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Virtualisierungslösungen im Vergleich

Duell virtuell

Systeme in virtuellen Umgebungen zu betreiben liegt nicht nur bei Servern voll im Trend. Auch Privatanwendern bietet diese Technik etliche Vorteile. Welche Software sich für wen am besten eignet, zeigt der Test.

Auch viele Privatanwender nutzen inzwischen Virtualisierungtechniken – sei es, um neue Systeme zu testen, oder um Programme zu starten, die es nur für ein bestimmtes Betriebssystem gibt. Die meisten Produkte kommerzieller Anbieter sind zwischenzeitlich soweit ausgereift, dass auch ein Einsteiger die Software problemlos auf seinem Rechner einrichtet und bedient.

Virtualisierungsprogramme ermöglichen den Betrieb von fremden Betriebssystemen innerhalb einer geschlossenen Umgebung auf dem Wirtsrechner. Die Software bildet in so genannten Gastsystemen die Hardware-Umgebung eines PCs nach, den das darin installierte Betriebssystem nicht von einem echten Rechner unterscheiden kann. Gastsysteme installieren Sie entweder über ein ISO-Image oder die Installations-CD/DVD, die Sie in die virtuelle Maschine einbinden. Bei der Unterstützung möglicher Gastsysteme gibt es zwischen den Herstellern kaum mehr Unterschiede: Die Palette reicht von allen Windows-Varianten (Windows 3.11 bis Vista) über Linux-Systeme mit Kernel 2.4 und 2.6 bis hin zu exotischeren Vertretern wie den diversen BSD-Derivaten, Sun Solaris oder OS/2.

Das Testfeld

Zum Test treten vier typische Virtualisierungslösungen für den Desktop in den zu Redaktionsschluss aktuellsten Versionen an: Innotek VirtualBox 1.3.99 Beta, Parallels Workstation 2.2 für Linux, VMware Workstation 6.0 Beta und VMware Server 1.0.2.

Während Sie VirtualBox und VMware Server kostenlos einsetzen dürfen, kostet Parallels 49,99 US-Dollar und VMware Workstation in der finalen Version 189 US-Dollar. Parallels bietet zu Testzwecken eine auf 14 Tage Laufzeit beschränkte Version an, die Beta-Variante der VMware Workstation steht kostenlos zum Download bereit.

Der Testrechner verfügt über eine 64-Bit-CPU (AMD 3200) und ein GByte Hauptspeicher, das Wirtsystem stellt Opensuse 10.2. Als Gastsysteme kommen Windows Vista Business Edition und Opensuse 10.2 zum Einsatz.

Einer der Testschwerpunkte liegt im Datenaustausch zwischen Gast- und Wirtsystem, der vor allem dann wichtig ist, wenn Sie im Gastsystem erstellte Dateien transferieren möchten. Der Test klopft verschiedene Methoden auf ihre Funktionstüchtigkeit ab. Diese reichen von gemeinsam verwendeten Ordnern über das Einbinden physikalischer Partitionen bis hin zum Drag&Drop von Dateien zwischen Gast und Wirt.

Generelles

Zur Installation bringen alle Kandidaten ihre eigenen Kernelmodule mit, die sie beim Setup kompilieren und einbinden. Deswegen müssen Sie in allen Fällen vor der Installation – sowohl der Virtualisierungssoftware als auch der Guest-Addons für Linux – den GCC-Compiler sowie die zum Kernel passenden Quellen oder Header installieren. Opensuse hat ab Version 10.2 die USBFS-Unterstützung aus Sicherheitsgründen aus dem Kernel entfernt. Da außer VMware 6.0 beta alle getesteten Virtualisierer ihren USB-Support darauf aufbauen, funktioniert dieser nicht. Sofern Sie jedoch eine andere Distribution mit entsprechender Unterstützung verwenden, funktioniert der USB-Support.

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