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Welt-Bild

Google Earth für Linux

01.06.2007 Seitdem Google die Entwicklung an Version 4 von Google Earth aufgenommen hat, können auch Linux-Benutzer die Erde von oben betrachten. Inzwischen ist die fertige Ausgabe verfügbar.

Sucht man bei Google nach "Erde", landet man schnell bei einem Produkt aus gleichem Hause: Google Earth [1]. Das Programm bringt unter Windows, Mac OS und Linux hochauflösende Luftaufnahmen der gesamten Erdoberfläche auf den Bildschirm und garniert sie mit Zusatzinformationen von Wikipedia [2] sowie Fotos von Panoramio [3].

Auf den Schirm!

Voraussetzung für den Einsatz von Google Earth unter Linux ist eine Oberfläche mit funktionierender 3D-Beschleunigung. Ansonsten stellt die Software keine allzuhohen Ansprüche, ein Prozessor mit 500 MHz und 128 Megabyte Arbeitsspeicher genügt. Allerdings empfiehlt Google eine 2,4-GHz-CPU sowie 512 Megabyte RAM, um lästige Verzögerungen im Bildaufbau zu vermeiden. Da Google Earth die Bilddaten während der Benutzung herunterlädt, beschleunigt außerdem eine möglichst schnelle Internetanbindung den Betrieb. Im Kasten "Installation" lesen Sie, wie Sie Google Earth unter Linux einrichten.

Installation

Nach einem Klick auf den Link Download auf der Google-Earth-Webseite [1] landet die Datei GoogleEarth.bin auf der Festplatte. Dabei handelt es sich um das Installationsprogramm. Der Start erfolgt über die Kommandozeile mit sh GoogleEarth.bin im Verzeichnis, in dem Sie die Datei gespeichert haben.

Rufen Sie die Installationsroutine mit Root-Rechten aufrufen, so erstellt das Installationsscript Google Earth im Verzeichnis /usr/local/google-earth; der Link auf den Startbefehl googleearth landet in /usr/local/bin. Dieser Ordner gehört meist zum Suchpfad für ausführbare Dateien aller Benutzer, sodass auf diese Weise nach der Installation gewöhnlich alle Anwender des Systems Zugriff auf Google Earth haben.

Verfügen Sie nicht über Root-Rechte oder möchten Sie Google Earth nicht für alle Anwender installieren, funktioniert die Installation mit Benutzerrechten ebenfalls. Das Programm fragt dann nach dem Zielverzeichnis und schlägt vor, googleearth unterhalb des eigenen Home-Directories anzulegen. In diesem Fall wechseln Sie nach der Installation nach /home/benutzer/googlearth und starten das Programm mit dem Befehl ./googleearth.

Nach dem Start von Google Earth findet sich der Betrachter flugs im Weltall wieder und schaut auf die Erde hinab. Die Navigation durch die Welt erfolgt mit der Maus: Mit gedrückter linker Maustaste drehen Sie den Globus in alle Richtungen; mit dem Mausrad vergrößert und verkleinern Sie den sichtbaren Ausschnitt. Bei gedrückter der rechten Maustaste und gleichzeitigem Ziehen der Maus zoomen Sie ebenfalls näher an die Erdoberfläche heran oder von ihr weg.

Grundfunktionen

Suchen Sie einen bestimmten Ort, geben Sie diesen ins Suchfeld ganz oben im Register Anfliegen ein. Bei diesem Ort kann es sich um ein Land handeln oder eine Stadt – sogar Straße und Hausnummer funktioniert. Nach der Bestätigung durch [Eingabe] erfolgt ein Flug zum gefundenen Ort; fällt die Bezeichnung nicht eindeutig aus, liefert das Programm eine Liste der Treffer, aus der Sie per Doppelklick den gewünschten Eintrag wählen.

Theoretisch funktioniert der Direktflug auch zu geografischen Orten, etwa dem Mount Everest oder den Everglades. Die Zugspitze ist Google Earth in dieser Schreibweise allerdings unbekannt, und die Suche nach dem Montblanc führt irritierender Weise nach Äthiopien. Im Zweifelsfall verwenden Sie für diese Suche am besten internationale Schreibweisen ("Mont Blanc du Tacul").

Der Reiter Branchen unterstützt Sie bei der Suche nach kommerziellen Einrichtungen; beispielsweise finden Sie damit alle Restaurants in einer Stadt, die bei Google verzeichnet sind. Geben Sie dazu im Feld Was entweder einen konkreten Namen oder eine Kategorie wie Hotels ein. Unter Wo wählen Sie entweder einen bereits zuvor im Programm gesuchten Ort aus oder tragen eine Stadt manuell ein. Ein Druck auf [Eingabe] führt wiederum zu einer Liste von Suchtreffern, die das Programm auf der Karte markiert.

Das Register Wegbeschreibung schließlich bietet die Möglichkeit, die Strecke zwischen zwei Orten berechnen zu lassen. Geben Sie dazu in den Feldern Von und Nach zwei Adressen an. Das Programm zeigt daraufhin in der Karte die Strecke an und versieht sie mit Hinweisen auf wichtige Stellen und Straßen.

Ein kleiner Scherz am Rande: Sucht man nach einer Strecke, die mit dem Auto nicht ohne weiteres zurückzulegen ist, beispielsweise von Frankreich nach England, führt Google Earth Sie bis zum Meer und gibt dann die Routenempfehlung: "Schwimmen Sie durch den Atlantik" (Abbildung 1). Ansonsten aber funktioniert die Wegbeschreibungsfunktion fehlerlos und weist auf Wunsch auch auf Sehenswürdigkeiten an der Strecke und gegebenenfalls wichtige Fakten wie gebührenpflichtige Straßen hin.

Abbildung 1: Die Wegbeschreibungsfunktion errechnet die Strecke zwischen zwei Orten. Liegt Wasser dazwischen, empfiehlt Google Earth ein Bad.

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LinuxUser 06/2012

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