Aufmacher

Buchtipp

01.07.2007

Reise durch die Welt der freien Information

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder Mensch freien Zugang zu allen Informationen hat und dem Austausch nichts im Wege steht: Fast unvorstellbar zwar, aber dennoch heutzutage schon ein Stück weit Realität. Mit dem Entstehen des weltweiten Datennetzes reichen schon wenige Mausklicks für einen universellen Datenfluss. Das sieht jedoch nicht jeder gleich gerne ? Geheimdienste zum Beispiel oder die Unterhaltungsindustrie.

"Die Spielregeln, nach denen die Gesellschaft mit Informationen umgeht", so der Informatiker André Spiegel, "haben begonnen, sich zu verändern. Es geht dabei um hohe Ideale, aber auch um viel Geld und um mächtige Interessen." Autor Spiegel dokumentiert die Entwicklungen der letzten Jahre in großen Zügen in den "planetaren Datennetzen" in seinem (Reise-)Buch "Die Befreiung der Information. GNU, Linux und die Folgen".

Die handliche Lektüre bietet einen leicht verständlichen Einstieg in die Welt der freien Information, die sich unter anderem in Phänomenen wie dem GNU-Projekt, Linux oder Wikipedia manifestiert und die "keine Utopie mehr ist, sondern oft nur einen Mausklick entfernt". Viel länger ist der Weg zu seinem Buch auch nicht, denn der Autor bietet es im Internet auch zum Download an (http://www.die-befreiung-der-information.de).

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André Spiegel

Die Befreiung der Information

Matthes & Seitz, 2006

ISBN: 978-3-88221-879-4

175 Seiten, 14,80 Euro

http://www.matthes-seitz-berlin.de

Xingderassa

"Eine Seilschaft ist eine Gruppe von Bergsteigern, die ein Seil miteinander verbindet." So prosaisch beschreibt es die Online-Enzyklopädie Wikipedia und fährt fort, das Wort sei negativ besetzt, wenn es allgemeine Beziehungsgeflechte beschreibe. Wer dagegen die eigenen Flechtwerke meine, der spreche lieber von Netzwerk. Der Autor Stephan Lamprecht nimmt für die elektronische Kontaktbörse Xing – früher: OpenBC – nur die in diesem Sinne eigene Sicht ein: Für ihn ist das Projekt bloß eine "Plattform für das Knüpfen und Pflegen von geschäftlichen Kontakten", und genauso "wertfrei" und damit in gewisser Weise banal möchte er das moderne Social Networking in seinem Werk "XING – Das Buch" auch verstanden wissen.

Welche Position man als Leser dazu auch immer einnehmen mag: Schwer zu verstehen ist das Prinzip von Xing nicht – ebenso leicht lässt sich die Xing-Webseite nutzen. Also stellt sich sehr schnell die Frage nach dem Sinn des Buches nicht nur vor der Lektüre, sondern auch danach. Soll heißen: Lesen bildet in diesem Falle nicht wirklich. Denn zur Banalität der Definition gesellt sich die Schlichtheit der Anleitung. Der Informations- und vor allem der Streitwert der mit 167 Seiten nicht eben umfangreichen Lektüre aus dem Dpunkt-Verlag halten sich also in sehr eng umrissenen Grenzen.

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Stephan Lamprecht

XING Das Buch

Heise bei dpunkt, 2007

ISBN: 978-3-936931-43-3

167 Seiten, 16 Euro

http://www.dpunkt.de

Internet komplett

Gerade mal eine Seite hat gefehlt, und Frank Bongers hätte mit seinem Internet-Kompendium die 1200-Seiten-Grenze geknackt. Aber auch so ist sein Buch über XHTML, HTML und CSS ein allumfassendes Nachschlagewerk zum Programmieren von Internetseiten, welches Webdesigner bei dem täglichen Kampf mit Code und Kompatibilität unterstützt.

Die ersten 400 Seiten des Wälzers verwendet der Autor auf eine leicht verdauliche, aber trotzdem fundierte und praxisnahe Einführung in die im Buchtitel genannten Seitenbeschreibungs- und Auszeichnungssprachen. Immer in Bongers Blick: die strategischen Überlegungen zur optimalen Funktionalität einer Webpräsenz, zu den verschiedenen Browseranforderungen und den zahlreichen Dialekten der HTML-Sprachfamilie. Wäre das Buch nicht so dick, wünschte man es den meisten Webdesignern schon allein daher unter das Kopfkissen. Die Internetwelt sähe besser aus, hätten alle Programmierer im Vorfeld solche Denkarbeit verrichtet.

Aber auch die folgenden rund 700 Seiten sind im Prinzip wieder Grund genug, es wenigstens prominent auf den Schreibtisch zu stellen. Sie enthalten eine vollständige Darstellung aller Elemente, die CSS, HTML und XHTML zu bieten haben. Wir haben zwar nicht nachgezählt, aber vermissen auch keines, zumal der Autor sämtliche Elemente ausführlich und mit Beispielen erläutert und dabei stets auch ihre proprietären Attribute nicht vernachlässigt. Kurzum: Wer Internetprogrammierung professionell betreibt, der kommt um "den Bongers" kaum herum, zumal das Buch obendrein ein recht attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. (Thomas Pelkmann, Karsten Reich/agr)

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Frank Bongers

XHTML, HTML und CSS Handbuch und Referenz

Galileo Computing, 2007

ISBN: 978-3-89842-443-1

1199 Seiten, 49,90 Euro

http://www.galileocomputing.de

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