übertragung.
# ~/.sitecopyrc
# Beispielkonfiguration fuer FTP und WebDAV
site alicecat
server www.alice.de
protocol ftp
username alice
password sehrgeheim
local /home/alice/webseite/katzen
remote ~/katzen
site bobwebdav
server dav.bobshoster.de
protocol webdav
username bob
password strenggeheim
local /dokumente/bob/arbeit/berichte/
remote /bob/



